HOME

FORMEL 1: Ferrari-Festival in Monza

Beim Ferrari-Solo in Monza war Michael Schumacher nur zweiter Sieger. Der fünfmalige Formel-1-Weltmeister musste beim Großen Preis von Italien seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello den Vortritt lassen.

Beim Ferrari-Solo in Monza war Michael Schumacher nur zweiter Sieger. Der fünfmalige Formel-1-Weltmeister musste beim Großen Preis von Italien seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello den Vortritt lassen. 140.000 Zuschauer gerieten beim Heimspiel der Ferrari im Königlichen Park aus dem Häuschen, als die »Roten« die Konkurrenz mit dem siebten Doppelerfolg in dieser Saison in noch tiefere Depression stürzten und Michael Schumacher mit 128 Saison-Zählern zu einem neuen Punkte-Weltrekord raste.

BMW-»Monstermotor« hat nichts genützt

Auch der neue »Monstermotor« von BMW konnte die »Roten« auf dem Hochgeschwindigkeitskurs nicht aufhalten. Ralf Schumacher musste seinen Williams-BMW schon in der fünften Runde mit Motorschaden abstellen, der Trainingsschnellste Juan Pablo Montoya schied in der 34. Runde mit technischem Defekt aus. Barrichello brachte die ZWei- Stopp-Taktik den dritten Saison-Erfolg, Schumacher steuerte nur ein Mal die Box an - und hatte das Nachsehen. Der Brasilianer darf sich auf die Vize-Weltmeisterschaft freuen.

Irvine auf dem dritten Platz

Den Ausfall der Etablierten nutzte der Brite Eddie Irvine im Jaguar-Cosworth zum dritten Platz. Damit stieg erstmals in dieser Saison ein Pilot, der nicht aus den drei Top-Teams Ferrari, Williams-BMW und McLaren-Mercedes kommt, aufs Treppchen. Kimi Räikkönen musste seinen »Silberpfeil« in der 30. Runde abstellen, David Coulthardt kam über Rang sieben nicht hinaus.

Angeblich 150 Millionen Euro für Schumi geboten

Michael Schumacher hat seinen Wert so hoch getrieben, dass Ferrari ihm laut »Tuttosport« eine zweijährige Vertragsverlängerung mit 150 Millionen Euro schmackhaft machen will. »Wenn du nach 2004 weiter fahren willst, ist Ferrari dein Zuhause, und ich bin der glücklichste Mensch der Welt«, sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo der »Welt am Sonntag«.

In einem heißen Start-Duell setzten sich die beiden Williams-BMW mit Ralf Schumacher, der zwei Plätze gut machte, und Juan Pablo Montoya zunächst an die Spitze. Michael Schumacher fiel vom zweiten Startplatz sogar hinter Barrichello auf Rang vier zurück. Doch die Freude im von BMW-Williams währte nur kurz. Ende der vierten Runde das Aus für Ralf Schumacher mit Motorschaden, kurz danach musste Montoya Barrichello und Michael Schumacher an sich vorbei ziehen lassen. Die »Roten« übernahmen das Zepter und fuhren in einem Katz- und-Maus-Spiel mit der Konkurrenz ihr eigenes Rennen.

Barrichello mit Zwei-Stopp-Strategie

Barrichello war mit leichtem Tank und Zwei-Stopp-Strategie unterwegs. Als er in der 19. Runde zum ersten Mal in die Box fuhr, übernahm Michael Schumacher die Führung. In der 28. Runde steuerte dann Schumacher die Box an, Barrichello war wieder vorne. Der Brasilianer verteidigte den Platz an der Sonne auch, als er in der 38. Runde zum zweiten Mal an die Box musste und beim Herausfahren ganz knapp die Nase vorn behielt. Nach 1:16:19.982 Stunden fuhr Barrichello mit wenigen Metern Vorsprung vor Schumacher als Sieger durchs Ziel.

Rekord: 19.050 Umdrehungen

Im Training hatte noch der »Monster-Motor« von BMW für Gesprächsstoff gesorgt. Mit 19.050 Umdrehungen pro Minute durchbrachen Ralf Schumacher und sein Teamkollege Montoya im Qualifying erstmals die 19.000er-Schallmauer. »Ich glaube, dass wir mit diesem Entwicklungssprung an der Spitze der Triebwerkentwicklung stehen«, sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Montoya stellte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 259,827 km/h einen neuen Rekord auf. Aber im Rennen hielt das alles nicht mehr.

Mit dem Großen Preis von Italien nahm die Formel 1 Abschied von Europa. Die beiden letzten Saisonrennen gehen in Indianapolis und Suzuka über die Bühne.

Wissenscommunity