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Tarifkonflikt: Erneuter Streik der Lokführer in Nord- und Ostdeutschland

Im Tarifkonflikt mit den großen Bahnkonkurrenten setzt die Lokführergewerkschaft GDL erneut auf Streiks.

Am Montagmorgen rief die GDL unter anderem ihre Mitglieder beim Harz-Elbe-Expresses (HEX) in Sachsen-Anhalt und bei der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) in Berlin und Brandenburg zum Ausstand auf. Auch bei der AKN in Schleswig-Holstein wurde gestreikt. Das Ende der neuen Arbeitskampfmaßnahmen blieb zunächst offen.

In Berlin und Brandenburg kamen zu den Auswirkungen des ODEG-Streiks die Folgen eines Kabelbrandes, der den Bahnverkehr teilweise zusammenbrechen ließ. Etliche S-, Regional- und Fernbahnzüge fuhren nicht, weil ein Feuer den Verkehrsknotenpunkt Ostkreuz lahmlegte.

Bei der HEX in Sachsen-Anhalt kam es am Montag zunächst nicht zu zusätzlichen Einschränkungen, wie das Unternehmen betonte. Seit Freitag fahren allerdings nur 70 Prozent aller Züge auf den Strecken des Harz-Elbe-Expresses, um auch im Streikfall einen zuverlässigen Fahrplan garantieren zu können.

Auch beim Bahnkonkurrenten AKN im Norden ging der GDL-Streik am Montag in die nächste Runde. Das Ende solle gesondert, aber "zeitnah" bekanntgegeben werden, sagte der Vorsitzende des GDL-Bezirks Nord, Lutz Schreiber. Die AKN kündigte ein eingeschränktes Angebot auf ihren Linien an.

Ziel der GDL ist es, die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen. Die Gewerkschaft will eine einheitliche Bezahlung aller 26 000 Lokführer in Deutschland - und zwar auf dem hohen Niveau des Marktführers Deutsche Bahn (DB) - durchsetzen. Nach GDL-Angaben gilt dies derzeit für neun von zehn Lokführern.

DPA / DPA