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Bundesliga: Hertha und Stuttgart tanken Selbstvertrauen

Seit 31 Jahren konnte Hertha BSC in Köln nicht mehr gewinnen - bis zum Sonntag, als ein Verteidiger den Berlinern den Sieg schenkte. Währenddessen errang der VFB Stuttgart gegen Kaiserslautern seinen ersten Heimerfolg.

Hertha BSC hat seine Endlos-Pleitenserie in Köln nach 31 Jahren beendet. Alexander Madlung sorgte in der 52. Minute mit dem Tor des Abends für den verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg der Berliner, die durch den ersten Auswärtssieg der Saison auf Platz vier der Fußball- Bundesliga stürmten. Für den 1. FC Köln, der nur noch Tabellenelfter ist, war es am Sonntagabend vor 48.000 Zuschauern im RheinEnergie Stadion die zweite Heimniederlage der Saison. Hertha hatte zuletzt am 20. April 1974 in Köln gewonnen - damals mit 4:3.

"Ich bin mit den drei Punkten zufrieden, aber nicht ganz mit dem Ergebnis", sagte Herthas Trainer Falko Götz. Seine auf drei Positionen veränderte Mannschaft, die ohne Dick van Burik auskommen musste, begann abwartend und überließ dem Gastgeber die Initiative. Gilberto nach verbüßter Sperre sowie Pal Dardei und Madlung waren neu ins Team gekommen, das eine Viertelstunde brauchte, um sich gegen die munter angreifenden Kölner zu finden. Die suchten vor allem aus der Distanz zum Erfolg zu kommen.

Köln ohne Fortune

"Wir haben nicht das Quäntchen Glück, das ein Aufsteiger braucht. Wir haben noch viel Arbeit vor uns", meinte FC-Trainer Uwe Rapolder. Neben Sebastian Schindzielorz und Christian Rahn für den gesperrten Matthias Scherz hatte er Peter Madsen aufgeboten, der schon nach zwei Minuten aus der Drehung um Haaresbreite die Führung verpasste. Auch der zuletzt Licht und Schatten zeigende Lukas Podolski hatte mit Weitschüssen in Pech.

Das Ende ihrer katastrophalen Serie in Köln rückte für die Berliner sieben Minuten nach dem Seitenwechsel in greifbare Nähe. Wieder gab es einen der gefährlichen Eckbälle, den Bastürk von links trat. Die Abwehr der Geißböcke war überhaupt nicht im Bilde und Madlung hatte keinerlei Mühe, die verdiente Führung zu erzielen.

Kölns Mittel, die drohende Niederlage abzuwenden, waren beschränkt. Hertha schien dem zweiten Treffer näher zu sein, als die Gastgeber dem Ausgleich. Auch Rappolders Auswechslungen, der Albert Streit und Markus Feulner für Anthony Lurling und Schindzielorz sowie später noch Patrick Helmes für Madlung brachte, nutzten nichts.

Stuttgart erreicht ersten Heimsieg

Jon Dahl Tomasson verhalf dem VfB Stuttgart währenddessen zum ersten Bundesliga-Heimsieg. Damit half er vor allem Trainer Giovanni Trapattoni aus dem Zentrum der Kritik heraus. Fleißig, aber spielerisch ohne Glanz gewannen die Schwaben am Sonntagabend vor 35.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion durch das vierte Saisontor des dänischen Stürmers (10. Minute) mit 1:0 (1:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern. Damit zog der VfB in der Tabelle an den seit vier Spielen sieglosen Pfälzern vorbei. Mit gewachsenem Selbstvertrauen reisen die Stuttgarter nun zum Uefa-Pokal-Rückspiel gegen NK Domzale nach Slowenien.

"Wir haben besser gespielt als im Derby gegen Mainz, leider ohne Erfolg", sagte Lauterns Trainer Michael Henke, dessen Mannschaft schon zum dritten Mal nacheinander kein Tor erzielte. "Wir haben in der zweiten Halbzeit alles versucht, aber leider zu wenige Stürmer- Alternativen auf der Bank." VfB-Trainer Trapattoni war zufrieden: "Nach der Niederlage gegen den HSV war die Mannschaft noch ein bisschen instabil, ein 2:0 hätte uns mehr Sicherheit gegeben", sagte der Italiener, der nach dem Schlusspfiff gefeiert wurde, und versprach: "Wir wollen die Mannschaft erneuern. Es ist etwas im Entstehen."

Spielerisch war die Heimpartie gegen Lautern jedoch kein Fortschritt. Unbeirrt von den Diskussionen um seine Person hatte Trapattoni seinen strengen Rotationskurs fortgesetzt und die Mannschaft erneut auf mehreren Positionen umgestellt. Der angeschlagene Silvio Meißner musste ersetzt werden. Andreas Hinkel und Thomas Hitzlsperger fanden sich ebenso auf der Bank wieder wie zur Überraschung aller der bislang starke Jesper Grönkjaer.

DPA / DPA

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