Tipps II Wanderrouten international


Von Norwegen bis zur Kanaren-Insel Gomera: Michael Sänger, Chefredakteur des "Wandermagazin", hat acht Touren weltweit für Einsteiger und Fortgeschrittene zusammengestellt.

Von Norwegen bis zur Kanaren-Insel Gomera: Michael Sänger, Chefredakteur des "Wandermagazin", hat acht Touren weltweit für Einsteiger und Fortgeschrittene zusammengestellt.

Norwegen: Abgründige Faszination

Wer den Blick auf den 1000 Meter tiefer gelegenen Lysefjord im Südwesten Norwegens mit eigenen Augen genossen hat, weiß um die Faszination des Abgründigen. Vom Tourismus-Center Oygardstölen, in 640 Meter Höhe an der Straße zum Lysefjord gelegen, beginnt eine ereignisreiche Wanderung. Hauptattraktion ist Kjerag, ein tonnenschwerer Felsbrocken, der sich 1000 Meter über dem Fjord in einer Felsspalte verkantet hat. Die Wanderung ist als Rundtour mit dem für Norwegen typischen roten T und unzähligen Steinmännchen markiert.Start und Ziel: Besucherzentrum OygardstölenGehzeit: sechs StundenAnforderungen: Technisch leicht, aber Ausdauer erforderlich

Gomera: Traumhafte Atlantikblicke

Agulo zählt für viele Gomera-Fans zu den schönsten Orten der Insel. 200 Meter hoch thront auf einem Plateau das Gewirr aus Kolonialbauten und Altstadtgassen um die Pfarrkirche San Marcos über dem Meer. Steil steigt der Wanderweg durch eine mächtige, rote Steilwand bergan. 550 Meter höher, nach knapp zwei Stunden anspruchsvollem Aufstieg, gibt es am Infozentrum Juego de Bolas traumhafte Blicke auf den Atlantik und den Teide auf Teneriffa.Start und Ziel: Agulo - Schule (Parkmöglichkeit, Bushaltestelle)Gehzeit: fünf StundenAnforderungen: Schwindelfreiheit

Frankreich: Gipfel-Parade

Eine herrliche Bergwanderung über den Jurakamm. Auf der einen Seite der Genfer See, dahinter die Schweizer und Französischen Alpen. Aus dem Tal der Valserine in L?lex geht es mäßig steil bergan. Drei urige Bergalmen laden zur Rast ein. Die Tour führt über den Cret de la Neige in 1718 Meter HöheStart und Ziel: Lélex, von Genf aus bequem zu erreichenGehzeit: fünf StundenAnforderungen: Für Anfänger geeignet

Guernsey: Aufregender Klippenpfad

Grandios ragt die Granitsteilküste im Süden Guernseys bis zu 100 Meter aus dem Ärmelkanal Guernsey ist die Blumeninsel im Kanal. Immer wieder führt der Weg hinunter in einzelne Buchten, die nur bei Ebbe zugänglich sind. Der 19 km lan-ge Coastal Path, ein klippenreiches Auf und Ab zwischen St. Peter Port und Pleinmont Tower kann man nahezu überall unterbrechen und mit einer der 8 Busli-nien zum Start zurückkehren. Der Weg ist mit beschrifteten Steinen markiert und eignet sich von der kurzen Kennenlern-Tour bis anspruchsvollen Tageswanderung.Start: St. Peter Port, Ziel: Pleinmont TowerGehzeit: bis zu 6 StundenAnforderungen: technisch unschwer, Kon-dition je nach EtappenlängeInfo: www.herm-island.com

Österreich: Königin der Almen

Im Bregenzerwald, direkt am Bodensee ü-ber dem Rheintal gelegen, lockt ein Al-menparadies. Um die 1.877 m hohe Winter-staude herum, man nennt sie mir Recht die Königin der Almen, liegen vielleicht zwei Dutzend Alpen. Darunter noch echte Käsealpen wie die Stongerhöhealpe oder die Obere Falzalpe. Die Tageswanderung startet am Parkplatz Schetteregg und führt im weiten Bogen auf den Grat zur Winterstaude und nordöstlich weiter, bis man oberhalb der Bühlenalpe Richtung Almsiedlung Schetteregg wieder allmäh-lich absteigt.Start und Ziel: Parkplatz SchettereggGehzeit: 6 StundenAnforderungen: unschwierig, auch für Un-geübte mit Begleitung möglichInfo: www.bregenzerwald.at

Schweiz: Vier-Seen-Höhenwanderung

Die drei Seen Engstlensee, Tannensee und Melchsee liegen auf einem Hochplateau in der Zentralschweiz in 1.900 m Höhe. Das ist der Stoff, aus dem die Traumtouren gemacht werden. Mit der Titlis-Bahn von Engelberg lasen wir uns auf 1.796 m Höhe bringen. Wir wandern ein kurzes Stück und gondeln auf den Jochpaß. Die Durch das Schaftal wanden wir zur Engstlenalp und weiter nach Melchsee-Frutt am Tan-nensee und lassen uns mit der Seilbahn zur Stöckalpe sanft hinuntergleiten.Start: Engelberg, Ziel: StöckalpGehzeit: 3 StundenAnforderungen: gering, auch für Ungeübte geeignetInfo: www.CentralSwitzerland.ch

Südtirol: Zum Hasenöhrl im Ultental

Er ist ein echter Dreitausender, ein Südtiroler und gilt als leichte Gipfel-tour. Von St. Nikolaus klettert die Gip-felroute über sattes Almgelände berg-wärts. Vier Stunden später ist die Drei-tausendermarke erreicht und wenn es nicht gerade regnet und stürmt, ist der schmale Pfad unterhalb eines Berggrates zum Gipfelkreuz ein Kinderspiel. Den Ab-stieg wählt man über die Jochmeier-Höfe und Flatsch-Höfe nach St. Gertraud hin-unter. Wer dann am Spätnachmittag vom Tal aus den Blick zurückschweifen läßt, kann sich stolz als Bezwinger eines Dreitausenders rühmen.Start: St. Nikolaus, Ziel: St. Gertraud, von dort per Bus zurückGehzeit: 8,5 StundenAnforderungen: technisch unschwer aber Ausdauer erforderlichInfo: www.meranerland.com

Tansania: Kilimanjaro – Nahtstelle zwi-schen Himmel und Erde

Auf das Dach Afrikas steigen? Zum mysti-schen Berg des schwarzen Kontinents, Feuer und Eis am Äquator. Die Höhe des Kilimanjaros macht es möglich. Mit 5.685m Höhe zählt er zu den Bergriesen dieser Erde. Die Marangu Route vom Nati-onalpark Marangu Gate in Tansania durch den tropischen Regenwaldgürtel zur Man-dara Hütte (2.700m) zählt zu den belieb-testen Varianten. Die 16 km der zweiten Etappe, mit 1.020 Höhenmeter und allmäh-lich dünner werdender Luft auf dem Weg 3.720 m hohen Horombo Hütte garantieren einen gesegneten Schlaf. Vier bis fünf Wanderstunden benötigt man für die 4.703 m hohe Kibo Hütte am dritten Tag. Dann naht der Gipfel der Gefühle und der An-strengung. Der Aufstieg auf den Uhuru Gipfel beginnt weit vor Tagesanbruch. In vier bis fünf Stunden ist es geschafft.Start und Ziel: Arusha (Transfer vom Ki-limanjaro Airport)Etappenzahl: 6 – 8 Tage, davon mind. 4 Tage für den AufstiegAnforderungen: Sehr gute körperliche VerfassungBeste Reisezeit: Juni bis September oder Dezember bis FebruarInfo: www.africatravelresource.com/africa/E/tanzania


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