HOME

1. Bundesliga: Rehhagel neuer Trainer bei Hertha BSC

Otto Rehhagel geht nach Berlin. Nein, der Griechenland-Experte wird nicht neuer Bundespräsident, sondern soll die angeschlagene Hertha vor dem Abstieg retten. Trotz seiner mittlerweile 73-Jahre, den Rekord für den ältesten Bundesliga-Trainer aller Zeiten hält aber ein anderer.

Nachdem sich Sportdirektor Michael Preetz mit dem jungen Markus Babbel überworfen und es mit dem mittelalterlichen Michael Skibbe sportlich überhaupt nicht funktioniert hatte, kann nach Meinung der Hertha-Verantwortlichen offenbar nur noch ein ganz alter Hase den Karren bei den Berlinern aus dem Dreck ziehen – Otto Rehhagel.

Selbst hatte er sich immer als Kind der Bundesliga bezeichnet. Nachdem er vor zwölf Jahren beim 1. FC Kaiserslautern entlassen worden war, Griechenland zum Europameister machte und sich dann vor zwei Jahren in den Ruhestand verabschiedete, kehrt Rehhagel laut übereinstimmenden Berichten diverser Medien nun als Opa der Bundesliga völlig überraschend zurück in den bezahlten Fußball.

Rehhagel erhält bei Hertha Vertrag bis Saisonende

Der 73-Jährige erhält einen Vertrag bis Saisonende, der laut diversen Medienberichten mit angeblich rund 130.000 Euro pro Monat sowie einer möglichen Nichtabstiegsprämie entlohnt wird. Außerdem erhält Rehhagel die zugegeben nur theoretische Chance, sich den erst vor wenigen Wochen an Jupp Heynckes verlorenen Rekord für die meisten Bundesliga-Siege als Spieler und Trainer wiederzuholen. Mit kombiniert 454 Erfolgen liegt Rehhagel in der ewigen Bestenliste derzeit drei Siege hinter Heynckes zurück.

Tatsächlich vorbeiziehen könnte er aber nur, wenn die Hertha einen sensationellen Endspurt hinlegen könnte und die Bayern komplett einbrächen. Auch den Rekord für den ältesten Bundesliga-Trainer aller Zeiten dürfte er nicht mehr aufstellen können. Den hält nach wie vor Fritz Langner, der 1980 im Alter von 77 Jahren Wolfgang Weber bei Werder Bremen ersetzt hatte, den Abstieg aber nicht verhindern konnte. Auf Platz zwei liegt, ebenfalls bei Werder in Amt und Würden, der 74-jährige Fred Schulz.

Rehhagel einst bei Herthas Bundesliga-Premiere dabei

In der Partie gegen Borussia Dortmund wird allerdings noch das Berliner Interimsgespann René Tretschok und Ante Covic die Mannschaft betreuen. Rehhagel wird als Tribünengast im Stadion erwartet, um sich ein Bild seiner neuen Mannschaft machen zu können.

Als Trainer arbeitete Rehhagel zuletzt in Griechenland. 2004 hatte er die Hellenen sensationell und mit eigenwilliger Taktik bei der EM in Portugal zum Titel geführt. Seinen zuvor letzten Trainerposten in der Bundesliga hatte der gebürtige Essener beim 1. FC Kaiserslautern inne. Vor rund zwölf Jahren verabschiedete er sich aber aus dem Oberhaus.

Für Rehhagel schließt sich mit dem Trainerjob in Berlin ein besonderer Kreis. Als Profi spielte selbst bereits von 1963 bis 1966 für die Hertha und gehörte auch zu dem Team, das die erste Bundesliga-Partie für den Berliner Club bestritt. Gegen Dortmund tritt die Hertha zum 1000. Bundesligamatch an.

sportal.de / sportal

Wissenscommunity