VG-Wort Pixel

1. Bundesliga Gladbach und Leverkusen trennen sich 2 -2

Nachdem Gladbach trotz vieler vergebener Chancen einen Rückstand gedreht und die in Unterzahl agierenden Leverkusener immer weiter in die eigene Hälfte gedrängt hatte, sprach eigentlich nichts mehr für einen Punktgewinn der Werkself. Doch dann kam André Schürrle und bestrafte die Abschlussschwäche der Fohlen.

Borussia Mönchengladbach muss das 2:2 gegen Bayer Leverkusen eigentlich als zwei verlorene Punkte verbuchen, während die Werkself froh sein darf, im Borussia-Park nicht abgeschossen worden zu sein.

Denn nachdem sich die Hausherren vom 0:1 durch Stefan Reinartz erholt hatten, drehten sie auf und kamen zu dicken Möglichkeiten. Allerdings ließ ihre Chancenverwertung wie zuletzt auch deutlich zu wünschen übrig. Die spielbestimmenden Fohlen vergaben reihenweise gute Möglichkeiten. Marco Reus verwertete erst seinen vierten Versuch zum hochverdienten 1:1 (65.). Nachdem Gonzalo Castro wegen Schiedsrichterbeleidigung des Feldes verwiesen worden war, erhöhte Patrick Herrmann dann auf 2:1 (72.).

Der Sieg schien zum Greifen nahe, bis André Schürrle (87.) mit einem Sonntagsschuss tatsächlich der langersehnte erste Bundesliga-Treffer für Bayer und der Ausgleich gelangen. In der Nachspielzeit hätte Reus zwar noch den Dreier unter Dach und Fach bringen können, scheiterte allerdings erneut an Bayer-Keeper Bernd Leno. Während sich Borussia Mönchengladbach trotz der zwei verlorenen Punkte auf den zweiten Tabellenplatz verbessern konnte, bleibt Leverkusen auf Rang acht.

Führung wirft Gladbacher Konzept über den Haufen

Die Taktik, Bayer Leverkusen weitgehend die Spielgestaltung zu überlassen und selbst aus einer kompakten Defensive heraus auf Konterchancen zu lauern, ging für Borussia Mönchengladbach zunächst nicht auf. Zwar sorgte man für zwei Bayer-Schrecksekunden - als sich Bernd Leno nach einer Rettungstat gegen Marco Reus behandeln lassen musste, dann, als der Keeper einen Flachschuss von Reus, der sich gegen Michal Kadlec und Daniel Schwaab, der für den kranken Ömer Toprak ins Spiel gekommen war, durchgesetzt hatte, entschärfte. Doch hinten fing man sich ein schnelles Gegentor.

Bayer kontrollierte die Partie zwar, hatte aber aus dem Spiel heraus Probleme, zu Chancen zu kommen und kamen erst nach einem ruhenden Ball – dank schlechter Zuordnung der Fohlen-Defensive – zum Führungstreffer. Der unbedrängte Michael Ballack konnte in der Mitte einen Eckball genau zu dem am zweiten Pfosten lauernden Reinartz verlängern, der zum 1:0 vollendete (20.). Da Bayer die Spielkontrolle in der Folge aber nicht in weitere Chancen ummünzen konnte, bekamen die Gladbacher Gelegenheit, zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff ins Spiel zu kommen.

Dank einer starken Schlussphase wäre sogar den Ausgleich redlich verdient gewesen. Doch das Manko bei den Borussen war erneut die Chancenverwertung. Ein Schuss von Hanke aus halblinker Position knallte an die Querlatte und Reus verfehlte aus zehn Metern knapp das Tor. Ein weiterer Versuch des Neu-Nationalspielers nach Zuspiel von Juan Arango landete in den Armen von Leno, der kurz vor dem Halbzeitpfiff einen Schuss von Patrick Hermann von der Strafraumgrenze nur abklatschen konnte, Reinartz rettete jedoch von dem einschussbereiten Hanke.

Dramatische zweite Hälfte

Auch im zweiten Durchgang knüpfte Gladbach an diesen Sturmlauf an, diktierte Tempo, Spielgeschehen und brachte den Defensivverbund der Gäste gehörig ins Wackeln. Doch das Abschlusspech blieb ihnen zunächst treu. Nach einem schönen Dribbling scheiterte Reus erneut an Leno, dann schoss Hanke aus halblinker Position knapp am Tor vorbei. Bayer konnte sich aus der Umklammerung der Hausherren nicht mehr befreien.

Auch, dass Robin Dutt Michael Ballack durch Simon Rolfes ersetzte, hatte keinerlei positiven Effekt. Stattdessen drehte Gladbach binnen sieben Minuten das Spiel. Erst legte Reus den Ball an Leno vorbei und verwertete seinen mittlerweile vierten Versuch zum hochverdienten 1:1-Ausgleich (65.), und nachdem Bayers Gonzalo Castro offenbar nach Schiedsrichterbeleidigung vom Platz geflogen war, glückte Herrmann auch noch das 2:1 (72.). Nach einem Steilpass von Arango hatte Schwaab das Abseits aufgelöst, so dass der Gladbacher durchstarten und Leno per Lupfer überwinden konnte.

Aus dem Nichts kam dann aber zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit Schürrle nach Zuspiel von Michal Kadlec an den Ball, zog nach innen und hielt von kurz vor der Strafraumgrenze aus der Drehung einfach drauf. Der bis dahin kaum ernsthaft geprüfte Marc-André ter Stegen war ohne Abwehrchance. Gladbach hätte in der Nachspielzeit doch noch den eigentlich verdienten Dreier einfahren können. Doch Reus vergab eine weitere Großchance, als er nach Kopfballablage von Mike Hanke voll darauf hielt, aber Leno im Gesicht traf.

Malte Asmus

sportal.de sportal

Mehr zum Thema

Newsticker