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FORMEL 1: Beide BMW-Williams vorn

Kalte Dusche für Michael Schumacher, er startet nur vom vierten Platz. Pablo Montoya hat die Pole-Position vor Schumi II und Mika Häkkinen.

Kalte Dusche für Michael Schumacher im »Backofen« Hockenheim: Bei 33 Grad Hitze im Schatten haben Juan Pablo Montoya und Bruder Ralf den Ferrari-Star am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von Deutschland nach allen Regeln der Rennfahrerkunst nass gemacht. Vor fast 100.000 Zuschauern gaben der Kolumbianer und »Schumi II« im Motodrom den Ton an und bescherten BMW die erste Doppel-Pole seit 1986. »Ich hoffe«, sagte der zweitplatzierte Ralf Schumacher, »dass wir auch im Rennen so weiter machen und als Nummer eins und zwei ins Ziel kommen. Das wäre ein Ding.«

Schumi hofft auf Gewitter

Sein Bruder Michael, der als Qualifikations-Vierter neben dem finnischen Silberpfeil-Piloten Mika Häkkinen aus Reihe zwei auf die Jagd nach seinem 51. Grand-Prix-Sieg und dem Weltrekord des Franzosen Alain Prost geht, sieht auch für sein Heimrennen am Sonntag die Blau-Weißen im Vorteil. »Ganz nach vorne kommen wir wohl nicht. Die Zeitabstände sind zu groß. Die Strecke ist maßgeschneidert für Williams-BMW«, sagte der dreimalige Weltmeister aus Kerpen. Schumacher hofft nun auf Regen, der das Blatt wenden könnte. »Wenn ein Gewitter kommt, wäre das zu schön.«

Coulthard nur Fünfter

Bei brütender Hitze gab es einen kleinen Trost für den WM-Spitzenreiter. Sein härtester Rivale David Coulthard, in der WM-Gesamtwertung 37 Punkte zurück, lag als Fünfter gleich 1,457 Sekunden hinter Montoya. »Ich muss nach Coulthard schauen«, gab »Schumi I« die Richtung vor. Aus der vierten Reihe startet der Siebtplatzierte Mönchengladbacher Nick Heidfeld im Sauber-Petronas.

Erste BMW-Doppel-Pole seit 15 Jahren

Ralf Schumacher und Montoya strahlten. Schließlich hatten dieses Kunststück der Italiener Teo Fabi und der Österreicher Gerhard Berger im Benetton-BMW letztmals vor 15 Jahren für die Münchner Motorenschmiede geschafft. »Die Qualifikation ist die eine Sache, das Rennen die andere«, warnte BMW-Sportdirektor Berger vor allzu großer Euphorie. »Aber die Strecke liegt uns. Das ist eine Powerstrecke«. Einen großen Anteil an der blau-weißen Gala-Vorstellung hatte Reifenpartner Michelin. Bei hohen Temperaturen sind die französischen »Gummis« der Bridgestone-Konkurrenz überlegen.

McLaren-Mercedes zufrieden

Nicht unzufrieden war Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: »Eine sehr gute Leistung von Mika, der mit gleichen Reifen vor Michael Schumacher liegt. Platz drei und fünf lassen uns eine gute Ausgangsposition für das Rennen.« Allerdings muss der Schotte im 12. von 17 Saison-Rennen deutlich an Boden gut machen, um seine klitzekleine WM-Chance zu wahren.

Kampf um die Pole

Als erste Favoriten gingen Coulthard und Häkkinen erst nach 25 Minuten auf die 6,823 Kilometer lange Strecke. Fünf Minuten später rollte Ralf Schumacher aus der Boxengasse, ehe sich Bruder Michael im Ferrari auf die Jagd nach der Bestzeit machte. Der Titelverteidiger, der bis 2004 auf Bridgestone-Reifen fahren wird, wurde von den Fans auf den Tribünen überschwänglich gefeiert. Doch in 1:38,117 Minuten setzte Montoya den Maßstab. Ralf Schumacher verpasste die zweite Pole seiner Karriere um winzige 19 Hundertstel Sekunden. Michael Schumacher lag 0,824 Sekunden hinter dem Kolumbianer.

Unmut über Jordan-Entscheidung

Vier Tage nach der fristlosen Kündigung von Heinz-Harald Frentzen durch Eddie Jordan äußerten die Fans auf den Tribünen ihren Unmut. »Jordan go home«, stand auf einem Plakat. Gelb gekleidete Anhänger setzen ihren Star mit der Buchstaben-Kombination »Harald Servus« ins rechte Licht.

Großer Preis bleibt in Hockenheim

Unterdessen wurde offiziell bestätigt, dass der Große Preis von Deutschland bis 2008 auf dem Hockenheimring gefahren wird. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone als Vertreter der Formula One Administration (FOA) und Gustav Schrank, der Vorsitzende der Hockenheim-Ring GmbH, unterzeichneten einen neuen Vertrag über sieben Jahre. Der Vertrag sei »eine wesentliche Voraussetzung für die Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen«, teilte Ring-Sprecher Hartmut Tesseraux mit.

Volker Gundrum und Elmar Dreher

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