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FORMEL 1: Pole-Premiere für Schumacher

Zehn Jahre nach seinem ersten Formel-1-Sieg holte der Weltmeister am Samstag seine erste Pole-Position in Spa- Francorchamps.

Passend zur »Jubiläums-Party« hat Michael Schumacher auf seiner Lieblingsstrecke wieder eine Premiere gefeiert. Zehn Jahre nach seinem ersten Formel-1-Sieg holte der Weltmeister am Samstag seine erste Pole-Position in Spa- Francorchamps. Beim Großen Preis von Belgien teilt sich der Ferrari- Star die erste Startreihe mit dem jungen Silberpfeil-Piloten Kimi Räikkönen. »Nachdem ich an diesem Wochenende erfahren habe, dass ich hier noch nie die Pole-Position hatte, war das ein großer Ansporn für mich, es dieses Jahr endlich mal hinzubekommen. Ich war ziemlich zuversichtlich«, sagte Schumacher, »alles hat wunderbar gepasst.«

Der nächste Rekord

Nun hat der fünfmalige Champion wieder einen Rekord im Visier. In Belgien kann er als erster Pilot der Formel 1 den zehnten Saisonsieg schaffen. Der 33-Jährige nimmt in diesem Jahr zum fünften Mal den besten Startplatz ein und geht optimistisch in den Grand Prix: »Ich hoffe, dass ich das, was ich vor zehn Jahren hier begonnen habe, morgen vollenden kann.« Die Pole Position war bisher das einzige gewesen, das Schumacher in seinem »Wohnzimmer« in den Ardennen noch nie gewonnen hatte. Rennsiege hatte er in Spa bereits fünf gefeiert. 1991 hatte er hier sein Formel-1-Debüt gegeben, 1992 erstmals gewonnen.

Auf Anhieb der Schnellste

Der Champion ließ im Qualifikationstraining für den 14. WM-Lauf am Sonntag (14.00 Uhr/live in RTL und Premiere) auf dem 6,963 km langen Kurs keinen Zweifel an seiner Klasse aufkommen. Er war auf Anhieb der Schnellste und hatte mit seiner Bestzeit von 1:43,726 Minuten 0,424 Sekunden Vorsprung auf Räikkönen. Der Brasilianer Rubens Barrichello war im zweiten Ferrari Dritter. »Ferrari ist wie immer eine Klasse für sich«, fand BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger.

Räikkönen in der ersten Reihe

Für den jungen Finnen Räikkönen ist es das erste Mal, dass er einen Grand Prix aus der ersten Reihe beginnt. »Eine tolle Leistung von Kimi«, lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Der McLaren- Mercedes-Pilot hätte womöglich auf der letzten Runde sogar Schumacher übertrumpfen können, wurde auf seiner schnellsten Fahrt aber durch Sand auf der Strecke gebremst. »Natürlich bin ich glücklich über meine beste Platzierung. Aber ich war knapp dran«, so Räikkönen.

BMW-Startreihe

Ralf Schumacher wurde Vierter. Der Williams-BMW-Pilot teilt sich die zweite Startreihe mit Barrichello, seinen Teamkollegen Juan Pablo Montoya ließ er hinter sich. »Es war schwer, die richtige Balance zu finden«, meinte er. Das Abschneiden sei »ganz okay«. Sauber-Pilot Nick Heidfeld musste sich mit Platz 18. und 3,546 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit begnügen. Für den Mönchengladbacher war es das schlechteste Qualifying-Ergebnis der Saison.

Kritik übte Michael Schumacher an einer auf die Strecke gemalte Werbe-Aufschrift. »Wenn es regnet, kann das sehr glatt sein. Ich sehe keinen Grund, warum das sein muss«, meldete der Kerpener Sicherheits- Bedenken an. Die anderen Fahrer seien seiner Meinung. »Man hat uns versprochen, dass die Schrift entfernt wird«, so der 62-malige Grand- Prix-Sieger.

Arrows mal wieder nicht dabei

Unterdessen ist Heinz-Harald Frentzens ehemaliges Team Arrows vorzeitig abgereist. Am Vorabend hatte der hoch verschuldete Rennstall bekannt gegeben, dass er beim belgischen Grand Prix am (morgigen) Sonntag nicht antreten werde. Die Verhandlungen über einen Verkauf des Teams seien noch nicht abgeschlossen, hieß es in einer Mitteilung. Nachdem der Rennstall nun zum dritten Mal nach Magny- Cours und Budapest nicht angetreten ist, reagiert der Internationale Automobilverband (FIA). Die Sportbehörde hat eine schriftliche Stellungnahme von Arrows angefordert, teilte die FIA mit.

Von Andrea Wimmer, dpa

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