Wetter zu Ostern Aprilwetter treibt es an den Feiertagen bunt

Bilderbuchwetter versprechen die Meteorologen für Ostern - allerdings Bilderbuch-Aprilwetter. Und der April, der macht was er will, wie eine Bauernregel besagt. Für die Osterfeiertage bedeutet das: ein buntes Potpourri aus Regen, Sonne, Wolken - garniert mit Graupel und Gewitter.

Nur zwei Möglichkeiten schließen die Wetterkundler für Ostern aus: Eiersuchen im Schnee oder in der Frühlingssonne schmelzende Schokolade. "Sonst ist alles drin, was der April zu bieten hat", sagt Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Regen, Graupel oder Schnee auf den Bergen, Gewitter, nächtlicher Frost samt Straßenglätte und auch gelegentlicher Sonnenschein - "aprilig eben", meint Engel.

Die Temperaturen passen zur Jahreszeit und übertreffen die 15-Grad-Marke kaum. Am Ostermontag könne vielleicht die Schauerneigung ab- und die Sonnenscheindauer zunehmen. Aber sicher sei das noch nicht, sagte der Meteorologe voraus.

Schnee am Gründonnerstag

Sturmtief "Kerstin" über den Britischen Inseln schaufelt derzeit Regen, Graupel und kurze Gewitter nach Deutschland. Auf den Bergen sollte es schneien. Der Wind ist stark bis stürmisch, in freien Lagen sind schwere Sturmböen nicht auszuschließen. Am Mittwoch liegen die Höchstwerte meist zwischen neun und 14 Grad, in höheren Lagen um sieben Grad. "Kleinere Ausrutscher nach oben oder unten natürlich nicht ausgeschlossen", so der DWD-Meteorologe. In der Nacht zum Gründonnerstag kann es vereinzelt leichten Frost geben, tagsüber schneit es oberhalb von 400 bis 600 Metern. Das Wetter bleibt unbeständig, teils sehr windig mit Regen- und teils auch Graupelschauern. Im Osten gibt es etwas mehr Sonne.

In der Nacht zum Karfreitag können die Straßen laut Prognose bei bis zu minus drei Grad glatt werden. Der Karfreitag beginnt heiter bis wolkig. Gegen Abend soll es im Westen zu regnen anfangen. Am Samstag und Ostersonntag kommt es bei zeitweise starker Bewölkung zu weiteren schauerartigen Regenfällen, wie der Wetterdienst vorhersagte. Aber es wird nicht überall regnen und gelegentlich zeigt sich auch mal die Sonne. Am Ostermontag und Dienstag wird das Wetter freundlicher, von Mittwoch bis Freitag kommender Woche erwarten die Meteorologen wieder Regen.

Osterfest im Hochsommer

Wer sich quälen will, erinnert sich an Ostern 2009. Vor einem Jahr herrschten in Deutschland zu Ostern hochsommerliche Temperaturen bis zu 25 Grad und luden zu Freizeitvergnügen ein. Im Berliner Strandbad Wannsee aalten sich damals bereits rund 1000 Badegäste auf den Liegewiesen oder planschten im noch recht kühlen Wasser. In Hamburg waren die Doppeldecker-Rundfahrtbusse mit aufgerolltem Verdeck als Cabrios unterwegs. Viele Zoos meldeten einen Besucheransturm. Auf Wiesen in den städtischen Parks und in rasch eröffneten Biergärten tummelten sich in ganz Deutschland frohgelaunte Sonnenhungrige. Damals war Ostern allerdings erst am 12./13. April. Der April 2009 ging als wärmster April seit Beginn der Aufzeichnungen in die meteorologische Geschichte ein.

März war warm und trocken

Ein kleiner Trost: Auch der März war jetzt nicht so schlimm, sondern wärmer, trockener und sonniger als üblich. Mit dem Temperaturmittel von 4,1 Grad Celsius lag der Monat 0,6 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Während die erste Monatshälfte demnach um etwa 4 Grad zu kalt war, blieb die zweite um 5 Grad zu warm.

So zeigte der Winter besonders zwischen dem 6. und 10. März noch einmal sein frostiges Gesicht: Nachts sank das Quecksilber verbreitet in den zweistelligen Minusbereich. Oberstdorf im Allgäu meldete am 8. März bundesweit mit minus 22,2 Grad den tiefsten Wert. Nach dem langen Winter war die Vegetation in Deutschland zeitweise um etwa zwei Wochen gegenüber früheren Jahren zurück. Winde aus West bis Süd führten danach in zunehmendem Maße wärmere Luft heran. So kletterte das Thermometer am 26. März in Kitzingen am Main auf 24,3 Grad.

Erstmals seit 2005 präsentierte sich der März in Deutschland wieder zu trocken: Mit rund 51 Litern pro Quadratmeter lag die Gesamtmenge um 10 Prozent unter dem Soll von 57 Litern. In der ersten Monatshälfte fielen die Niederschläge noch meist als Schnee. Mit durchschnittlich 132 Stunden gegenüber dem vieljährigen Mittel von 111 Stunden zeigte der März eine positive Bilanz beim Sonnenschein. Begünstigt war das gesamte Alpenvorland bis hin zur Donau, während der Nordosten Deutschlands, sowie besonders das Sauerland, ein deutliches Sonnenscheindefizit aufwiesen.


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