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Bundesliga: Leverkusen trägt sich selbst zu Grabe

Nach der 1:4-Bankrotterklärung der Millionen-Truppe von Bayer Leverkusen beim Hamburger SV glaubt sogar Trainer Thomas Hörster an den ersten Bundesliga-Abstieg in der Geschichte des Werks-Clubs.

Nach der 1:4-Bankrotterklärung der Millionen-Truppe von Bayer Leverkusen beim Hamburger SV glaubt sogar Trainer Thomas Hörster an den ersten Bundesliga-Abstieg in der Geschichte des Werks-Clubs. "Nach der Leistung heute, muss ich sagen, habe ich aufgegeben. Es fehlt alles." Die Worte des hilflos wirkenden früheren Bayer-Amateurtrainers nach der leblosen Vorstellung brachten Sat.1- Experte Paul Breitner auf die Palme: "Hörster ist überfordert, so einen Trainer kann man nicht mehr mitziehen." Der Kritiker forderte einen sofortigen Wechsel der sportlichen Leitung, um gegen 1860 München und beim 1. FC Nürnberg alles aus den matten Stars heraus zu holen und den drohenden Abstieg vielleicht doch noch zu verhindern.

Ist Leverkusen noch zu retten?

Genickschlag vom Ex-Leverkusener

Hörster, der selbst nicht das Handtuch werfen will, beschrieb die Stimmung in der Kabine wie nach einem Begräbnis. Mitleid kam sogar beim HSV auf, der sich mit dem zwölften Heimsieg und 52 Punkten auf Rang vier vorschob und sich wohl den Traum von der UEFA-Cup-Teilnahme erfüllen wird. "Ich kann mich gar nicht freuen, denn ein bisschen bin ich auch noch Leverkusener", sagte Ex-Bayer-Profi Erik Meijer (90.), der mit dem zwischenzeitlichen 3:1 seinem alten Club den Genickschlag versetzte. Damit war auch die kurze Hoffnung nach dem Gegentreffer durch Hanno Balitsch (88.) vorbei.

Nur noch Durchhalteparolen

Nach der 16. Saison-Niederlage waren die Rheinländer nur noch zu Durchhalteparolen fähig. "Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber wenn wir uns so präsentieren, dann werden wir es nicht schaffen", bekannte Nationalspieler Carsten Ramelow, der neben Lucio zu den wenigen Aktivposten gehörte. Blass und um Worte ringend befand der sonst so wortgewaltige Manager Reiner Calmund: "Aufgeben ist nicht drin. Zwei Spiele, da kann man noch sechs Punkte holen. Das ist nichts Ungewöhnliches, aber man muss sich anders präsentieren als heute."

"Uns fehlt die innere Überzeugung"

Wie paralysiert wirkten die elf Nationalspieler aus sechs Ländern gegen eine kämpferische HSV-Truppe, die sich seit Saisonbeginn spielerisch erheblich gesteigert hat und nun auch als Team zusammengefunden hat. "Uns fehlt die innere Überzeugung", analysierte Neu-Sportmanager Jürgen Kohler. Symptomatisch für die Situation beim tief gefallenen Vizemeister war die 52. Minute in der mit 51 629 Zuschauern fast ausverkauften AOL-Arena. Sieben Minuten nach seiner Einwechslung foulte Bernd Schneider rüde und mit gestrecktem Bein Bernd Hollerbach. Im folgenden Handgemenge gingen sich Schneider und Tomas Ujfalusi an den Hals, so dass Schiedsrichter Hellmut Krug beide wegen Tätlichkeit vom Platz stellte. Schneider, der zuvor verletzt drei Spiele schmerzlich vermisst wurde, fällt nun wieder aus. Hörster: "Seine Unzufriedenheit hat sich in dieser Situation gelöst."

DPA

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