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FORMEL 1: Schumi startet in Spielberg von Pole-Position

Bei seinem 150 Grand Prix startet Schumacher erstmals in Spielberg von der Pole-Position. Bruder Ralf wurde Dritter, Silberpfeile schwach.

Jubilar Michael Schumacher hat sich die optimale Ausgangsposition für einen Triumph bei seinem 150. Grand Prix geschaffen. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister startet beim Großen Preis von Österreich erstmals von der Pole-Position und hat damit beste Chancen, durch einen Sieg am Sonntag in Spielberg den einzigen weißen Fleck auf seiner Erfolgs-Landkarte zu tilgen: Auf dem A1-Ring hat der 47-malige Sieger noch nie gewonnen. »Ich kann nicht sagen, dass ich überrascht bin. Das hat sich angedeutet«, kommentierte der Ferrari-Star aus Kerpen seine Bestzeit im Qualifikationstraining am Samstag gelassen. »Es ging allerdings vorne ganz eng zu. Das wird im Rennen spannend.«

Montoya macht Dampf

Auch sein Bruder Ralf war als Dritter trotz der ersten Niederlage gegen Teamkollege Juan-Pablo Montoya hoch zufrieden. »Das ist eine gute Ausgangslage für das Rennen«, sagte der Williams-BMW-Pilot. »Es war ein reibungsloses Qualifying, auch wenn es schöner gewesen wäre, vor Juan-Pablo zu stehen. Für das Team ist das ein tolles Ergebnis.« Grund zum Jubeln hatte auch Nick Heidfeld. Der Mönchengladbacher feierte trotz einer Grippe als Sechster sein bestes Trainingsresultat. »Ich bin überglücklich über meine beste Startposition«, jubelte der Sauber-Petronas-Pilot.

Wo bleiben die Silberpfeile?

Katzenjammer herrschte dagegen bei den bislang im Jagdparadies in der Steiermark so erfolgreichen Silberpfeile. »Das war ohne Umschweife unsere schlechteste Qualifikations-Vorstellung seit Jahr und Tag«, klagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach den Plätzen sieben und acht durch David Coulthard und den ebenfalls Grippe geschwächten Mika Häkkinen. »Team und Fahrer haben nicht das richtige set-up gefunden. Jetzt heißt es, die Scharte wieder auszuwetzen.«

McLaren-Mercedes bleiben gefährlich

Schumacher unterschätzt seine schärfsten Jäger im Titelrennen trotz des großen Abstandes nicht. »Man darf die beiden nicht abschreiben«, warnte er vor einer möglichen Aufholjagd des McLaren- Mercedes-Duos. Vor dem sechsten Saisonlauf am Sonntag führt der 32 Jahre alte Rheinländer die WM-Wertung mit 36 Punkten und acht Zählern Vorsprung vor Coulthard (28) an. Rubens Barrichello (14 Punkte) im zweiten Ferrari, der am Samstag Vierter wurde, und Ralf Schumacher (12) sind schon relativ abgeschlagen. Häkkinen hat erst vier Punkte.

Beinahe-Crash

Für Titelverteidiger Michael Schumacher hätte die Premiere mit der ersten Pole-Position im fünften Anlauf in Österreich beinahe mit einem Horror-Crash geendet. In seiner Auslaufrunde verfehlte ihn der Niederländer Jos Verstappen mit seinem Arrows nach einem Abflug ins Kiesbett nur um Haaresbreite. »Das war kein großes Drama«, spielte Schumacher die Schrecksekunde herunter. »Ich habe Jos gesehen und war vorbereitet. Ich wusste, dass er auf die Piste zurückkommt.« Der Ferrari-Fahrer rettete sich durch einen bewussten Umweg ins Kiesbett.

Auch Frentzen unzufrieden

Zu diesem Zeitpunkt war seine Bestzeit von 1:09,562 Minuten auf dem 4,326 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs bei herrlichem Frühlingswetter nicht mehr gefährdet. Montoya wies 0,124 Sekunden Rückstand auf, Bruder Ralf 0,207. Heidfeld blieb in 1:10,211 Minuten ebenfalls noch auf Schlagdistanz. Der Schotte Coulthard (1:10,331) und Häkkinen (1:10,342) verstanden dagegen die Welt nicht mehr. Jordan-Pilot Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) blies als enttäuschender Elfter und seinem schlechtesten Saisonergebnis ebenfalls Trübsal.

Durch einen beherzten Satz über die Leitplanken hatte sich schon im Vormittagstraining ein stattlicher Rehbock nach einem Irrlauf über die im Wildparadies in der Steiermark gelegene Strecke gerettet. Damit noch nicht genug der Viecherei: »Schumi II« überreichte Niki Lauda ein Äffchen als Retourkutsche. Der dreimalige österreichische Weltmeister hatte nach der Wiedereinführung der Traktionskontrolle gelästert, jetzt »kann doch jeder Affe ein Formel-1-Auto fahren«.

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