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Stiftung Warentest: Reiseportale im Test: Bei der Beratung hapert es gewaltig

Pauschalreisen sind im Internet einfach zu buchen. Doch die Auskünfte auf Kundenanfragen lassen sehr zu wünschen übrig. So lautet das Fazit der Stiftung Warentest, die 14 Buchungsportale unter die Lupe genommen hat.

Platja de Muro

Urlauber am Strand an der Platja de Muro im Norden der Mittelmeerinsel Mallorca 

Flug, Transfer und Unterkunft - bei einer Pauschalreise reicht eine Buchung für das gesamte Urlaubspaket. Der Veranstalter hat nicht nur die einzelnen Reisebausteine zusammengestellt, sondern kümmert sich im Falle zum Beispiel der Insolvenz der Fluggesellschaft um das Ausstellen von Ersatztickets und den Rücktransport vom Urlaubsort. Dank eines Sicherungsscheins tragen Firmen wie Tui, Alltours oder Neckermann das Risiko und nicht der Kunde.

Neben Flug- und Hotelbuchung gehört heute die Buchung einer Pauschalreise im Internet zu den Standards. Das läuft sowohl bei den Homepages der Veranstalter wie auch den Reisevermittlern, den Online-Portalen, einigermaßen reibungslos, wie die Stiftung Warentest in der Januar-Ausgabe ihrer Zeitschrift "test" schreibt. Die Verbraucher-Institution führte auf den Webseiten von sechs Reiseveranstaltern und acht Reisevermittlern jeweils drei Testbuchungen durch und nahm ebenso deren Beratungsangebot in Anspruch.

Preisänderung während der Suche

Die Anbieter beantworteten fast alle E-Mails, auch ihre Telefon-Hotlines waren gut zu erreichen, "doch ihre Auskünfte lassen sehr zu wünschen übrig", so das Fazit der Tester. Als negatives Beispiel nannte die Stiftung Warentest eine Anfrage bei einem Veranstalter nach einem barrierefreien Hotel auf der Urlaubsinsel Gran Canaria. Als Antwort gab es eine Liste mit hunderten behindertenfreundlichen Unterkünften für die ganze Welt. Auch fehlten die genauen Ortsbezeichnungen, nur das Zielgebiet wurde genannt.

Zudem wurden neben Suche, Ergebnisdarstellung und Beratung auch Buchungsfunktionen, Stornomöglichkeiten und der Aufbau jeder Internetseite überprüft. Dabei fiel den Testbuchern auf, dass sich in etwa jedem vierten Fall der Preis während der Suche änderte.

Vorsicht vor Ab-in-den-Urlaub.de

Sieben der untersuchten 14 Portale bekamen die Gesamtnote "Gut", sechs "Befriedigend" und ein Portal nur "Ausreichend". Zu den Besten gehören Holidaycheck, Lastminute.de, Schauinsland-Reisen und die Tui. Als schlechtester Anbieter ("Ausreichend") schnitt das Portal Ab-in-den-Urlaub.de der Unistergruppe ab.

Letzteres Unternehmen beantragte vor gut fünf Monaten Insolvenz. Deren Ex-Manager müssen sich außerdem Anfang 2017 vor dem Landgericht Leipzig verantworten. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung und Betrug am Kunden.

Den kompletten Test gibt es kostenpflichtig auf www.test.de zu lesen.


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