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Unwettergefahr: Tief "Jennifer" bringt Schnee und Sturm

Deutschland droht ein neues Schneechaos. Nach der vielerorts kältesten Nacht dieses Winters bringt Sturmtief "Jennifer" Neuschnee und Schneeverwehungen. Besonders heftig soll es am Freitag den Westen erwischen. Da tröstet es wenig, dass es zumindest etwas milder wird.

Nach der vielerorts kältesten Nacht dieses Winters dürfte Sturmtief "Jennifer" viele Autofahrer mit reichlich Neuschnee ins Schwitzen bringen. Am Mittwochnachmittag begann es in Norddeutschland zu schneien. Am Donnerstagmorgen sei überall in Deutschland mit Schnee zu rechnen, sagte Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Stellenweise könnten innerhalb von zwölf Stunden 15 Zentimeter zusammenkommen, bei kräftigem Wind drohten Schneeverwehungen und erhebliche Verkehrsbehinderungen. Im Westen bringt schon am Freitag das nächste Tief noch mehr Schnee.

Dabei wird es milder, im Westen und Nordwesten soll sich in tieferen Lagen zunächst leichtes Tauwetter einstellen. Aber ein Großteil des Schnees wird liegen bleiben. Die Nacht zum Mittwoch brachte vor allem dem Osten sibirische Temperaturen: In Bad Muskau in der Oberlausitz wurde mit minus 24,3 Grad laut DWD der Kälterekord dieses Winters eingestellt. Im Dezember sei in Dippoldiswalde südlich von Dresden schon einmal der gleiche Wert gemessen worden, sagte Herold. In Deutschneudorf im östlichen Erzgebirge fiel die Temperatur auf 24 Grad unter Null. In Brandenburg habe es über große Flächen Frost von unter 20 Grad gegeben, sagte Herold. Im Westen sei die Nacht nicht ganz so kalt gewesen. Der private Wetterdienst Meteomedia von Jörg Kachelmann vermeldete vom "Kälteloch" Funtensee in einem bayerischen Alpen-Hochtal sogar eine Temperatur von minus 30,5 Grad.

Meteorologen warnen vor Unwettergefahr

"Jennifer" räumt nun die arktische Kälte ab, hat dafür aber Schnee und kräftigen Wind im Gepäck. Die Schneefälle greifen laut DWD von Norden her auf ganz Deutschland über. An der See soll es stürmische Böen und Sturmböen geben, in den höheren Berglagen schwere Sturmböen bis hin zu orkanartigen Böen, erklärte der Meteorologe Herold: "Unwettergefahr durch Schneeverwehungen, auch starker Schneebruch ist möglich."

Im Westen könnte es am Freitag noch dicker kommen: In der Nacht zum Freitag sinken die Temperaturen auf minus ein bis minus acht Grad. Dann zieht ein weiteres Schneefallgebiet auf, das in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge mehr als 20 Zentimeter Neuschnee binnen 24 Stunden bringen soll. Örtlich kann es mehr Schnee geben als bei Durchzug des Tiefs "Daisy" vor knapp drei Wochen, sagte Herold, wobei die Mengen regional sehr unterschiedlich ausfallen dürften. Insgesamt dürfte es aber eher weniger Schnee geben als bei "Daisy", das den Nordosten Deutschlands lahmgelegt hatte. Die Temperaturen liegen am Tag zwischen null und minus vier Grad. Im Südwesten und Westen könne es vereinzelt plus zwei Grad warm werden, teilte der DWD mit.

APN/DPA / DPA

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