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Ärger mit Neuer-Nörglern: "Die Geduld ist bei uns jetzt zu Ende"

Der Ärger um die Fanproteste gegen Manuel Neuer ist bei Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge noch immer nicht verraucht. Derweil warten die Münchener im Poker um Nationalspieler Jérome Boateng auf ein Zeichen aus England. Sonst kommt Plan B zum Zug.

Die Neuer-Nörgler nerven, im Poker um Nationalspieler Jérome Boateng herrscht Funkstille - auf dem Platz läuft die Saisonvorbereitung für den FC Bayern dagegen nach Plan. "Die Mannschaft präsentiert sich ganz hervorragend", lobte Coach Jupp Heynckes das Team nach vielen schweißtreibenden Auftritten am Gardasee, wo an diesem Samstag das Trainingslager endet, einen Tag vor der Abreise. "Dass man schwere Beine hat und die Muskeln merkt, gehört in jedes Trainingslager", schilderte Philipp Lahm sein Befinden - und wohl auch das seiner Mitspieler.

Nach Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hob auch Lahm, der nach der Übernahme der Binde im Januar vom abgewanderten Mark van Bommel erstmals als Bayern-Kapitän in eine Saison startet, die souveräne Reaktion von Torhüter Manuel Neuer nach dem jüngsten Fan-Protest hervor. "Beeindruckend geht er damit um. Wir wissen, dass der Verein, dass jeder einzelne Spieler hinter ihm steht", sagte Lahm am Freitag in Riva del Garda. "Er ist ein hervorragender Torhüter, der beste in Deutschland, wenn nicht weltweit sogar." Es sei schade, dass diese "paar Leute" dem Spieler nicht helfen und die Mannschaft nicht unterstützen.

Neuer, Nils Petersen und Rafinha hätten sich "hervorragend integriert", lobte Heynckes seine Neuzugänge. Die Stille im Boateng-Poker macht den Routinier derweil nicht nervös. "Ich habe im Grunde genommen immer die Ruhe weg", meinte der Trainer-Oldie. Wenngleich er einräumte, dass eine frühere Verpflichtung für seine Planungen besser gewesen wäre. 20 Millionen stehen als geforderte Ablöse für den Abwehrspieler von Manchester City im Raum.

"Bis zu einer gewissen Höhe respektieren wir die Ablöse, aber wir zahlen sicherlich keine Mondpreise", sagte Rummenigge und wunderte sich über die Engländer. "Die wenden im Moment eine Taktik an, die ich auch noch nie erlebt habe, dass man eigentlich gar nichts von sich hören lässt." Eine Deadline gebe es nicht, aber irgendwann müsse man andere Pläne verfolgen, meinte Rummenigge. Als ein Kandidat gilt der Brasilianer Alex vom FC Chelsea. "Alternativen habe ich im Kopf, das ist aber ganz klar", meinte auch Heynckes, der im Trainingslager viel Wert auf Defensivarbeit legte. "Vorne hat Bayern München Fantasie, Kreativität und Klasse."

"Die Geduld ist bei uns jetzt am Ende"

Zufrieden verkündete Rummenigge am Freitagmittag, dass man die Partnerschaft mit der Gardasee-Region Trentino um drei Jahre bis 2014 verlängert hat - dagegen ärgerte ihn beim Kurzbesuch immer noch das Plakat gegen Nationaltorwart Neuer beim Testspiel am Mittwoch. "Fast ein Tobsuchtsanfall" sei seine erste Reaktion gewesen, verriet der Vorstandschef und kündigte Konsequenzen an.

"Wer jetzt nicht kapiert hat, dass Manuel Neuer Spieler von Bayern München ist und dementsprechend auch seriös und respektvoll behandelt werden muss, dem ist nicht zu helfen und dem wird man dann auch helfen müssen. Die Geduld ist bei uns jetzt am Ende", sagte Rummenigge. "Ich bewundere ihn mittlerweile, wie gelassen, wie souverän er mit diesen Dingen umgeht. Da kann ich nur sagen, er scheint eine extrem ausgeprägte, positive Persönlichkeit zu sein."

Entspannt verfolgen Rummenigge & Co. den Fall des Leverkuseners Arturo Vidal. Auch ohne den Chilenen habe man ein "wunderbares Mittelfeld". Die Rheinländer wollen keinen Wechsel des Südamerikaners, der einen Vertrag bis 2012 hat, innerhalb der Bundesliga. Der Münchner Vorstandschef ließ durchblicken, dass man zur Not noch ein Jahr warten werde.

kbe/DPA

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