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GDL verlängert Streiks: Aussperrung und Lohnkürzung: Lokführer wehren sich

Gezielte Aussperrung Streikender bei der Veolia, Lohnkürzungen für GDL-Mitglieder bei der AKN Eisenbahn: Zwei Privatbahnen kämpfen im Tarifstreit mit den Lokführern mit sehr harten Bandagen. Die Gewerkschaft GDL hat daher den laufenden Streik verlängert.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verlängert die ursprünglich bis Freitag geplanten Streiks bei den privaten Bahnunternehmen Veolia Verkehr Deutschland GmbH und der AKN Eisenbahn AG. Damit enden die Streiks bei diesen Unternehmen erst am Montag, dem 9. Mai, um 2 Uhr.

"Die Entscheidung die Streiks zu verlängern, ist eine Reaktion auf die zunehmende Willkür und Rücksichtslosigkeit der Arbeitgeber", erklärte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. "Offenbar verlieren die Führungskräfte in den Unternehmen langsam jede Beißhemmung. Doch die GDL wird nicht tatenlos zusehen, wie ihre Mitglieder massiv eingeschüchtert und unter Druck gesetzt werden sollen." Die GDL reagiert damit nach eigenen Angaben auf "selektive Aussperrungen streikender GDL-Mitglieder und Lohnkürzung".

Aussperrung seit Jahrzehnten unüblich

"Wer aussperrt, zeigt zwei mehr als unschöne Seiten seiner verantwortungslosen Handlungen auf", sagte Weselsky. "Erstens ist die Aussperrung in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr als Mittel des Arbeitskampfes angewandt worden. Dass ausgerechnet ein französischer Großkonzern in unserem Land zum härtesten und rechtlich umstrittensten Arbeitskampfmittel greift, ist bezeichnend. Zweitens lässt die durch die Aussperrung verursachte Beeinträchtigung der Fahrgastbeförderung klar erkennen, dass die Fahrgäste in dem schmutzigen Spiel von Veolia nichts anders sind als der Spielball zur Befriedigung ihrer Profitgier."

Bei der AKN Eisenbahn AG würden seit längerem gezahlte Lohnbestandteile exakt bei den streikenden GDL-Mitgliedern in Abzug gebracht, erklärte die GDL. "Diese im höchsten Grade repressiven Maßnahmen zielen klar darauf ab, die Streikbereitschaft der GDL-Mitglieder zu brechen", erklärte Weselsky.

dho/Reuters / Reuters

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