Großer Preis von Monaco Ecclestone warnt vor "Krieg"


Die Fronten bei den Machthabenden der Formel 1 verhärten sich. Nach einem Brief von FIA-Präsident Max Mosley geht jetzt Bernie Ecclestone in die Offensive. Mosley solle sich nicht mit ihm anlegen, macht der Brite deutlich. Beim nächsten Rennen in Monaco könnte es zum Showdown kommen.

Bernie Ecclestone hat auf den Brief von FIA- Präsident Max Mosley reagiert und mit deutlichen Worten vor einem Machtkampf in der Formel 1 gewarnt. Er hoffe "aufrichtig, dass es keine Kriegserklärung war", sagte Ecclestone der Londoner Zeitung "The Times". "Sollte das aber die Botschaft gewesen sein, dann werden wir uns zu verteidigen haben", meinte der britische Formel-1-Chef.

Er glaube nicht, dass Mosley, der an diesem Wochenende den Großen Preis von Monaco besuchen und sich damit erstmals nach Bekanntwerden der Sex-Videoaffäre wieder bei einem Formel-1-Rennen zeigen will, dies mit dem Brief habe aussagen wollen. "Ich möchte keine Krieg mit Max haben. Ich hoffe, er will keinen mit mir", sagte Ecclestone der Zeitung.

Mosley hatte in dem Brief, den er an die Präsidenten der FIA-Mitgliedsverbände gerichtet hatte und der eine Woche vor dem Klassiker der Formel 1 durch den Internationalen Automobilverband FIA veröffentlicht worden war, vor seiner möglichen Abwahl am 3. Juni bei der außerordentlichen Generalversammlung in Paris gewarnt. Er ist durch ein Sex-Video, von dem eine britische Boulevardzeitung am 30. März berichtet hatte, heftig in die Kritik geraten.

Mosley, der seine Teilnahme an den Sadomaso-Rollenspielen mit fünf Prostituierten nicht dementiert, wohl aber jegliche Bezüge zum Nationalsozialismus, wie sie die "News of the World" hergestellt hatte, warnte in dem Schreiben vor einem Machtverlust der FIA. Diese befindet sich derzeit in neuen Verhandlungen mit den kommerziellen Rechteinhabern (CVC-Gruppe) und Ecclestone. Es geht um das Sagen in der Formel 1.

Zum einen diskutieren die Geschäftspartner die 100-Jahres-Übereinkunft, die der CVC die Rechte bis 2101 sichert. Im Gegenzug soll die FIA ohne Angabe von Gründen bei einem möglichen Verkauf ihr Veto einlegen können.

Zudem verhandeln CVC, Ecclestone und die FIA über das weiterhin noch ausstehende neue "Concorde Agreement", das unter anderem die Verteilung der Gelder regelt. Laut Mosley würde seine eventuelle Abwahl die Verhandlungen verlangsamen oder erst einmal stoppen. Ecclestone kündigte an, dass man mit der CVC die Adressaten des Mosley-Schreibens kontaktieren werde.

DPA


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