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1. Bundesliga: Hertha unterliegt Schalke 04 mit 1 -2

Die Mannschaft von Huub Stevens spielt extrem defensiv und äußerst erfolgreich. In Berlin standen die Schalker kompakt und schlugen durch Huntelaar und Pukki zwei Mal zu. Hertha fehlte es nicht an Ballbesitz, sondern an Ideen. Huub Stevens war trotz spielerisch bescheidender Leistung seines Teams zufrieden.

Klaas-Jan Huntelaar (19.) und der Finne Teemo Pukki (43.) sicherten Schalke 04 den vierten Auswärtssieg der Saison. Vor 52.382 Zuschauern im Olympiastadion schaffte der Aufsteiger durch Adrian Ramos (25.) den Ausgleich. Nach dem fünften sieglosen Spiel in Serie muss die Hertha aufpassen, in der Tabelle nicht noch weiter abzurutschen. Schalke ist zumindest vorrübergehend Tabellenzweiter.

Ebert sollte für Druck sorgen - Höwedes wieder dabei

Bei den Gästen fehlte weiterhin der verletzte Jefferson Farfan, dafür standen Benedikt Höwedes sowie Jermaine Jones und Kyriakos Papadopoulos (nach Sperren) wieder zur Verfügung. Für diese drei rückten Christoph Moritz, Marco Höger und Christoph Metzelder auf die Bank. Beim Gastgeber fehlte Maik Franz (Kreuzbandriss), Andre Mijatovic kam für den Innenverteidiger. Außerdem spielte Patrick Ebert anstelle von Nikita Rukavytsya.

Die Hertha hatte zu Beginn mehr vom Spiel. Die Hauptstädter gewannen die Mehrzahl an Zweikämpfen, hatten mehr Ballbesitz, aber das stört Huub Stevens Schalker in dieser Spielzeit selten. In typischer Manier standen die Gelsenkirchener tief und nutzten einen Ballverlust der Gastgeber im Mitttelfeld, um in Führung zu gehen. Lewis Holtby hatte Chrisitan Fuchs auf Linksaußen eingesetzt, dessen Flanke fälschte Roman Hubnik ab, das Spielgerät landete ungewollt bei Klaas Jan Huntelaar, dem man im Strafraum keine Chance lassen darf. Er schoss aus neun Metern zum 1:0 (19.) ein.

Ramos setzt sich durch 

Nachdem Teemu Pukki die zweite Schalker Chance vergab, brachte eine Standardsituation den Ausgleich für die Hertha. Raffael hatte einen Eckball auf den kurzen Pfosten geschlagen, wo sich Adrian Ramos gegen Kyriakos Papadopoulos und Benedikt Höwedes durchsetzte und zum 1:1 einköpfen konnte (25.). Schalke schien die Partie nach der Führung gerade in den Griff bekommen zu haben, da fiel der Ausgleichstreffer. Die Berliner bekamen nun wieder Oberwasser und blieben bei vereinzelten hohen Bällen gefährlich.

So hatten die Gäste Glück, dass Hubnik eine Möglichkeit nach einem verunglückten Ramos-Kopfballversuch nicht nutzen konnte (31.). Auch in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit war die Hertha spielbestimmend, doch Schalke überraschte die Berliner erneut. Teemu Pukki nahm einen Pass von Raul an der Sechzehnerlinie an und schoss den Ball rechts oben unter die Latte (44.). Es blieb bei der 2:1-Pausenführung für Schalke.

Stevens setzt auf Konterfußball 

Stevens Schalker standen in einem 4-3-1-2-System tief in der eigenen Hälfte, versuchten durch schnell ausgespielte Konter oder lange Bälle auf Pukki und Huntelaar zum Erfolg zu kommen. Hertha hatte Vorteile auf den Außenpositionen und in Puncto Ballbesitz, die kompakte Zentrale der Schalker konnten sie aber nur selten in Gefahr bringen. In der zweiten Hälfte präsentierten sich die Berliner weiter spielbestimmend und bissig. Auch die Anfälligkeit bei hohen Bällen blieb eine Schalker Schwäche.

Dass Huntelaar nicht jede Chance nutzt, die sich ihm im Sechzehner bietet, zeigte er nach einem langen Ball von Christian Fuchs. Allerdings hielt Thomas Kraft den Flachschuss aus fünf Metern auch grandios (59.). Schalkes Defensive wurde mit fortlaufender Spieldauer immer kompakter, das Arbeiten gegen den Ball funktionierte bei den Knappen bestens und Hertha fiel nur noch wenig ein, um die um Christoph Moritz (Holtby musste angeschlagen raus) verstärkte Defensive zu knacken.

Jurado vergibt größte Chance

Schalke hatte die letzte Möglichkeit der Partie. Nach einer zielgenauen Hereingabe von Fuchs konnte Jose Manuel Jurado einen Ball aus sechs Metern nicht im Tor unterbringen. Schalke gewann mit 2:1, weil sie es verstanden durch eine kompakte Spielweise und hohe Laufleistung wenig Kreativität bei der Hertha aufkommen zu lassen.

Die Berliner waren meist nur durch hohe Bälle gefährlich. Schalke verpasste es, frühzeitig die Entscheidung zu erzielen. Letztendlich ging der Sieg trotz des Mehr an Ballbesitz bei der Hertha in Ordnung. Die Schalker bleiben mit ihrer defensiven Spielweise äußerst erfolgreich.

Michel Massing 

sportal.de / sportal

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