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Bayern-Manager Uli Hoeneß: Keine 30 Millionen für Gomez

Keine Chance für Hoffenheim, Seitenhieb für Franz Beckenbauer, Klartext zu Lukas Podolski, Mario Gomez und Jürgen Klinsmann - Uli Hoeneß präsentiert sich bereits zu Jahresbeginn in absoluter verbaler Hochform.

Amtsmüde ist der 57-jährige Hoeneß noch lange nicht, auch wenn er Ende 2009 nach 30 Jahren als Manager des FC Bayern München abtreten will und dafür Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender werden möchte. "Ich bin am 31. Dezember nicht weg", erklärte Hoeneß am Mittwoch in Dubai im "Palace"-Hotel und kündigte eine ganz andere Amtsführung als Beckenbauer an, der sich beim deutschen Fußball-Meister seit Jahren nicht mehr ins Tagesgeschäft einmischt. "Ich werde sehr, sehr aktiv für diesen Verein weiterarbeiten. Man kann als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender so arbeiten oder so - und ich werde so arbeiten", erklärte Hoeneß - ohne Beckenbauers Namen zu erwähnen.

Wer ihm als Manager nachfolgt und wie seine neue Rolle konkret aussehen wird, darüber hielt sich Hoeneß bedeckt: "Ich werde das tun, was für den FC Bayern gut ist. Das habe ich mein Leben lang gemacht und das werde ich auch in Zukunft tun. Wie das genau ausschaut, dafür haben wir noch zwölf Monate Zeit." Gut bestellt sieht er "seinen" FC Bayern schon jetzt - trotz der weltweiten Finanzkrise.

"Jürgen wollte Rom in zwei Monaten erbauen"

Hoeneß freut sich auf den Titelkampf mit Tabellenführer 1899 Hoffenheim, den er als "stärksten Gegner" einschätzt. Doch nach den wechselseitigen "Giftpfeilen" zum Hinrundenende möchte er das Duell nur noch sportlich "auf dem Platz austragen". Klar ist für Hoeneß, wer am Ende Erster wird. Bayern? "Ja! Wir sind schon gefühlter Herbstmeister. Vier Tore Rückstand sind ja für Bayern nichts."

Zumal bei Bayern Trainer und Team inzwischen harmonierten. "Jürgen hat mehr Gelassenheit gelernt. Er wollte Rom in zwei Monaten erbauen, das ging nicht. Am Anfang war das wie ein Bienenschwarm. Jetzt ist es eine Oase der Ruhe und Zufriedenheit. Der Anpassungsprozess ist beendet", stellte Hoeneß fest. Auch in der Champions League, wo Sporting Lissabon Gegner im Achtelfinale ist, hält er vieles für möglich - "aber es wäre arrogant, wenn man behauptet: Wir werden gewinnen". Mittelfeldspieler Zé Roberto gab am Mittwoch ein klares Ziel aus: "Wir wollen ins Finale kommen."

Andere Clubs müssen mehr für Podolski zahlen als Köln

Zahlreiche Personalien muss Hoeneß klären, die drängendste ist Podolski. Die heißeste Spur führt weiter zum 1. FC Köln, und der Manager drängt: "Wir können nichts beitragen. Das ändert sich, wenn Lukas auf uns zukäme und sagen würde: 'Ich möchte nicht warten, bis der 1. FC Köln bereit ist, die geforderten Summen aufzubringen. Ich bewege mich auch auf andere Vereine zu.' Das wäre für mich ein Signal, mit einem Verein wie dem HSV oder anderen zu sprechen."

Hoeneß wäre es "sehr wichtig, wenn bis Ende Januar fix ist, was Lukas zum 1. Juli macht. Damit die Spekulationen aufhören und er sich voll auf die nächsten vier Monate bei uns konzentrieren kann." Die Kölner warnte er, sich einer Podolski-Rückkehr zu sicher zu sein: "Alle, die glauben, mit Lukas ein Schnäppchen zu machen, werden sich täuschen. Wir haben eine klare Vorstellung von dem, was der Spieler wert ist. Für den 1. FC Köln ist es die Summe x, weil wir dem Rechnung tragen, dass wir ihn von dort geholt haben. Von anderen Vereinen werden wir mehr Geld verlangen." 10 Millionen sollen die Kölner zahlen. "Der 1. FC Köln sollte seinen Vorsprung nutzen, sonst wird Lukas schon irgendwann die Antwort geben", glaubt Hoeneß.

Timoschtschuk mehr als fraglich

Kapitän Mark van Bommel muss sich bis zum 31. Januar entscheiden, ob er den angebotenen Einjahresvertrag annimmt. Bei Zé Roberto habe man Zeit bis April, so Hoeneß. Der Brasilianer ("Ich spiele meine beste Saison") will die Offerte des Clubs abwarten. Bei Anatoli Timoschtschuk, der von Zenit St. Petersburg kommen soll, läuft der Poker: "Er hat Forderungen gestellt, die wir nicht erfüllen werden. Jetzt kommt es darauf an, ob er unser Angebot annimmt oder nicht", so Hoeneß. Nach der Verpflichtung von Ivica Olic vom Hamburger SV ist Nationalspieler Mario Gomez vom VfB Stuttgart nicht mehr zu jedem Preis begehrt: "Für 30 Millionen Euro ist er auf jeden Fall vom Tisch. Wir haben jetzt mit Olic einen Stürmer, den wir gebraucht haben, wenn Lukas geht - alles andere wird man sehen."

DPA/kbe

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