HOME

Formel 1: Schumi ist heiß auf Tropen-Sieg

Vor dem Großen Preis von Malaysia lässt Michael Schumacher Ferrari "noch etwas zappeln". Verlängert er seinen Vertrag oder nicht? Klar ist: Der Rekord-Weltmeister will aufs Siegertreppchen.

Michael Schumacher ist wieder richtig gut gelaunt. Sogar die ewig gleichen Fragen nach den Zukunftsplänen beantwortet der Formel-1-Rekordweltmeister mittlerweile mit Humor. "Ich muss Euch noch etwas zappeln lassen", beschied der 37-Jährige den Reportern und lachte herzhaft. Nach der eindrucksvollen Rückkehr zu alter Stärke beim Saison-Auftakt in der Wüste von Sachir wirkt Schumacher wie von einer Zentnerlast befreit. "Dass es so gut läuft, war schon ein bisschen überraschend", sagte der Ferrari-Pilot drei Tage vor dem Großen Preis von Malaysia.

Damit scheint die erste Voraussetzung für die Fortsetzung der einzigartigen Rennsport-Karriere des Weltstars erfüllt. Ferrari ist über den Winter wieder konkurrenzfähig geworden - und Schumacher dementsprechend optimistisch vor dem zweiten Rennen des Jahres in der Tropenhitze von Sepang. Der erste "richtige" Sieg nach der schwachen letzten Saison ist für ihn drin. "Ich bin ein bisschen angestachelt nach dem Bahrain-Rennen", sagte er.

"Wenn es etwas Neues gibt, dann kriege ich das schon hin."

Seine Entscheidung über den Verbleib in der Formel 1 nach seiner 16. Saison hat der Kerpener wohl schon getroffen, doch er will sie zu gegebener Zeit selbst verkünden. "Wir haben gerade erst ein Rennen hinter uns. Ist es nicht legitim, dass man sich den richtigen Zeitpunkt selbst aussucht?", fragte er in die Runde. Der Ferrari- Vertrag des Familienvaters läuft Ende des Jahres aus - einer wie er lässt sich nicht unter Druck setzen: "Wenn es etwas Neues gibt, dann kriege ich das schon hin."

So wie die Wende auf der Strecke. Mit harter Arbeit im Winter ist die Scuderia wieder konkurrenzfähig geworden. "Wir haben ein gutes Auto - im Vergleich zum nächsten Jahr", sagte Schumacher. Bei der Aerodynamik "ganz klar", habe man einiges aufgeholt", beschrieb er die Arbeit. Besser ist auch "das Gesamtpaket zwischen Aerodynamik und Mechanik" geworden. Und "auf dem Reifensektor sei man auch voran gekommen."

"Wir dürfen jetzt nicht schlafen"

Der siebenmalige Weltmeister sieht sein Team deshalb gut gerüstet für den WM-Kampf mit Weltmeister Fernando Alonso im Renault und Vize- Weltmeister Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes. "Wir sind motiviert, da weiterzuarbeiten, wo wir in Bahrain aufgehört haben."

"Wir dürfen jetzt nicht schlafen", forderte Auftaktsieger Alonso bereits von Renault. Nachdem vier Teams beim Auftakt auf die ersten vier Plätze fuhren, weiß Schumacher, dass es im WM-Kampf jetzt auf die weitere Entwicklungsarbeit ankommt.

Cora bangt um Ralf Schumacher

Der Bruder drückt auch Ralf Schumacher die Daumen, der mit Toyota ganz schlecht in die Saison gestartet ist. Im Hause von Ralf wird unterdessen über die Gefahren in der Formel 1 kaum geredet. "Wir versuchen, das Thema, so weit es geht, von uns zu schieben, da es uns nur noch mehr belasten würde. Wenn ich ständig darüber nachdenke, was ihm alles passieren kann, könnte ich mir gleich die Kugel geben", sagte Ralf Schumachers Ehefrau Cora der "Bunten".

Wie Ralf Schumacher, der 2002 in Malaysia zum Sieg fuhr, schöpft auch BMW-Pilot Nick Heidfeld seine Zuversicht aus dem Blick in die Vergangenheit. Im Vorjahr beim Erfolg von Alonso war "Quick Nick" auf Platz drei gerast. Nach seinem Formel-1-Rekord-Einstand könnte die Zukunft Williams-Pilot Nico Rosberg gehören. "Ich bleibe mit beiden Füßen auf dem Boden", versprach der Wiesbadener. Gleich in seinem ersten Grand Prix war der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg die schnellste Rennrunde gefahren. Seitdem ist 20-Jährige der jüngste Fahrer, dem dieses Kunststück gelungen ist. "Das will ich nicht überbewerten", sagte er.

Volker Gundrum/DPA / DPA

Wissenscommunity