VG-Wort Pixel

Zum 50. Geburtstag Boris Becker schreibt an Andre Agassi: "Ich konnte deine langen gefärbten Haare nicht ernst nehmen"

Boris Becker Andre Agassi
Zwei Rivalen, zwei Spiele: Boris Becker und Andre Agassi spielten spielten denkwürdige Partien gegeneinander aus. Links ist Boris Becker in einem Spiel gegen den US-Amerikaner im Jahr 1999 zu sehen, rechts wurde Agassi 1991 in einem Match gegen den Leimener abgelichtet.
© Picture Alliance
Andre Agassi war in einer seiner aktiven Zeit der Paradiesvogel im Tenniszirkus. Boris Becker konnte damit zunächst nicht viel anfangen. Nun hat er dem einstigen Rivalen einen Brief zum 50. Geburtstag geschrieben. 

In einem Geburtstagsbrief an Andre Agassi hat Boris Becker seine anfängliche Skepsis, einen Psychotrick und seinen Respekt gegenüber seinem früheren Rivalen offenbart. "Als du damals im Profi-Tennis auftauchtest, konnte ich mit dir zunächst nicht viel anfangen", schrieb die Tennis-Ikone in der "Bild am Sonntag". "Ich konnte deine zerrissenen Jeans, deine langen gefärbten Haare und deine Ohrringe nicht ernst nehmen. Du hast dein Image gepflegt und agiert, als sei dir wichtiger, wie du bei den anderen ankommst und nicht, wie du wirklich bist. Das war mir suspekt."

Becker spielte Psychospielchen mit Agassi - Agassi konnte Becker "lesen"

Der US-Amerikaner Agassi, Ehemann von Steffi Graf, wird am Mittwoch 50 Jahre alt. Von 14 Partien gegen den früheren Weltranglisten-Ersten hat Becker nur vier gewonnen. Früher habe er den Rivalen nicht unbedingt gemocht, gestand Becker. Nun freue er sich, wenn er ihn treffe, meinte der 52-Jährige und erinnerte an ein Duell in Wimbledon 1995: "Du hast hoch gegen mich geführt, das war fast schon peinlich für mich", schrieb Becker. "Also habe ich Brooke Shields, deiner damaligen Frau, die im Publikum saß, einen Luftkuss zugeworfen", erzählte Becker. "Das war eine spontane Aktion, hat dich jedoch so aus der Fassung gebracht, dass ich die Partie noch drehen konnte."

Boris Beckers Tochter Anna Ermakova ist mittlerweile 19 Jahre alt

Aber auch Agassi hatte in den Duellen mit dem Deutschen einen Geheimtrick, den er nach seiner Laufbahn einmal in einem Interview preisgab. Irgendwann fiel dem Amerikaner nämlich nach eigener Aussage auf, dass Becker unmittelbar vorm Aufschlag immer die Zunge rausstreckte. Und in die Richtung, in die die Zunge zeigte, ging demnach auch der jeweilige Aufschlag. Agassi behielt seine Entdeckung für sich, um das As im Ärmel zu behalten. Erst als Becker seine Tenniskarriere beendet hatte, steckte er ihm diesen Trumpf bei einem gemeinsamen Oktoberfestbesuch.

Agassi hatte seine Karriere nach acht Grand-Slam-Titeln bei den US Open 2006 beendet. Er lebt mit Steffi Graf und den zwei Kindern in Las Vegas. "Du warst einer der besten Spieler aller Zeiten und bist bis heute für Millionen ein Vorbild", meinte Becker und wünschte sich, Agassi würde häufiger auf der Tennis-Tour auftauchen: "Ich glaube, unsere jungen Talente können viel von dir lernen."

rös DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker