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Bundesliga: Bayer Leverkusen tief im Abstiegsstrudel

Der VfB Stuttgart strauchelte nach der Niederlage gegen Bochum bei der Jagd auf Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München. Für Leverkusen hingegen wird die Situation immer bedrohlicher.

Bayer 04 Leverkusen taumelt dem Bundesliga-Abstieg entgegen. Der Vizemeister der vergangenen Saison verlor am Sonntag sein Heimspiel gegen den FC Schalke 04 trotz verbesserter Form mit 1:3 (1:1) und hat als Tabellen-16. nur drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Die Gelsenkirchener indes blieben auch im dritten Spiel unter Teamchef Marc Wilmots ungeschlagen und verdrängten den Hamburger SV vom UEFA-Cup-Platz 5. Jörg Böhme (12.), Ebbe Sand (61.) und Gerald Asamoah (90.) erzielten vor 22 500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena und den Augen von DFB-Teamchef Rudi Völler die siegbringenden Treffer für die "Knappen", nachdem Dimitar Berbatow Leverkusen in Führung gebracht hatte (9.).

Kein neuer Trainerwechsel

Bayer-Manager Reiner Calmund schloss nach der schmerzlichen Niederlage einen neuerlichen Trainerwechsel aus. "Wir werden diesen Trainer nicht mehr wechseln. Die Mannschaft ist jetzt gefordert", sagte Calmund. Die kommende Partie am Samstag bei den drei Zähler vor Leverkusen rangierenden Mönchengladbachern ist nun schon ein Abstiegsendspiel. "In Gladbach müssen wir auf jeden Fall gewinnen. Es sind noch 15 Punkte zu vergeben, es ist noch alles möglich", versuchte Coach Thomas Hörster, die Ruhe zu bewahren.

Lucio wieder im Spiel

Leverkusen begann mit neun Spielern, die vor einem Jahr im Champions-League-Finale gestanden hatten. Nach mehr als vier Monaten Pause wegen einer Fuß-Operation war auch Lucio wieder dabei. Aus einer dank des Brasilianers wieder halbwegs stabil operierenden Deckung setzten die Platzbesitzer Schalke unter Druck, agierten endlich wieder mit mehr "Mumm". Die Folge war das frühe Tor durch Berbatow. Riesendurcheinander nach einer Ecke von Marko Babic. Der Ball sprang Berbatow vor die Füße, und der Bulgare hatte keine Mühe, aus Nahdistanz zu vollenden (9.).

Schalke punktete

Oliver Neuville verpasste eine Minute später das 2:0, als er aus halbrechter Position den Ball über das Schalke-Tor wuchtete. Im Gegenzug fiel der Ausgleich durch Böhme. Babic köpfte dem am Strafraum lauernden Schalker einen weiten Einwurf von Tomasz Hajto auf seinen starken linken Fuß. Böhme nahm den Ball volley und hämmerte ihn in die Maschen - ein Traumtor (12.). Danach wurde die Partie hektischer, phasenweise sogar giftig.

Schalke auf UEFA-Cup-Platz

Die Schalker, bei denen Andreas Möller in der zweiten Halbzeit sein Comeback nach einem Muskelfaserriss feierte, entschlossen sich dann aber doch zu einer sportlichen Antwort. Die Leverkusener konnten ihre Überlegenheit auch nach der Pause nicht in Tore ummünzen. Neuville vergab frei vor Rost fahrlässig (50.). Fußball wie aus dem Lehrbuch gab es dafür beim zweiten Schalke-Tor. Victor Agali schlenzte den Ball in den Strafraum auf Sand. Der Däne nahm die Kugel mit der Brust mit und lupfte sie über Butt zum 2:1 ins Netz (61.). Asamoah setzte den letztlich verdienten Schlusspunkt (90.).

Hashemian lässt Bochum hoffen

Dank Vahid Hashemin und Thomas Christiansen kann der VfL Bochum im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wieder durchatmen. Der Iraner und der Spanier schossen den Aufsteiger am Sonntag zu einem 3:1 (1:1)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart, der trotz der Führung durch Kevin Kuranyi (25. Minute) seinem Ruf als hartnäckiger "Bayern-Jäger" nicht gerecht werden konnte und sich nun auf die Qualifikation für die Champions League konzentrieren muss. Hashemian glich nach einem schlimmen Fehler von VfB-Keeper Thomas Ernst aus (40.) und brachte den VfL in der 66. Minute auf die Siegerstraße. Mit seinem 16. Saisontor machte Christiansen (68.) den Sack schließlich zu und zog überdies gleich mit dem Bremer Ailton im Kampf um die Torjäger-Kanone.

Ernst nahm Schuld auf sich

"Das Spiel ist mit dem 1:1 gekippt - und ich habe einen großen Anteil daran", nahm Ernst die Schuld auf sich. "Ich hätte den Ball wegschlagen müssen. So habe ich der Mannschaft keinen Gefallen getan. Ich ärgere mich wahnsinnig." Lässig wollte er Hashemian nach einem Rückpass von Andreas Hinkel ausspielen, doch der Iraner war cleverer, spitzelte ihm den Ball weg und vollendete aus spitzem Winkel. "Als Stuttgarter Nummer eins zurückzukommen ist schon etwas Besonderes", hatte Ernst vor dem Anpfiff getönt - nun wurde er verhöhnt.

Stuttgarter enttäuschten

Trotz der Niederlage von Rekordmeister Bayern München dürfte das Titelrennen bei einem Rückstand der Schwaben auf den Rekordmeister von elf Punkten und nur noch fünf Spieltagen gelaufen sein. Bochum, das nach äußerst nervösem Beginn in der zweiten Hälfte bravourös kämpfte, hat nach der Leverkusener Niederlage gegen Schalke nun vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge und kletterte vorbei an Mönchengladbach und Rostock auf Rang 13. "Nein, die Meisterschaft habe ich in diesem Jahr noch nicht im Sinn", orakelte VfB-Coach Felix Magath. Zu recht, wie die Partie nach der Pause zeigte. Da war das nach dem Tor von Kuranyi gestiegene Selbstbewusstsein der Schwaben plötzlich verflogen. Heiko Gerber hatte geflankt und der Jung-Nationalspieler per Kopf vollendet. Kuranyi und vor allem auch Krassimir Balakow blieben zwar bis zum Schluss gefährlich, aber auch ohne Glück im Abschluss.

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