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1. Bundesliga: Der FC Schalke besiegt Bayer Leverkusen

Für Bayer Leverkusen war ein Sieg gegen Schalke die letzte Möglichkeit, die theoretische Chance auf die Teilnahme an der Champions League aufrecht zu erhalten. Mit einer zum Teil desolaten Leistung wurde dieses Unterfangen aber aus den eigenen Reihen torpediert - zudem machte Klaas-Jan Huntelaar den Unterschied.

Der FC Schalke 04 hat sich durch einen 2:0-Erfolg gegen Bayer Leverkusen Platz drei in der Tabelle gesichert. Gegen über weite Phasen schwache Gäste reichte den Knappen eine couragierte Leistung, bei der teilweise auch hochkarätige Chancen nicht genutzt wurden. Für Leverkusen ist damit der Kampf um Platz vier in der Tabelle beendet.

Klaas-Jan Huntelaar erzielte in der 18. sowie 86. Minute die Treffer. Für den Niederländer, der beide Tore mit dem Kopf erzielte, waren es die Saisontreffer Nummer 21 und 22. Leverkusen erarbeitete sich kaum Möglichkeiten, scheiterte ansonsten an Timo Hildebrand, der nur bei einem Schuss von Simon Rolfes nach der Pause sein Können wirklich unter Beweis stellen musste.

Keine Wechsel auf beiden Seiten

Bayer Leverkusen konnte in den letzten fünf Spielen beim FC Schalke auf eine durchaus gute Bilanz zurückblicken. Elf Punkte bei keiner Niederlage hatte die Werkself mit nach Hause gebracht. Und im Hinblick auf die Qualifikation für die Champions League war ein Sieg Pflicht. Im Vergleich zur Niederlage gegen Gladbach nahm Trainer Robin Dutt keine Veränderungen vor.

Für Schalke ging es nach der Niederlage von Gladbach gegen Hoffenheim nicht nur um die Absicherung des vierten Platzes - bei einem Erfolg gegen Leverkusen würde der Vorsprung auf Bayer auf 13 Zähler anwachsen. Denn Platz drei stand bei einem Sieg in Aussicht. Auch Coach Huub Stevens nahm keine Änderungen vor.

Schiedsrichter Deniz Aytekin pfiff das Spitzenspiel in der Veltins Arena pünktlich an und musste sein Arbeitsgerät gleich mehrere Male bemühen, da beide Teams aggressiv zu Werke gingen und einfache Zweikämpfe sowie Platz zum Agieren zur Mangelware deklarierten. Die Gäste, die zuletzt zwei Niederlagen am Stück kassiert hatten, machten dabei einen guten Eindruck und sorgten dann für erste spielerische Highlights.

Huntelaar trifft zum 1:0

In einem offensiv geführten Spiel gehörte dann den Gastgebern nicht nur die erste Chance, sie erzielten auch den ersten Treffer. Nachdem Lewis Holtby (10.) und Jermaine Jones (12.) noch verpasst hatten, traf Huntelaar nach schönem Zusammenspiel zwischen Julian Draxler und Christian Fuchs per Kopf zur Führung (18.).

Leverkusen stand nun mächtig unter Druck und Schalke hatte die Partie eindeutig im Griff. Zu allem Überfluss verletzte sich bei Bayer Rechtsverteidiger Danny de Costa, Dutt brachte Eren Derdiyok. Dem Spiel der Gäste half dies nichts, wobei Schalke es verpasste, aus der Überlegenheit wirklich gute Chancen zu kreieren und den Gästen einen weiteren Nackenschlag zu verpassen.

Leverkusen zeigte sich teilweise komplett orientierungslos im eigenen Strafraum, die Konter nach einem Ballgewinn endeten zudem spätestens an der Mittellinie. Trotzdem ging es – auch nach einem irregulären Tor von Huntelaar – nur mit einer knappen 1:0-Führung für die Knappen in die Kabine. Schalke musste sich dabei vorwerfen lassen, die Schwäche des Gegners nicht konsequent genug genutzt zu haben.

Rolfes scheitert an Hildebrand

Und das hätte sich bei einem Schlenzer von Simon Rolfes kurz nach Beginn der zweiten Hälfte fast gerächt, Timo Hildebrand verhinderte den Ausgleich jedoch per Glanzparade (47.). Leverkusen wirkte nun wacher, hatte aber auch Glück, dass Bernd Leno eine verunglückte Flanke von Farfan über die Latte lenkte (53.). So beeindruckend die Gäste begonnen hatten, so schnell schien diese Phase wieder vorbei.

Zwar litt das Spiel auch unter der schlechten Qualität des Rasens, Bayer brachte es aber auch nicht fertig, geordnete Angriffe zu fahren. So blieb Schalke überlegen, das erlösende zweite Tor wollte aber nicht fallen. Raúl scheiterte gleich doppelt an Leno (63./ 66.), der auch bei einem Schuss von Huntelaar zur Stelle war (66.). Castro zielte auf der Gegenseite zu hoch (73.).

Leverkusen blieb noch eine Viertelstunde, um den Abstand auf Platz vier zu verkürzen, zu Chancen kamen die Gäste allerdings nicht mehr. Schalke spielte seinen Stiefel souverän herunter und kam nach Flanke von Chinedu Obasi und einem erneuten Kopfball von Huntelaar noch zum 2:0 (86.). Damit ist Platz vier wohl sicher in der Tasche. Wichtiger war aber wohl der Sprung auf Platz drei, den es nun aus eigener Kraft zu verteidigen gilt.

Gunnar Beuth

sportal.de / sportal

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