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Torwartfrage beim FC Bayern: Butt bleibt - Kraft geht

Bei Wunschtorhüter Manuel Neuer wird noch um die Millionenablöse gefeilscht. Zwei andere Entscheidungen auf dem Bayern-Torwartposten sind gefallen. Jörg Butt verlängerte seinen Vertrag, dagegen sucht sich Thomas Kraft einen neuen Club. Es gibt auch schon einen Favoriten.

An der Lösung der Königspersonalie Manuel Neuer arbeiten die Bayern-Bosse noch, zwei andere Entscheidungen für das Tor sind dagegen getroffen: Thomas Kraft geht, Jörg Butt bleibt. Der 36-Jährige verlängerte am Dienstag seinen Vertrag um ein Jahr bis zum 30. Juni 2012. "Ich bin sehr glücklich, dass er noch ein weiteres Jahr beim FC Bayern bleibt", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge über den "erstklassigen Torhüter", der aktuell wieder die Nummer 1 ist.

Dagegen verlässt das unter Ex-Trainer Louis van Gaal zur Nummer 1 beförderte Torwarttalent Thomas Kraft am Saisonende den Verein. Für ihn wäre der Weg zu Hertha BSC frei, aber auch beim Hamburger SV war der 22-Jährige zuletzt im Gespräch. Eine Ablöse kostet Kraft nicht.

"Thomas Krafts verständliches Ziel ist es, die Nummer eins zu sein. Dies können wir ihm nicht garantieren", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. Der Vertrag von Kraft, seit 2004 im Verein, lief wie der bisherige von Butt bis zum 30. Juni dieses Jahres.

WM-Torwart Butt, der 2008 von Benfica Lissabon zu den Münchnern gekommen war, hängt also noch ein Jahr als Profi dran. Das sei auch ein Wunsch des neuen Trainers Jupp Heynckes gewesen, betonte Rummenigge. Die Anschluss-Anstellung hat der fast 37-Jährige auch schon im Blick: Der Torwart ist nach seiner Laufbahn als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des Rekordmeisters vorgesehen.

In der neuen Saison dürfte für Butt aber nur der Posten des Ersatztorhüters bleiben. Denn der FC Bayern ist bestrebt, mit dem FC Schalke 04 eine Lösung finden, um den 25-jährigen Neuer schon in diesem Sommer nach München zu lotsen.

"Wenn Neuer kommt, wird es keinen Konkurrenzkampf geben, weil er dann klar die Nummer eins ist", hatte Butt erst kürzlich betont. "Ich glaube, Manuel Neuer ist im Moment der beste deutsche Torhüter mit dem größten Potenzial für die Zukunft." Mit ihm könne man eine Ära prägen.

Kraft, den van Gaal gegen den Willen der Bayern-Bosse in der Winterpause überraschend und ohne Not anstelle von Butt ins Tor gestellt hatte, will unbedingt als Nummer 1 zum Einsatz kommen. Spätestens bei einem Wechsel von Neuer, der diesen oder nächsten Sommer nach München kommen soll, hätte der 22-Jährige bei den Münchnern darauf keine Chance gehabt. Aber auch schon jetzt wurde er nach dem Rauswurf von van Gaal durch Interimscoach Andries Jonker wieder auf die Bank gesetzt. Kraft sei "ein großes Talent" und könne "in seiner Karriere viel erreichen", sagte Jonker. Aber er müsse in seiner kurzen Amtszeit als Chefcoach "keine Spieler ausbilden".

Butt präsentierte sich damit beim FC Bayern einmal mehr als das ewige Torwart-Stehaufmännchen. Als Ersatzmann für Michael Rensing geholt, löste er diesen unter Jürgen Klinsmann als Nummer 1 ab. Van Gaal probierte es in seiner ersten Saison auch zunächst mit dem mittlerweile in Köln spielenden Rensing, ehe er doch auf den Mann mit den knapp 400 Bundesligaspielen Erfahrung baute.

jas/DPA / DPA

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