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1. FC Köln: Mit Meier soll der Aufschwung kommen

Er soll die Krise beim 1. FC Köln meistern: Michael Meier ist neuer Manager beim rheinischen Club. Das Risiko seines neuen Jobs ist ihm bewusst - Meiers Vertrag gilt auch für die Zweite Liga.

Michael Meier übernimmt die schwere Aufgabe als Krisen-Bewältiger beim 1. FC Köln. "Emotional war es für mich keine Frage, dass ich Ja sage. Ich fühle mich hier zu Hause", sagte der 56- Jährige bei seiner Vorstellung am Mittwoch. Er ist bei dem vom vierten Abstieg bedrohten Fußball-Bundesligisten Nachfolger des am Samstag zurückgetretenen Managers Andreas Rettig. Meier unterzeichnete einen Vierjahresvertrag und ist sich dabei einer großen Gefahr bewusst: "Ich weiß, dass es bedeuten kann, dass Michael Meier in der zweiten Liga arbeiten muss."

"Ich werde die Ärmel hochkrempeln bis zum Gehtnichtmehr", kündigte Meier harte Arbeit an. Zusammen mit Vereinspräsident Wolfgang Overath muss er schnellstmöglich einen neuen Chefcoach an das Geißbock-Heim holen, denn spätestens am 2. Januar beginnt mit der Wiederaufnahme des Trainings der FC-Überlebenskampf in der Elite-Liga. Mit einer Aussage zu einem Nachfolger des am Sonntag beim Tabellen-16. beurlaubten Uwe Rapolder hielt sich Meier zurück: "Ich bitte um Verständnis dafür, dass wir nicht jeden Tag Wasserstandsmeldungen geben können, wie der neue Trainer aussehen wird." Man wolle das so schnell wie möglich schaffen, kündigte FC-Chef Overath an.

Meier als erste Wahl

Overath hatte schon am Sonntag telefonisch Kontakt mit Meier aufgenommen und führte am Montag zusammen mit seinen Vorstandskollegen "über fünf, sechs Stunden ein Gespräch mit Michael Meier". Die Entscheidung fiel dann am Dienstagabend. Overath: "Die erste Wahl, die wir hatten und die wir favorisiert haben, war Michael Meier." Der neue Manager sagte im Blitzlicht-Gewitter der Fotografen und vor einem halben Dutzend TV-Kameras, er freue sich, "wieder zurück in meiner zweiten Heimatstadt zu sein". Dabei will er langen Atem beweisen: "Ich bin kein Kurzstreckenläufer."

Meier will die neue Aufgabe an alter Wirkungsstätte mit viel Mut angehen: "Ich gehe sehr optimistisch und positiv in diese Situation." Er sei jetzt wieder im alten Revier, "mit dem FC verbindet mich unheimlich viel." Der Mannschaft um Nationalstürmer Lukas Podolski traut er zu, es zu schaffen: "Vom Spieler-Potenzial her müsste der FC in der Lage sein, in der Bundesliga zu bleiben." Dass ihm die Kölner Clubführung trotz der finanziellen Schieflage, die er und der damalige Dortmunder Vereinschef Gerd Niebaum beim Liga-Konkurrenten BVB hinterlassen haben, das Vertrauen schenkt, ordnet Meier als "überaus positiv" ein: "Mein Image im Zusammenhang mit den Dortmunder Zahlen ist nicht objektiv gezeichnet worden", sagte Meier.

Meier ist mit Köln vertraut

Er ist mit den Verhältnissen in Köln vertraut wie wenige. Schon von 1981 bis 1987 war Meier als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim ersten Bundesliga-Titelträger tätig. Danach wurde der Volks- und Betriebswirtschaftler für zwei Jahre Leiter der Fußball-Abteilung bei Bayer Leverkusen.

1989 wechselte Meier zu Borussia Dortmund, wo er 16 Jahre lang in Top-Positionen Verantwortung trug. Als Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA war er gemeinsam mit Niebaum allerdings auch verantwortlich für die Existenz bedrohende Finanzkrise der Dortmunder und schied am 30. Juni 2005 aus. Meier ist Vorstandsmitglied des Ligaverbandes und gehört dem Aufsichtsrat der Deutschen Fußball Liga (DFL) an. In seiner Zeit beim BVB gewann der Club zwei deutsche Meisterschaften sowie 1997 die Champions League und den Weltpokal.

DPA / DPA

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