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Ultras in der Fußball-Bundesliga: Wenn Fans zu Feinden werden

In Frankfurt hat ein Polizist zum Selbstschutz Gebrauch von seiner Schusswaffe gemacht. Eine Gruppe von Ultras hatte ihn massiv bedroht. Gewalt und Provokation sind Teil der Ultra-Fankultur. Was neu ist: Die "Fans" greifen immer öfter auch den eigenen Verein an.

Von Klaus Bellstedt

André Sturmeit, der Sprecher der Frankfurter Polizei, ist immer noch fassungslos. Vor zwei Tagen nach der 0:3-Niederlage der Eintracht im Derby gegen Mainz 05 bedrängten auf dem Gelände der Commerzbank-Arena etwa 50 aufgebrachte Frankfurter Ultras aus purem Frust über die Leistung ihrer Mannschaft vier Zivilbeamte. Und zwar so massiv, dass sich einer der szenekundigen Polizisten nur noch mit einem Warnschuss aus seiner Dienstpistole zu helfen wusste. "Das ist eine Form von Gewalt, die wir aus dem Fußball bisher noch nicht gekannt haben", sagt Sturmeit zu stern.de. "Die Ultras haben die direkte Konfrontation mit der Mannschaft gesucht. Die Kollegen standen mit dem Rücken an einem steilen Abhang. Der Warnschuss war für den Polizisten die einzige Möglichkeit, sich zu retten."

Die Frankfurter Ultras widersprechen den Schilderungen der Polizei. In einer Presseerklärung der Fan-Gruppierung heißt es: "Wir wehren uns vehement gegen die Darstellungen. Die Berichte zum Ablauf der Vorfälle entsprechen nicht der Wahrheit. Richtig ist, dass es zu einem Einsatz einer Schusswaffe seitens eines Polizisten kam. Wir stehen geschockt und fassungslos dieser Situation gegenüber." Für eine persönliche Stellungnahme auf Anfrage von stern.de waren die Ultras am Montag nicht zu erreichen.

Gewalt und Provokation sind ein Teil der Ultra-Fankultur

Dass Polizisten zur Selbstverteidigung und aus Angst vor "Fußballfans" Gebrauch von der Schusswaffe machen, hat es in Deutschland noch nicht gegeben. Und so fragt sich nicht nur Frankfurts Polizeisprecher: "Wie kann es sein, dass bei aller Enttäuschung über den eigenen Verein, eine Situation so eskalieren kann?" Und erst recht fragt man sich: Was wäre passiert, wenn die gewaltbereiten Ultras ihren Plan folgend die Frankfurter Mannschaft, die nach der Niederlage in Mainz mehr denn je im Abstiegskampf steckt, wirklich hätte stellen können? "Für den Fall hätten wir nichts mehr ausschließen können", sagt Sturmeit.

Aus Angst vor Übergriffen der eigenen "Fans" und wegen einer Empfehlung der Frankfurter Polizei hatte die Eintracht zunächst angedacht, die nächsten Trainingseinheiten nicht auf dem Gelände der Commerzbank-Arena durchzuführen. Nun hat man sich dazu entschlossen, sich doch nicht den Randalierern zu beugen. Der Club will damit bewusst ein Zeichen setzen, dass er sich von den eigenen Anhängern nicht aus der Stadt vertreiben lässt.

Gewalt und Provokation sind Teil der Ultra-Fankultur, die in Italien ihren Ursprung hat und die es in Deutschland seit Mitte der 90er Jahre gibt. Damals stand der Kampf gegen die Kommerzialisierung des Fußballs im Mittelpunkt ihrer Interessen. Ultras sehen sich als die wahren, die besseren Fans. Aber in letzter Zeit werden die Grenzen von ihnen immer häufiger überschritten. Nicht nur von den Frankfurter Ultras. Letzte Woche schlichen sich Unbekannte auf das Trainingsgelände des sich ebenfalls im Abstiegskampf befindlichen 1. FC Köln. Sie sprühten eine Botschaft auf die Werbebande am Geißbockheim, die nichts an Klarheit offen ließ: "Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot", mussten die Spieler lesen, als sie zum Vormittagstraining am Ostermontag erschienen. Der oder die Täter sind noch nicht ermittelt. Die Kölner Polizei ermittelt aber im Umfeld der Ultras.

Es geht nicht ausschließlich um sportlichen Erfolg

Auch in Stuttgart kochte bereits mehrmals die Ultra-Seele über. Es war nach dem Spiel gegen den VfL Bochum in der vergangenen Saison, als deutlich wurde, welche Macht einzelne Gruppierungen auf die Vereinspolitik ausüben können. Mehrere tausend Ultras hatten sich nach der Parte vor dem Klubhaus versammelt und forderten die Ablösung des damaligen Trainers Markus Babbel. Nur mit viel Mühe konnte damals die Polizei verhindern, dass Club-Verantwortliche wie der Stuttgarter Präsident Erwin Staudt von der aufgeheizten Masse tätlich angegriffen wurden. Staudt reagierte auf die Ausschreitungen. Er entließ Babbel, installierte Christian Gross und gab damit dem wütenden Mob indirekt die Berechtigung, die Perspektiven eines Vereins zu beeinflussen. Dasselbe Schauspiel wiederholte sich auch in dieser Spielzeit. Wieder gingen die Anhänger in der Krise der Schwaben auf die Barrikaden - nach dem Motto "Was einmal klappt....". Erst die Erfolge unter Neu-Trainer Bruno Labbadia besänftigten die Gemüter. Noch nie haben Fußballfans auf ihre Interessen so massiv aufmerksam gemacht wie in dieser Saison.

Auch die aggressiven Transparente der Münchner Ultra-Gruppierung "Schickeria" der letzten Wochen in der Allianz-Arena gegen Uli Hoeneß wegen dessen Umgang mit dem Stadtrivalen 1860 München ("Blaue Schweine schlachtet man und rettet sie nicht") haben gezeigt, wie radikal ein Teil der Fußballanhängerschaft eigene Forderungen durchzusetzen versucht. "Damit ist jede Grenze des Geschmacks und des Vertretbaren überschritten. Wer so argumentiert, der schürt Hass und Gewalt. Man greift den eigenen Verein an, der eine soziale Ader im Sinne der Fußballfamilie erkennen lässt. Dafür habe ich kein Verständnis", sagt Gunter A. Pilz, Fanforscher am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hannover.

Ein Blick auf die Motivlage der frustrierten Fans zeigt aber auch: Es geht ihnen nicht mehr nur ausschließlich um den sportlichen Erfolg ihres Teams, sondern es spielen auch soziale Faktoren, persönliche Unzufriedenheit und Klassen-Neid eine Rolle. "Scheiß-Daimler", "Scheißregierung", "Scheißpolizeistaat" sind zum Beispiel im Schwabenland die Schlagworte, immer geht es auch um die Kluft zwischen "Ihr da oben, wir hier unten". Der Fußball wird dann zum Ventil, der Frust muss raus, der Alkohol und die Welle der Gemeinschaft sind dann die passenden Impulse. "Wir müssen auf die organisierten Fans aufpassen, die einen immer größeren Einfluss auf die Vereinspolitik nehmen wollen", hatte Wolfsburgs Trainer Felix Magath nach den Vorfällen von München gesagt. Nach dem Warnschuss eines Zivilbeamten in Frankfurt gilt das mehr denn je.

Mitarbeit: Jens Fischer

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Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?