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Nick Heidfeld: "Local Hero" auf dem Ring

Nach Jahren als Nebendarsteller im Formel-1- Zirkus spielt Nick Heidfeld endlich eine Hauptrolle. Spätestens seit seinem zweiten Platz in Monaco ist der BMW-Williams-Pilot beim Rennen am Nürburgring zum "Local Hero" aufgestiegen.

Mehr denn je werden an der Traditionsstrecke in der Eifel die Augen auf den 28-Jährigen gerichtet sein. "Ich empfinde mein Heimrennen nicht als unangenehmen Druck", sagte er vor dem Großen Preis von Europa am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere). "Nirgendwo sehe ich so viele Fans." Natürlich bringe das Heimrennen auch einige zusätzliche PR-Termine mit sich, "aber auch dieses Interesse ist mir willkommen".

Wie die Kerpener Michael und Ralf Schumacher ist der Mönchengladbacher im Einzugsgebiet der Strecke aufgewachsen und hat ebenso wie die Brüder seine Kindheitserinnerungen an den Traditionskurs. "Mein Vater ist mit meinen beiden Brüdern und mit mir oft zum Ring gefahren", erzählt er. Dort habe er Fahrrad fahren gelernt, mit acht Jahren zum ersten Mal im Kart gesessen. In den Anfangsjahren seiner Rennfahrer-Laufbahn fuhr er regelmäßig in verschiedenen Serien auf dem Nürburgring.

Der Schattenmann

Heidfelds Karriere in der Formel 1 fand bisher im Schatten der Schumacher-Brüder statt. Das lag zum einen daran, dass Heidfeld seine bisherigen Formel-1-Jahre jenseits des Rampenlichts bei bestenfalls mittelklassigen Teams wie Prost, Sauber und Jordan verbrachte. Zum anderen ist er keiner, den es in die Öffentlichkeit mit spektakulären Sprüchen drängt oder der durch zu gewagte Aktionen auf der Strecke auf sich aufmerksam macht.

Während Michael Schumacher schon vier Mal und Ralf Schumacher ein Mal in der Eifel triumphierten, ist ein achter Platz das beste Ergebnis in Heidfelds Ring-Bilanz. Die Chancen, dass er in diesem Jahr weiter nach vorn kommt, stehen indes so gut wie nie. Durch seinen Wechsel zu BMW-Williams ist Heidfeld zwar nicht in der Lage, um den Titel mitzufahren. Doch Podiumsplätze sind für ihn drin, wie er mit seinem dritten Rang in Malaysia und nun in Monaco zeigte.

Längst hat er sich bei seinem bayerisch-britischen Team Anerkennung erworben. Während sein australischer Teamkollege Mark Webber von Beginn an unumstritten war, hatte Heidfeld erst in einem Ausscheidungsfahren mit dem Brasilianer Antonio Pizzonia das zweite Cockpit erobert. Vor dem siebten Saisonlauf liegt Heidfeld als WM- Fünfter nur einen Punkt hinter Webber (18 Punkte). In der deutschen Rangliste ist er mit Toyota-Pilot Ralf Schumacher gleichauf, Rekordweltmeister Michael Schumacher hat sogar fünf Zähler weniger.

Claas Hennig und Jens Marx/DPA

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