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2. Bundesliga: Ungeschlagene Fortuna gewinnt Topspiel in Hamburg

Trotz 0:1-Rückstand hat Fortuna Düsseldorf seine Serie auch in Hamburg fortgesetzt und ist in nunmehr 19 Spielen ungeschlagen. Zwei Treffer von Andreas "Lumpi" Lambertz, drei Pfostentreffer und eine Rote Karte unterhielten die Fans in einem packenden Topspiel am Millerntor.

In einer bravourösen zweiten Halbzeit am Hamburger Millerntor hat Fortuna Düsseldorf ein 3:1 beim FC St. Pauli erkämpft. Beide Teams zeigten ein packendes Topspiel, in dem sich die Gäste letztlich verdient durchsetzten und seit 19 Spielen unbesiegt bleiben.

Max Kruse hatte unter Mithilfe von Fortuna-Keeper Michael Ratajczak nach einer Viertelstunde St. Pauli in Führung geschossen, aber direkt vor der Pause kam Düsseldorf durch ein Traumtor von Andreas Lambertz zum Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel ging es zur Sache, mit zwei weiteren Gästetoren durch Lambertz und Maximilian Beister, einer Gelb-Roten Karte gegen Markus Thorandt und vier Gebälk-Treffern.

Andre Schubert brachte überraschend Petar Sliskovic im Sturm für den offenbar doch noch nicht ganz genesenen Marius Ebbers. Außerdem bekam Florian Bruns rechts den Vorzug vor Kevin Schindler. Norbert Meier änderte sein Team nur auf einer Position und bot gegenüber dem 1:1 in Braunschweig Adam Bodzek für Sascha Dum in einer etwas defensiveren Grundordnung auf.

Erste Spielhälfte noch verhalten

Das Spiel hielt in der ersten Hälfte in Sachen Spielkultur nicht alles, was die Tabellensituation versprach, ohne aber ein wirklich schlechtes Match zu sein. Grund für die eher seltenen Torraumszenen war vor allem die sehr stabile Defensivleistung der Gäste, die nicht ohne Grund nur durch einen Torwartfehler bezwungen werden konnten. Mit einer guten Spielverlagerung auf die linke Seite hatte St. Pauli das Geschehen geöffnet, Sebastian Schachten bediente Fin Bartels, dessen Hackentrick den entscheidenden Raum für Max Kruse eröffnete.

Der schoss sofort, und das mit starker Technik. Dennoch kam der Ball genau auf Michael Ratajczak zugeflogen, was den Keeper zu der fatalen Entscheidung veranlasst haben mag, das Leder fangen zu wollen. Dafür war Kruses Geschoss dann aber doch zu scharf, und der Ball prallte von Ratajczaks hilflosen Handschuhen ins eigene Netz. Auf der anderen Seite schien St. Pauli zwar ein klein wenig anfälliger, wurde aber vor der Pause nur durch eine Einzelleistung bezwungen.

Diese war jedoch wunderschön und ein Tor auf jeden Fall wert. Von der linken Seitenauslinie in Höhe der Mittellinie kommend, zog Lambertz an drei St. Paulianern vorbei Richtung Strafraum. Markus Thorandt und Bartels konnten ihn nicht stoppen, und dann war Carsten Rothenbach zu langsam. Das nahm Lambertz zum Anlass, aus knapp 20 Metern abzuziehen. Wie ein Strich schnellte der Ball in den linken Winkel und ließ dabei Philipp Tschauner weitaus weniger Chancen als zuvor seinem Gegenüber.

Zweite Hälfte mitreißend

Damit stand es unmittelbar vor der Halbzeit 1:1. Die zweite Spielhälfte hielt dann jedoch alles, was ein Fernsehabend verspricht - sehr zum Leidwesen der St. Pauli-Fans, die ihrem Unmut über die fanunfreundliche Ansetzung am Montag erneut auf zahlreichen Transparenten Ausdruck verliehen.

So richtig zur Sache ging es vor allem ab der 55. Minute. Ein von Sascha Rösler eigentlich eher verunglückt in die Mitte gepasster Freistoß fand Tobias Levels, dessen Außenristschuss aus dem Rückraum das Hamburger Tor noch knapp verfehlte. Zwei Minuten später traf Schachten auf der Gegenseite den linken Pfosten. Die hoch postierte Viererkette wurde St. Pauli dann in der 57. Minute zum Verhängnis, als Rösler einen Ball schön über die Abwehr hob, in den Lambertz hineinsprintete. Der zu langsam reagierende Schachten konnte nur von hinten sehen, wie Lumpi den Ball mit der Brust annahm, bevor er durch die Beine von Tschauner den Führungstreffer markierte.

Acht Minuten später gab es für den nur ausgeliehenen HSVer Maximilian Beister die große Chance zur Vorentscheidung, als er einen Konter nach Doppelpass mit Rösler durch einen Schuss frei vor Tschauner abschloss, der vom Keeper jedoch stark pariert wurde. St. Pauli hatte hier noch einmal Glück gehabt, was man in der nächsten Szene nicht sagen konnte. Da zeigte Schiedsrichter Günter Perl Markus Thorandt Gelb-Rot, nachdem der den Ellenbogen gegen Beister eingesetzt hatte.

Volle Offensive nicht belohnt

Schubert riskierte alles, hatte bereits Rouwen Hennings und Mahir Saglik für Bruns und Dennis Daube gebracht. Das, kombiniert mit der Unterzahl, eröffnete der Fortuna nun natürlich eine Konterchance nach der anderen. Mit numerischer Unterlegenheit hatte die Entstehung des 1:3 allerdings nichts zu tun. Nach Ablage von Thomas Bröker umkurvte Beister rechts gleich drei Hamburger, erst Ralph Gunesch, dann auch noch Schachten und Rothenbach, und schob dann gegen die Laufrichtung von Tschauner zur Entscheidung ein.

Entscheidung? Zwei Minuten später traf wiederum Beister mit einem Heber über Tschauner hinweg die Querlatte. Das hätte sich rächen können, denn St. Pauli kämpfte bravourös und kam durch einen Kopfball des eingewechselten Schindler nach Flanke von Hennings zu einem Pfostentreffer. Fabian Boll setzte sogar noch einen Schuss an die Unterkante der Latte, der dann vor der Torlinie aufkam und zurück ins Feld sprang. Unmittelbar zuvor hatte allerdings auch Rösler für Düsseldorf den Pfosten getroffen.

So hatten die Fans ein wirklich packendes Spitzenspiel gesehen, in dem die weiter ungeschlagene Fortuna sich wie ein Aufstiegskandidat präsentierte. St. Pauli darf weiterhin nicht abgeschrieben werden, hat aber jetzt schon drei Saisonspiele verloren. Im kommenden Heimspiel gegen den FSV Frankfurt können die Hamburger aber in die Erfolgsspur zurückkehren, während die Fortuna Hansa Rostock empfängt.

Daniel Raecke

sportal.de / sportal

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