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Kommentar

Hamburger Volksparkstadion: Randalierer verwandeln den HSV-Abstieg in eine Horror-Show

Unwürdiger Abschied aus der Bundesliga: HSV-Fans haben kurz vor dem Schlusspfiff das Spiel gegen Gladbach durch Rauchbomben unterbrochen. Als der Spuk vorüber war, verabschiedeten die restlichen Fans die Mannschaft mit Anstand. 

Ein Kommentar von Oliver Creutz

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Zwei Minuten waren angezeigt: zwei Minuten Nachspielzeit in der Ersten Liga für den HSV, dann würde es vorbei sein. Der Ball trudelte gerade irgendwo rund um den Hamburger Strafraum, als es krachte. Wie beim Hafengeburtstag, wenn das Schlepperballett angekündigt wird. Das Spiel brach ab, alle Blicke wandten sich in die Nordkurve des Volksparkstadions, wo die eisenharten Fans zu Hause sind, die Ultras, die Aufrechten, aber auch die bodenlos Dummen. Dort wurde bengalisches Feuer entzündet. Dichter schwarzer Rauch stieg auf, einige der rot glühenden Lichter flogen auf das Spielfeld. Dann ging alles sehr schnell: Die vielen Ordner in den gelben Leibchen wichen sich zurück, Polizeistaffeln liefen auf das Feld. Viele trugen dicke Westen, als zögen sie in eine Straßenschlacht, andere führten scharfe Hunde an der Leine, von links zog die berittene Polizei auf. Die Spieler und die Schiedsrichter waren längst in Richtung Trainerbänke geflüchtet.

Der Rauch wurde dichter, ein paar Transparente fingen Feuer. Endzeit-Szenen. Es dauerte ein paar Minuten, da reagierte das Publikum: "Wir sind Hamburg - und ihr nicht", riefen die Fans aus den benachbarten Blöcken den Randalieren zu. Was den Feuermachern herzlich egal zu sein schien. Sie zündelten weiter - in der Erwartung, dass niemand sie attackieren würde, standen sie doch im gemischten Zuschauerblock. Wäre die Polizei auf die Idee gekommen, mit Wasserwerfern vorzugehen, hätten die Einsatzkräfte wohl auch viele unschuldige Anhänger erwischt. Szenen, die man noch weniger gebrauchen konnte.


Zündler verstecken sich unter einem schwarzen Tuch

Auf der VIP-Tribüne trauten der Erste Bürgermeister der Hansestadt Peter Tschentscher sowie sein Innensenator Andy Grote ihren Augen nicht. Bitte nicht schon wieder solche apokalyptischen Bilder aus der Stadt, die sich für die schönste der Welt hält. G20 ist noch nicht einmal ein Jahr her. Wie viele Brandstifter da am Werk waren? Unklar. Sie passten alle unter ein großes schwarzes Tuch, das sie über sich ausbreiteten, um ihre Vermummung abzulegen und später als brave Fußball-Bürger in der Masse aufzugehen.

Während der Rauch sich verzog und die Flammen erloschen, lief die Stadionuhr weiter, diese verdammte Uhr, die anzeigt, seit wie vielen Jahren der HSV erstklassig spielt. 55 Bundesliga-Jahre hatten sich gerade in schwarzen Rauch aufgelöst. Und mit ihnen die Illusion vom schönen und familienfreundlichen Produkt Fußball. Wer diese Bilder gemeinsam mit seinen Kindern im Stadion erlebt hat, dürfte noch lange damit beschäftigt sein, diesen Alptraum wieder aus den Köpfen zu verjagen.

Irgendein nicht sehr heller Kopf kam dann noch auf die Idee, über das Gitter zu klettern und mit einem Trauerkranz auf das Feld zu laufen. Die Polizei ließ ihn nicht lange gewähren.

Jetzt gegen Paderborn: So viel Strafe muss sein

Etwa eine Viertelstunde später war die Sicht wieder frei, die Pferde wurden weggeführt, die Hunde zurück vor die Stadiontore gebracht, das Einsatzkommando zog in einer Menschen-Kette in Richtung Nordtribüne. Die Spieler kehrten zurück. Sie mussten etwas zu Ende bringen: Der Schiedsrichter hatte die Partie noch nicht abgepfiffen. Noch einmal flog der Ball von der Hamburger in die Gladbacher Hälfte, dann war das Theater zu Ende. Hamburg besiegte Mönchengladbach mit 2:1. Ein wertloser Sieg, der Klub spielt in der kommenden Saison eine Klasse tiefer. Viele der insgesamt 57.000 Zuschauer blieben noch lange stehen und verabschiedeten die Spieler mit warmem Applaus. Ein wenig Anstand nach diesen 15 Minuten des Fußballhorrors. Im Menschentross, der sich danach aus dem Stadion bewegte, sagte einer: "Nächste Saison dann gegen Paderborn." So viel Strafe muss sein.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(