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Formel 1: Staatsanwalt zerrt Schumi-Manager vor Gericht

Untreue, vorsätzlicher Bankrott - die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Willi Weber sind schwerwiegend. Der langjährige Formel-1-Manager von Michael und Ralf Schumacher soll mit dubiosen Fanartikel-Geschäften einen Millionenschaden verursacht haben und muss sich deswegen bald vor Gericht verantworten.

Der langjährige Manager der Formel-1-Piloten Michael und Ralf Schumacher, Willi Weber, muss sich wegen dubioser Geschäfte mit Fanartikeln vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft dem Geschäftsmann Untreue, vorsätzlichen Bankrott und einen Verstoß gegen das GmbH-Gesetz vor, wie die Sprecherin der Anklagebehörde, Bettina Vetter, am Mittwoch berichtete. Den entstandenen Schaden bezifferte sie mit 2,1 Millionen Euro. Mitangeklagt sind auch drei Mitarbeiterinnen Webers.

Laut Anklage geht es um die Weber-Firma Pole Position Marketing (PPM), die Lizenzen und Fanartikel vermarktete. Weber sei Gesellschafter und faktischer Geschäftsführer gewesen. Er und die mitangeklagten Frauen hätten die Firma wirtschaftlich ausbluten lassen, um Forderungen des Insolvenzverwalters einer Tochtergesellschaft nicht erfüllen zu müssen. Zwei der Frauen seien früher Geschäftsführerinnen der PPM gewesen, die dritte habe die Nachfolgegesellschaft geleitet. Vetter sagte, die Überschuldung der PPM habe seit April 2002 bestanden. Es sei aber erst am 17. Juni 2004 Insolvenz angemeldet worden.

Für eine Hauptverhandlung vor dem Stuttgarter Landgericht gibt es noch keinen Termin. Im August 2005 hatte das Amtsgericht Stuttgart ein gegen Weber laufendes Strafverfahren wegen Anstiftung zur Falschaussage gegen Zahlung von 50.000 Euro eingestellt.

Weiteres Verfahren vor Koblenzer Landgericht

Wegen dubioser Vorgänge bei einem rheinland-pfälzischen Tochterunternehmen der PPM muss sich Weber ab dem 29. September auch vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Nach den Ermittlungen soll der Rennsportmanager dafür gesorgt haben, dass die vor der Pleite stehende Vertriebsfirma im Herbst 2001 ihren gesamten Bestand an Fanartikeln quasi zum Nulltarif an Webers Stuttgarter PPM verkaufte. Da der Warenbestand der einzige Vermögenswert der Gesellschaft war, drohten alle übrigen Gläubiger leer auszugehen. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden hier auf knapp 1,2 Millionen Euro.

AP / AP

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