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Michael Schumacher: "Ist mir egal, wer mein Nachfolger wird"

Michael Schumacher macht sich für die Wachablösung bereit. Für den siebenfachen Weltmeister spielt es keine Rolle, wer ihn auf seinem Thron ablöst. Allerdings ist er sich ziemlich sicher, wer das Rennen macht.

"Es ist mir egal, wer mein Nachfolger wird", versicherte der Ferrari-Star vor dem Großen Preis von Brasilien. "Beide hätten den Titel verdient." Allerdings steht für den siebenmaligen Champion fest, dass der souverän führende Fernando Alonso das WM-Rennen macht: "Es ist ziemlich klar, dass Kimi Räikkönen damit leben muss, Zweiter zu werden."

Haushoch tiefgestapelt

Der haushohe Favorit Alonso stapelte zwar bewusst tief: "Noch ist alles möglich." Faktisch rechnet aber auch der Renault-Pilot damit, sein Meisterstück am Sonntag zu machen und mit dann 24 Jahren und 58 Tagen jüngster Champion der Grand-Prix-Geschichte zu werden. Angesichts von 25 Punkten Vorsprung reicht Alonso (111) in Sao Paulo selbst im Fall eines Sieges von Räikkönen (86) ein dritter Rang, um seinen Traum vorzeitig verwirklichen zu können.

"Wir sind in einer guten Position, um einen Podiumsplatz zu kämpfen", sagte der sympathische Spanier in Anspielung auf seine 12 Podestränge in bislang 15 Rennen. "Ich will so intelligent wie möglich fahren und die nötigen Punkte holen, um mein Ziel zu erreichen."

Alonso versus Raikkönen

Kein Wunder, dass Räikkönen die Hoffnung auf ein WM-Wunder aufgegeben hat. "Man muss Realist sein. Ich gehe davon aus, dass es nicht mehr klappt", sagte der McLaren-Mercedes-Mann. Die Entscheidung liege nicht mehr in seiner Hand, selbst wenn er alle Rennen gewinnen würde. "Nur wenn den anderen in allen drei Rennen Schlechtes passieren würde, hätte ich noch eine Chance", sagte der Finne, ohne Alonso namentlich zu erwähnen.

Alonso misst dem so gut wie fest stehenden WM-Gewinn auch deshalb besondere Bedeutung bei, weil er dann gegen den die Formel 1 wie kein anderer beherrschenden Schumacher geglückt ist. "Das ist vergleichbar mit einem Sieg bei der Tour de France, so lange dort Lance Armstrong mitfährt", sagte der Asturier. Der deutsche Seriensieger relativierte diese Ehrung: "Ich war dieses Jahr nicht wirklich konkurrenzfähig."

Und wer gewinnt, das sagt euch gleich das Licht

Schumacher empfindet für keinen der beiden die Saison klar dominierenden Piloten mehr Sympathie. "Mit Fernando spiele ich öfters Fußball. Kimi sehe ich das eine oder andere Mal bei einem Fest", spielte der Rheinländer auf unterschiedliche Vorlieben Alonsos und Räikkönens an. Mitleid mit dem finnischen Pechvogel, den im Endeffekt sieben technische Defekte den Titel kosten werden, hat der Rekord-Weltmeister aus Kerpen nicht: "Das gehört dazu."

Auf die Teams bezogen schlägt Schumachers Herz eindeutig stärker für die Blauen. Schließlich holte er 1994 und 1995 mit Renault- Vorgänger Benetton seine beiden ersten WM-Titel. "Ich gönne es den Jungs, von denen ich noch einige aus meiner Zeit kenne." Zwar sei er früher auch für Mercedes gefahren, aber die Bindung zu seinem ehemaligen Rennstall sei stärker.

Elmar Dreher/DPA / DPA

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