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Bundesliga

Nach langer Krankheit "Dr. Hammer": Frankfurter Bundesliga-Legende Bernd Nickel ist gestorben

Bernd Nickel im Trikot von Eintracht Frankfurt
Im Alter von 72 Jahren gestorben: Frankfurter Bundesliga-Legende Bernd Nickel (in einer Aufnahme für die Saison 1982/83).
© Heinz Wieseler / Picture Alliance
Sie nannten ihn "Dr. Hammer": In Frankfurt trauert man um die Eintracht-Legende Bernd Nickel. Der 426-malige Bundesligaspieler mit dem eisenharten Schuss ist nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben.

Tiefe Trauer bei der Frankfurter Eintracht. Nach langer Krankheit ist Bernd Nickel im Alter von 72 Jahren gestorben, wie der Bundesligist über die sozialen Medien bestätigte. Obwohl der Mittelfeldspieler nur einmal für die Nationalmannschaft zum Einsatz kam, zählt er zu den Bundesliga-Legenden. 426-mal lief er in der der ersten Liga auf, immer im Trikot der Eintracht. Dabei erzielte er 141 Tore.

Somit traf bis heute kein Mittelfeldspieler in der Geschichte der Bundesliga häufiger. Nickel war bekannt für seinen eisenharten Schuss, der ihm den Spitznamen "Dr. Hammer" einbrachte. Er verfügte aber auch über eine herausragende Technik; so verwandelte er in seiner Karriere vier Eckbälle direkt –kurioserweise je einen von jeder der vier Ecken des Spielfelds des Frankfurter Waldstadions. Wie in der Frühzeit der Liga vielfach üblich, blieb er seinem Verein treu. Von 1968 bis 1983 spielte er für die Eintracht und gewann mit ihr dreimal den DFB-Pokal (1974, 1975 und 1981). Sein größter Erfolg war der Gewinn des Uefa-Pokals 1980 in zwei Endspielen gegen Borussia Mönchengladbach (2:3 und 1:0). Nickel stand in beiden Finals über die volle Zeit auf dem Platz.

Bernd Nickel – "ein begnadeter Fußballer"

"Er war ganz wichtig für unser Spiel bei der Eintracht. Seine Freistöße waren einmalig, er war ein begnadeter Fußballer", würdigte Eintracht-Legende Jürgen Grabowski seinen früheren Teamkollegen und langjährigen Freund: "Das Schöne war, dass wir auch nach der aktiven Zeit enge Freunde geblieben sind", sagte der Weltmeister von 1974 in einem von der Frankfurter Eintracht verbreiteten Statement. Charly Körbel, eine weitere Eintracht-Legende und mit 602 Matches Bundesliga-Rekordspieler, sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich bin geschockt. Bernd war kein Lauter, aber er hatte ein riesiges Herz für die Jungen."

Nickel war gemeinsam mit Uli Hoeneß und Ottmar Hitzfeld auch Teil der Olympia-Auswahl für die Spiele 1972 in München. Eine 2:3-Niederlage ausgerechnet gegen die Auswahl der DDR beendete die Chancen auf eine Medaille. Nur ganz zum Schluss seiner Karriere wurde Bernd Nickel seiner Eintracht untreu. Ein Jahr lang spielte er noch in der Schweiz für die Young Boys aus Bern, ehe er seine Karriere beendete. Danach war er in den 1980er-Jahren als Spielervermittler tätig und betrieb bis 2012 viele Jahre lang ein Sportartikelgeschäft in Herborn.

dho

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