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19-Jähriger BVB-Star Darum war Julian Weigls Debüt so spektakulär


Beim 4:0 gegen Gladbach spielte die Borussia unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel furios auf. Vor allem ein 19-Jähriger überraschte - und spielte schon wie Sebastian Kehl in besten Zeiten.

Einige Fans im Dortmunder Westfalenstadion dürften sich gefragt haben, ob Sebastian Kehl wirklich seine Karriere beendet hat. Zumindest gab es im Dortmunder Mittelfeld am Samstag diesen Dunkelhaarigen, der Gladbachs hochgelobter Offensive ein ums andere Mal den Ball abnahm, der nach Ballgewinn schnell weiterspielte und anschließend die Hände hochriss, um den Mitspielern hinter sich (unter anderem Mats Hummels)  Kommandos zu geben.

Der Dirigent heißt allerdings nicht Sebastian Kehl, er ist auch kein BVB-Urgestein, im Gegenteil. Julian Weigl ist 19 Jahre jung - er ist ein Neuzugang. Und er gab im Mittelfeld mal eben den Ton an. Das Fußballmagazin Kicker schrieb über ihn: "So elegant wie Beckenbauer".

Julian Weigl und das Chaos bei 1860 München

Trainer Thomas Tuchel hatte ihm eine famose Leistung natürlich zugetraut, "sonst hätten wir ihn ja nicht aufgestellt", sagte Tuchel nach Spielschluss. Dass Weigl allerdings so abgeklärt das Mittelfeld dominieren würde, das hätte sich wohl auch Tuchel nicht erträumen lassen.

Weigl, der Juniorennationalspieler, wechselte schließlich nach einer eher unterdurchschnittlichen Saison bei Zweitligist 1860 München zum BVB. Weigl verließ 1860 im Chaos. Seine sportlichen Leistungen waren zwar eher durchwachsen, aber zu Saisonbeginn wurde der damals 18-Jährige sogar Kapitän. Nach einer nächtlichen Taxifahrt (vor einem trainingsfreien Tag) entzogen ihm die Verantwortlichen allerdings die Binde. Es war eine dieser kuriosen Anekdoten aus der 1860-Saison. Julian Weigl, so schien es, war danach jedenfalls nicht mehr derselbe. Seine Bindung zu den Münchnern ging in die Brüche. Der BVB konnte zuschlagen.

So zweikampfstark wie Bender, so stark am Ball wie Gündogan

Thomas Tuchel betonte, Weigl sei ein "wahnsinnig aufmerksamer Lerner", der sich "jeden Tag freut, wenn er ins Training kommt." Auf dem Feld konnte man das erkennen. Weigls Debüt geriet spektakulär, weil er ähnliche Fähigkeiten wie Kehl oder auch Sven Bender in der Zweikampfführung besitzt, das zeigte er unter anderem vor dem 3:0, als er gegen Gladbachs Lars Stindl kompromisslos und schnell den Ball eroberte. Dazu besitzt Weigl eine Technik, die eher an Ilkay Gündogan erinnert.

Weigls Daten gegen Gladbach:

- 94 Prozent Passgenauigkeit

- 91 Ballkontakte

- 11,71 Kilometer gelaufen

- 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe

Der BVB hatte Weigl eigentlich als Perspektivspieler verpflichtet. Doch mit der Rolle scheint sich Weigl nicht zufrieden geben zu wollen. Er fühlt sich wohl auf dem Platz. Er fühlt sich wohl beim BVB. Nach dem Spiel twitterte er: "Einfach nur geil! So soll es weiter gehen! Vielen Dank für Eure Unterstützung!" So ganz glauben konnte er seine rasante Entwicklung allerdings auch nicht. "Ich bin sprachlos", schrieb er dazu. Sprachlos, das dürften auch viele BVB-Fans angesichts seiner Leistung gewesen sein.


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