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Skandalöse Figur Spielzeughersteller macht aus Schweini einen Nazi-Soldaten


Eine Spielzeug-Firma aus Hongkong vertreibt im Netz eine Nazi-Puppe. Ihre Bezeichnung lautet "Bastian" und sie ist Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger wie aus dem Gesicht geschnitten. Ein Skandal. Nur ein Zufall, meint der Hersteller.

Was soll das denn bitte! Der Spielzeughersteller "DiD" aus Hongkong vertreibt über das Internet einen 30 Zentimeter großen und zwei Kilogramm schweren Spielzeug-Soldaten in einer eindeutig an die historische Wehrmachts-Uniform angelehnten Montur mit Hakenkreuz, Stahlhelm und Dolch. Beim Anblick der Puppe im Maßstab 1:6, fällt eines sofort auf: Das Gesicht hat sehr große Ähnlichkeit mit Nationalmannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger, der jetzt für Manchester United spielt.

Hinzu kommt: Die Puppe trägt den Namen "Bastian". Sie kann übers Internet für rund 108 Euro vorbestellt werden, in Europa soll die Figur über einen holländischen Partner vertrieben werden. Dargestellt wird ein Angehöriger der Wehrmachts-Versorgung, einen sogenannten Küchenbullen, so der Händler in seiner Beschreibung. Die Firma DiD bietet neben der Nazi-Figur "Bastian" noch weitere Mini-Soldaten aus den Weltkriegen, Stalin-Figuren und James-Bond-Nachbildungen an.

Was sagt der Hersteller?

Eine Nazi-Puppe, die die Bezeichnung Bastian trägt, und auch noch erhebliche Ähnlichkeit mit Bastian Schweinsteiger hat – kann das Zufall sein? Der Direktor von DiD Corporation, Patrick Chan, sagte der "Bild-Zeitung": "Die Figur basiert auf dem typischen Deutschen. Wir glauben, dass alle Deutschen so aussehen." Außerdem sei "Bastian" ein häufiger Name in Deutschland.

Laut "Bild" sieht Medien-Anwalt Ulrich Amelung in der Darstellung eine "klare Verletzung von Schweinsteigers Persönlichkeitsrechten": "Jeder Mensch hat das Recht am eigenen Bild. Die Darstellung als Hakenkreuz tragenden Wehrmachtssoldat stellt ferner eine grobe Verunglimpfung dar. In vergleichbaren Fällen wurden fünf- bis sechsstellige Beträge gezahlt", so Ameling weiter.

Bastian Schweinsteiger selbst hat sich auf Nachfrage noch nicht zu der Figur geäußert. Sein Management bestätigte "Sport1" aber, dass der ManU-Spieler bereits erste juristische Schritte gegen den Verkauf eingeleitet hat.

hev

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