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Freitagsspiel gegen Hoffenheim: BVB hat Personalprobleme - in doppelter Hinsicht

Die TSG 1899 Hoffenheim ist das einzige noch ungeschlagene Bundesliga-Team in der aktuellen Saison. Der BVB will das am Freitagabend in Sinsheim ändern. Doch Coach Thomas Tuchel planen doppelte Personalsorgen.

BVB-Coach Thomas Tuchel und sein Spieler Mario Götze

BVB-Coach Thomas Tuchel und sein Spieler Mario Götze: Der Weltmeister überzeugt, wie viele der Dortmunder Neuzugänge, noch nicht dauerhaft rund

Thomas Tuchel plagen vor dem Bundesliga-Freitagsspiel Personalsorgen in zweierlei Hinsicht: Zum einen reist sein BVB mit einer ganzen Reihe Verletzten nach Sinsheim zum einzigen noch ungeschlagenen Team der Saison: der TSG 1899 Hoffenheim. Rode, Piszczek, Sokratis und Castro fallen sicher aus. Inwieweit Guerreiro, Durm, Bartra und Kagawa eingesetzt werden können, ist fraglich. Tuchel scherzte bereits, dass er überlege mit einer "Einserkette" anzutreten. Doch die akute Verletzungsmisere ist nicht sein einziges Personalproblem. Auch die Neuzugänge entfalten noch nicht die erhoffte Wirkung. 

"Es ist natürlich unser Wunsch gewesen, dass sie mit ihrer Spielerfahrung früher Fuß fassen können", sagte der Coach mit Blick auf Götze und Schürrle, die für 56 Millionen Euro im Sommer gekauft wurden. Beide zeigten immer wieder punktuell, dass sie das Geld auch wert sein können. Auf Dauer überzeugten sie aber bislang aber nicht. "Der erste Grund liegt offensichtlich in dem späten Einstieg nach der EM in eine neue Mannschaft, in ein neues Umfeld", mutmaßt Tuchel. Zudem kämen beide aus schwierigen Spielzeiten. "Schü" habe in Wolfsburg "nicht auf dem absolut höchsten Level" gespielt und hinter Götze liege eine "lange Leidenszeit mit vielen, vielen Verletzungen".

BVB-Neuzugänge greifen noch nicht

Der BVB hat den härtesten Umbruch der jüngeren Vereinsgeschichte hinter sich: Mit Gündogan, Hummels und Mhkitaryan verließen gleich drei absolute Leistungsträger im Sommer den Klub. Rund 100 Millionen Euro spielten sie in die Kasse, rund 100 Millionen wurden in Götze, Schürrle, Bartra, Dembélé, Rode, Guerreiro, Mor und Merino investiert. Statt Topstars durch Topstars zu ersetzen, wurde das Geld aufgeteilt. Dieses Kalkül schien zunächst aufzugehen. Der Start in die Saison war stark. Doch zur Winterpause zeigt sich: Der BVB ist nicht konstant genug. Drei Niederlagen und vier Unentschieden reichen nur für Platz sechs. In der Champions League holten die Dortmunder zwar in einer starken Gruppe den Sieg, doch vier von sechs Ligaspielen nach CL-Partien haben sie nicht gewonnen.


Keiner der Neuzugänge überzeugt auf ganzer Linie. Bei Götze ist es die alte Problematik des Rückkehrers: Auf dem Höhepunkt seiner Karriere ging er fort, kam gescheitert zurück und knüpfte bislang nicht an die alten Erfolge an. Kagawa und Sahin erging es damals ähnlich. Schürrle und Guerreiro starteten gut, wurden jedoch durch Verletzungen zurückgeworfen. Bei Rode und Bartra läuft es von Beginn an holprig, Merino schafft es kaum in den Kader. Lichtblicke sind Dembélé und Mor. Die beiden jungen Dribbelkünstler fegen mit ihrer unkonventionellen Art über den Platz, sind aber noch mitten in der Entwicklung. Zu oft fehlt ihnen das rechtzeitige Auge für den Nebenmann, zu unkonzentriert sind sie noch im Abschluss. 

Umbruch macht sich bemerkbar

So macht sich mit etwas Verspätung beim BVB bemerkbar, dass dem Team mit einem Ruck die Wirbelsäule aus dem je wichtigsten Spieler in Abwehr, Aufbau und Angriff herausgerissen wurde. Immerhin haben die Verantwortlichen die Nachwehen dieses Eingriffes etwas abgefedert. Dortmund gehört immer noch zu den besten Mannschaften in der Bundesliga. Um zusammen mit Aufsteiger RB Leipzig die Bayern nachhaltig zu ärgern, reicht es aber noch nicht.

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