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Aschewolke lähmt Europa: Sperrung des Luftraums bis 20.00 Uhr

Der Luftraum bleibt in Deutschland mindestens bis Sonntagabend gesperrt. In fast ganz Europa geht in der Luft nichts mehr.

Die Deutsche Flugsicherung hat die Sperrung des Luftraums über Deutschland wegen der Aschewolke bis 20.00 Uhr verlängert. Über das weitere Vorgehen solle im Laufe des Tages entschieden werden, teilte eine Sprecherin am Sonntagmorgen mit. Die Lufthansa hatte bereits zuvor erklärt, sie streiche sämtliche Flüge bis Sonntag 20.00 Uhr. Auch in anderen Teilen Europas wird die Sperrung des Luftraums verlängert. Der britische Luftraum wurde ebenfalls bis zum Abend gesperrt. In Finnland wird es sogar bis mindestens Montagabend keine Passagierflüge geben.

Der Flugverkehr in weiten Teilen Europas wurde in den vergangenen Tagen allmählich eingestellt, weil die Asche die Triebwerke der Flugzeuge beschädigen und die Fenster blind machen kann. Auch am Sonntag wurden weitere Flugverbote bekannt gemacht oder bereits bestehende verlängert. So teilten die finnischen Behörden mit, dort seien Passagierflüge bis mindestens Montag 17.00 Uhr (MESZ) untersagt. Die bulgarischen Behörden schlossen den Luftraum am Sonntag ab 08.00 Uhr (MESZ) vollständig.

Wolke aus Glas und Stein

Bei einer Eruption können Vulkane wie in Island gewaltige Mengen an vulkanischer Asche freisetzen. Dabei handelt es sich nicht um Asche im herkömmlichen Sinn, also nicht um organische Rückstände wie etwa bei der Verbrennung von Holz oder Kohle. Vulkanasche besteht aus festen, nur Bruchteile von Millimetern großen Glas- und Gesteinspartikeln, die durch feine Zerteilung von Magma entstehen. Magma ist ein in der Erdkruste natürlich vorkommendes, geschmolzenes Gesteinsmaterial. Die Teilchen werden beim Ausbruch des Vulkans geschmolzen, in der Luft kühlen sie wieder ab und erstarren.

Eruptionen setzen zudem Gaswolken frei, die unter anderem Kohlen- und Schwefeldioxid enthalten. Diese Mischung aus Gas und Staub verdichtet sich zu einer schwarzen Rauchwolke, deren kleinste Partikel bis zu drei Jahre nach der Eruption in der Atmosphäre bleiben können. Je kleiner sie sind, desto weiter kann sie der Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometern über tausende Kilometer verbreiten. Manche Forscher glauben, dass auch sie zum Klimawandel beitragen.

Dank ihres Mineralgehaltes gilt vulkanische Asche als fruchtbar. Andererseits warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor gesundheitlichen Gefahren bei Atemwegs-Problemen.

Wegen Aschewolke gesperrte Flughäfen und Lufträume

In weiten Teilen Europas wird der Flugverkehr wegen der Wolke aus Vulkan-Asche auch am Sonntag massiv behindert. Es folgt eine Liste von Ländern, in denen Airports geschlossen und Lufträume gesperrt sind. Alle Angaben sind in mitteleuropäischer Sommerzeit. Stand: Sonntagmorgen

Deutschland

Luftraum mindestens bis Sonntag 20.00 Uhr gesperrt

Österreich

Luftraum bis Sonntag 14.00 Uhr gesperrt

Schweiz

Luftraum mindestens bis Sonntag 14.00 Uhr gesperrt, ausgenommen Flüge über 11.000 Metern

Belgien

Luftraum mindestens bis Sonntag 14.00 Uhr gesperrt, alle Flüge von Brussels Airlines bis Montag gestrichen

Bulgarien

Luftraum ab 08.00 Uhr am Sonntag gesperrt

Dänemark

Luftraum bis Montag 02.00 Uhr gesperrt

Finnland

Luftraum mindestens bis Montag 17.00 Uhr gesperrt

Frankreich

Pariser Flughäfen mindestens bis Montag 08.00 Uhr geschlossen, ebenso Nizza, Marseille und Flughäfen im Norden.

Großbritannien

Luftraum bis Sonntag 20.00 Uhr gesperrt, British Airways streicht alle Flüge am Sonntag

Irland

Luftraum mindestens bis Sonntag 14.00 Uhr gesperrt

Italien

Luftraum über Norditalien mindestens bis Montag 08.00 Uhr gesperrt

Luxemburg

Flughafen bis mindestens 18.00 Uhr am Sonntag gesperrt

Polen

Luftraum gesperrt, teilweise Freigabe am Sonntag im Gespräch

Russland

Alle Flughäfen offen

Schweden

Luftraum am Sonntag und bis in den Montag hinein gesperrt

Spanien

Flughafen Madrid offen, aber Fluggesellschaft Iberia streicht alle europäischen Flüge, außer die von und nach Portugal, Süditalien, Griechenland und in die Türkei.

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