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Wetter an Pfingsten: "Siegbert" bringt die Sonne nach Deutschland

Holen Sie die Liegestühle raus und füllen Sie ihren Fleischvorrat auf: Ab dem Wochenende wird es sommerlich! Doch bis dahin wird es weiter regnen, und der Norden bekommt tendenziell weniger Sonne als Süddeutschland.

Von Swantje Dake

Das lange Warten auf besseres Wetter hat ein Ende. Zu Pfingsten sagen die Meteorologen blauen Himmel, Sonnenschein und sommerliche Temperaturen von bis zu 28 Grad voraus. Die Menschen, die sich nicht über volle Autobahnen quälen, können draußen Sonne tanken. „Hoch Siegbert ist ein echter Sieger. Es vertreibt endlich die Eisheiligen und lässt die Temperaturkurve nach oben gehen“, so Dominik Jung Diplom-Meteorologe beim privaten Wetterdienst wetter.net. Für den größten Teil Deutschlands bedeutet das: bestes Feiertagswetter. Nur im Norden wird es vermutlich nicht ganz störungsfrei, so die Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Doch bevor die Euphorie ausbrechen kann, drücken die Meteorologen auf die Bremse. „Der Sommer rückt deutlich näher. Zwar wird es nach Pfingsten wieder kühler und auch leicht wechselhaft werden, aber die Extremkälte ist vorbei“, verspricht Jung.

Wetterbesserung erst am Wochenende

Bis zum Freitag kann es aber überall noch Schauer geben, "da müssen wir noch durch", sagte DWD-Meteorologe Bernd Zeuschner. Bisher machte der Wonnemonat seinem Namen keine Ehre. Es war kühl und nass, zeitweise sogar winterlich. Am 7. Mai lag auf den Höhen des Schwarzwaldes eine geschlossene Schneedecke, vielerorts gab es auch später noch Nachtfrost. Auf den kalten Monatsauftakt folgten direkt die "Eisheiligen". Zur Premiere der Passionsspiele in Oberammergau froren Darsteller und Zuschauer am 15. in bitterer Kälte.

Mit der ist es nun endgültig vorbei. Am Wochenende werden auf den Nordseeinseln 14 Grad erreicht, an der Ostseeküste können es bis zu 18 Grad werden. "Von Westen breitet sich bereits am Donnerstag die Sonne aus", so Thorsten Pagenkopf, Meteorologen bei donnerwetter.de. Allerdings halten sich die Wolken im Osten hartnäckig und bringen auch noch Regen mit sich. Erst am späten Pfingstsonntag setzt sich in Brandenburg und Sachsen die Sonne durch. Auch an der Nordsee und in Schleswig-Holstein muss sie sich erst durch eine Wolkendecke kämpfen. Im Rest der Republik kann schon das Frühstück bei Sonnenschein genossen werden. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 22 Grad, im Oberrheintal etwas darüber, an den Küsten und am Alpenrand etwas darunter.

"Während sich die Sonne auch am Pfingstmontag in Süddeutschland hält, ziehen von Norden mehr Wolken herein, bringen Regenschauer für Norddeutschland", so Pagenkopf. Entsprechend wird es kühler: Nur noch bis zu 17 Grad in Norddeutschland, in der Mitte immerhin noch bis zu 21 Grad, und Süddeutschland sonnt sich bei 23 Grad.

"Mairegen auf Saaten ist wie Dukaten"

Der DWD meldete zur Monatsmitte, die erste Maihälfte sei im Vergleich zum langjährigen Mittel im Schnitt um zwei Grad zu kalt ausgefallen, in Nordrhein-Westfalen war es sogar fünf Grad kälter als in normalen Jahren. Tagelanger Dauerregen ließ keine Frühlingsstimmung aufkommen.

Für die Vegetation jedoch war der Mairegen ein Segen, denn er glich das Defizit aus dem April aus. Bauernregeln wie "Mai kühl und nass, füllt Bauern Scheuer und Fass", "Mairegen auf Saaten ist wie Dukaten" hätten schon ihre Berechtigung, sagt DWD-Experte Ekko Bruns. Wasser sei zu dieser Jahreszeit für das Wachstum wichtiger als Wärme. Getreide und andere Feldfrüchte legten wie alle Pflanzen jetzt am meisten an Blattmasse zu, beste Voraussetzungen für eine gute Ernte. Bei den niedrigen Temperaturen hielten außerdem die Frühlingsblumen im Garten länger als sonst - zum Verwelken war es nicht warm genug.

Der April war in Deutschland viel zu trocken ausgefallen, nur 23 Liter Regen fielen im Schnitt auf jeden Quadratmeter, weniger als die Hälfte des Monats-Solls. Aus Sicht der Landwirtschaft sei jedenfalls der viele Regen willkommen, sagte Bruns. "Es ist gut, wenn jetzt viel in den Boden kommt" - auch als Reserve für den Sommer.

Mit DPA

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