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Ferrari-Krise: Schumacher will "bis zur letzten Kurve" kämpfen

Michael Schumacher und Teamchef Todt sehen trotz aller Probleme keinen Grund zur Panik und zeigen sich für Monza sehr optimistisch. Unterdessen ist die Ursache für den Barricello-Unfall geklärt.

Schumacher sagte vor dem Endspurt in der Formel-1- Weltmeisterschaft seinen Gegnern den Kampf an. "Ich nehme die Herausforderung an. Ich kämpfe bis zur letzten Kurve um den Titel", sagte der Ferrari-Star der "Bild"-Zeitung. Nach seiner jüngsten Negativ-Serie ist der Vorsprung des Weltmeisters in der Gesamtwertung auf einen Punkt geschmolzen. Zuletzt hatte Ferrari beim Großen Preis von Ungarn in Budapest mit einem achten Platz für Schumacher und einem schweren Unfall von Rubens Barrichello Kritik einstecken müssen.

Überlastung des Hinterrads Ursache für Unfall

Die Ursache für den folgenschweren Defekt hat das Ferrari-Team unterdessen geklärt. Barrichello sei dem vor ihm fahrenden Auto dicht gefolgt und habe dabei die Randsteine zwei Mal überfahren. Dadurch sei der Querlenker der Hinterrad-Aufhängung so übermäßig belastet worden, dass das Material gebrochen sei. Der Kollege von Weltmeister Michael Schumacher war in Budapest mit großer Geschwindigkeit in die Reifenstapel geprallt, nachdem sein Auto durch den Aufhängungsbruch ein Rad verloren hatte. Barrichello blieb unverletzt.

"Je größer die Schwierigkeiten, desto größer der Kampfgeist"

Schumacher will den letzten Sonntag vergessen machen und will im Heimrennen am 14. September in Monza wieder angreifen: "Wer uns jetzt abschreibt, hat nicht begriffen, was wir seit Jahren demonstrieren: Wie stark die Einheit Ferrari ist", betonte Schumacher seinen Durchhaltewillen: "Je größer die Schwierigkeiten, desto größer der Kampfgeist."

Jean Todt sieht keine Grund zur Panik

Auch Ferrari-Teamchef Jean Todt warnte davor, angesichts der schwierigen Situation die Nerven zu verlieren. "Keine Panik! Wir sind Kritik gewohnt - und auch solche Situationen. Meine Aufgabe ist sicherzustellen, dass sich meine Leute mehr konzentrieren - und keine Zeitungen lesen. Statt für Zeitungen gibt Ferrari lieber mehr Geld für Entwicklungen aus." Todt nannte es "unfair", die Schuld für die mageren Ergebnisse der Scuderia allein dem Reifenpartner Bridgestone anzulasten. "Die Formel 1 ist unheimlich komplex, manchmal sogar zu kompliziert, um alles zu verstehen", beschrieb er die allgemeine Problematik.

Todt hält Sieg in Monza für möglich

Einen Sieg beim bevorstehenden Ferrari-Heim-Rennen am 14. September in Monza hält Todt für gut möglich. Zuletzt habe fast immer ein Auto ein Rennen dominiert. Barrichello in Silverstone, Juan Pablo Montoya in Hockenheim und Fernando Alonso in Budapest. "Also immer ein Team mit einem Auto. Warum in Monza nicht wieder wir", fragte Todt.

Nach Monza wird die diesjährige Formel-1-Saison mit den Rennen in Indianapolis (28. September) und Suzuka (12. Oktober) abgeschlossen. Schumacher führt in der WM-Wertung mit 72 Punkten vor BMW-Williams- Pilot Montoya (71) und Silberpfeil-Fahrer Kimi Räikkönen (70).

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