Qualifying Großer Preis von Frankreich Schumi nur Zweiter


Auf seiner Heimstrecke in Magny-Cours hat Renault-Pilot Fernando Alonso Schumi überraschend die Pole-Position abgeknöpft. Unzufrieden mit den Reifen kündigt der Weltmeister für Sonntag ein "schwieriges Rennen" an.

Renault-Pilot Fernando Alonso hat Michael Schumacher in Magny-Cours die Pole-Position abgeknöpft und damit vor dem Heimrennen der Franzosen einen Freudentaumel in blau-weiß-rot ausgelöst. "Aber ich stehe in der ersten Startreihe und wir sind voll dabei." Alonso freute sich über seine besonders prestigeträchtige dritte Trainingsbestzeit: "Ich hoffe, das Glück steht auch im Rennen auf unserer Seite." Dagegen meinte Michael Schumacher nur süß-sauer: "Es ist nicht so gut wie geplant gelaufen".

"Über Strategie lässt sich einiges machen"

Der sechsmalige Weltmeister, mit bislang sechs Siegen und drei Pole-Positionen in Magny-Cours sehr erfolgreich, hatte sich auf seiner Paradestrecke mehr ausgerechnet. "Wir waren im letzten Sektor nicht konkurrenzfähig", klagte der Ferrari-Pilot und führte dafür Reifen, Strategie und Abstimmung als mögliche Gründe an. Zugleich zeigte sich der WM-Spitzenreiter zuversichtlich, beime igentlichen Rennen am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/RTL und Premiere) die Sache umbiegen und seinen neunten Saisonsieg feiern zu können. "Es wird sicherlich ein schwerer Tag, aber über die Strategie lässt sich einiges machen", meinte Schumacher, der in 1:13,971 Minuten 0,237 Sekunden langsamer als der Spanier war.

Silberpfeile im Aufwind

Mit neuen Wagen scheint es wieder bei den Silberpfeilen wieder bergauf zu gehen. Mit der besten Saisonplatzierung für McLaren-Mercedes deutete David Coulthard als Dritter das Potenzial des neuen Silberpfeils an. "Das ist sehr erfreulich", sagte der Schotte. "Der MP 4-19B ist ein Schritt voran." Indes steht Ralf Schumachers künftiges Team fest, aber sein Manager Willi Weber will frühestens am nächsten Donnerstag den Namen bekannt geben.

"Ein guter Schritt nach vorn und eine schöne Leistung von David", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Wir sind ganz gut dabei und haben jetzt eine bessere Basis." Der Finne Kimi Räikkönen kam im zweiten neuen Silberpfeil auf Rang neun. Zufriedenstellend lief es in dem hart umkämpften Qualifying auch für Williams-BMW: Juan Pablo Montoya (Kolumbien) belegte den sechsten Platz. Marc Gené, der Unfallopfer Ralf Schumacher ersetzt, wurde Achter. "Marc hat eine gute Vorstellung geboten - Kompliment", lobte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen den Spanier. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) erreichte im Jordan-Ford den 17. Platz.

Ralf Schumachers nuer Vertrag perfekt

Ralf Schumachers Zukunft ist indes klar. "Alles ist in trockenen Tüchern", sagte Manager Weber der dpa. "Mit Ralf ist für die nächsten Jahre alles perfekt." Es gilt als sicher, dass Schumacher Williams-BMW nach fünf Jahren verlässt und zu Toyota wechselt. Sein Kontrakt mit den Briten läuft nach dieser Saison aus. Bei dem in Köln ansässigen japanischen Team soll der 29 Jahre alte Kerpener angeblich 50 Millionen Euro für ein Drei-Jahres-Abkommen erhalten.

Wahrscheinlicher Arbeitgeber: Toyota

"Man muss sich um Ralfs Zukunft keine Gedanken machen», erklärte Weber. Der Unfall vor zwei Wochen, bei dem sich Schumacher zwei Brustwirbel gebrochen hatte, habe keinerlei Auswirkungen auf die Verhandlungen gehabt. Dies bedeutet, dass der Vertrag bereits abgeschlossen ist. Beim britischen Grand Prix in Silverstone in der nächsten Woche wird der gewiefte Geschäftsmann verkünden, für welchen Rennstall Schumacher 2005 und in den Folgejahren antreten wird.

Ralf-Comeback noch unklar

Ralf Schumacher könnte übrigens im günstigsten Fall schon Mitte August und damit früher als bislang prognostiziert auf die Rennstrecke zurückkehren. "Ich persönlich rechne mit einem Comeback in Budapest oder Spa", sagte Weber. "Aber die Entscheidung treffen die Ärzte und er." Schumacher-Arzt Johannes M. Peil von der Sportklinik in Bad Nauheim ging von acht bis zwölf Wochen Pause aus.

Vor dem 10. Saisonlauf führt Titelverteidiger Michael Schumacher die WM-Wertung mit 80 Punkten klar vor seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello (62) an. BAR-Honda-Pilot Jenson Button (Großbritannien), der im Einzelzeitfahren Vierter wurde, liegt im Titelrennen als Gesamtdritter (44) schon aussichtslos zurück.


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