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Champions League Barcelona verspielt Führung gegen Mailand


Die beiden Favoriten der Gruppe H trafen schon am ersten Spieltag aufeinander. Barcelona dominierte die Partie trotz eines frühen Gegentors von Pato total und hätte durch Treffer von Pedro und Villa gewinnen müssen. Doch in der Nachspielzeit folgte der Schock.

Der Spielplan der Gruppe H ist eine unglückliche Geschichte. Die zwei absoluten Favoriten trafen schon am ersten Spieltag aufeinander. Der FC Barcelona ließ dabei dem AC Mailand trotz eines frühen Gegentores eigentlich keine Chance und spielte trotz totaler Dominanz am Ende nur 2:2.

Der Rest der Gruppe, Plzen und Borisov, sind so krasse Außenseiter, dass alle Welt fest mit dem Weiterkommen von Barca und Milan rechnet. Einzig wer Gruppensieger wird, und sich damit eine bessere Ausgangsposition fürs Achtelfinale schafft, sei fraglich.

Diese Frage ist auch nach dem Aufeinandertreffen im Camp Nou noch offen, denn Barcelona ließ sich trotz eines traumhaften, extrem dominanten Kombinationsfußballs und Toren von Pedro (36.) und David Villa (50.) am Ende den Sieg noch klauen. Die mangelhafte Effizienz bei der Chancenverwertung wurde den Katalanen am Ende zum Verhängnis. Mailand hatte über neunzig Minuten nur zwei gefährliche Angriffe zu bieten. Der erste wurde von Pato schon nach rund vierzig Sekunden erfolgreich abgeschlossen. In der Nachspielzeit war es dann Thiago Silva, der einen Kopfball nach einer Ecke im Tor zum 2:2 unterbrachte.

Fabregas auf der Bank

Der Titelverteidiger ging natürlich als Favorit in die Partie. Trainer Josep Guardiola vertraute auf bewährte Kräfte. Kein Neuzugang war in der Startformation zu finden. Cesc Fabregas musste also auf der Bank geduldig auf seinen Einsatz warten. Alexis Sanchez saß aus Verletzungsgründen noch nicht einmal dort.

Beide Teams hatten am letzten Wochenende in der nationalen Liga nur 2:2 gespielt. Als Folge veränderten beide Trainer ihre Elf jeweils auf fünf Positionen. Gästetrainer Massimiliano Allegri beklagte aber zwei wichtige Ausfälle. Gennaro Gattuso hatte sich gegen Lazio verletzt, Zlatan Ibrahimovic im Abschlusstraining. Und noch eine Gemeinsamkeit gab es. Wie der AC Mailand lief auch der FC Barcelona überraschend in einer 4-4-2-Formation auf.

Pato braucht keine vierzig Sekunden

Die Gäste erwischten einen Traumstart. Nach gerade einmal dreißig Sekunden hatte Pato aufgrund eines Zuordnungsfehlers im katalanischen Mittelfeld freie Bahn Richtung Tor. Sergi Busquets hetzte vergeblich hinterher und musste mitansehen, wie Victor Valdes getunnelt wurde und der Ball über die Linie rollte.

Barca startete also mit einem Handicap in die Partie. In der Folge war der bekannte auf Ballbesitz und Kontrolle abzielende Kombinationsfußball der Katalanen zu sehen. Lionel Messi scheiterte in den ersten zwanzig Minuten einerseits an Keeper Christian Abbiati beziehungsweise dem rechten Torpfosten.

Die Dominanz der Hausherren wurde immer größer. Fast wie schon im Handball schoben sie sich rund um den gegnerischen Strafraum das Leder zu. Zwangsläufig ergaben sich weitere Großchancen. Aus spitzem Winkel blieb allerdings wieder Abbiati Sieger gegen den von Alves bedienten Messi (30.). Und auch aus vierzehn Metern war der Argentinier per Flachschuss nicht erfolgreich (32.)

Pedro markiert den Ausgleich

Nach 35 Minuten war es dann soweit. Messi umdribbelte drei Gegenspieler. Schon fast an der Grundlinie links neben dem Tor spielte er flach in die Mitte. Am langen Pfosten wartete der völlig vergessene Pedro und schob den Ball zum 1:1 ein.

Kurz vor dem Treffer hatten die Gäste gewechselt. Kevin-Prince Boateng musste Massimo Ambrosini weichen. Nach dem Tor kam Fabregas dann doch für den angeschlagenen Andres Iniesta auf den Platz.

Nur dank des frühen Geniestreichs von Pato und den Paraden von Abbiati war Mailand nach der ersten Hälfte noch im Spiel. Auf ganze zwanzig Prozent Ballbesitz brachten es die Italiener bis dahin. Die Zuschauer sahen trotz des 1:1 zur Pause einen Klassenunterschied zwischen beiden Teams.

Pedros Traumfreistoß

Das Bild änderte sich nach dem Seitenwechsel nicht. Die Katalanen drückten, kombinierten weiter nach Belieben. Ganze fünf Minute dauerte es, da stand es auch schon 2:1. David Villa zirkelte aus rund 25 Meter einen Freistoß unhaltbar in den linken Winkel. Die Partie war praktisch gelaufen, denn Mailand hatte bis dato einzig das Tor in der ersten Minute auf der Habenseite des eigenen Angriffsspiels stehen.

Der Gast aus Italien bemühte sich nun um etwas mehr Offensivgeist, doch das Vorhaben blieb meist schon im Ansatz stecken. Barcelona spielte die Angriffe nicht mehr mit der letzten Konsequenz aus, war aber weiter das erheblich gefährlichere Team, ließ weitere Torchancen liegen. Dies sollte sich rächen.

Clarence Seedorf brachte in der Nachspielzeit einen Eckball in die Mitte. Dort setzte sich Thiago Silva im Luftkampf gegen Busquets durch und erzielte den 2:2-Endstand.

Am Ende stand Barca trotz einer guten Partie nur mit einem Punkt da, weil man die eigene Dominanz unzureichend in Treffer ummünzte und sich zwei Schwächen im Defensivverhalten erlaubte. Eigentlich hätte Milan, das stets unterlegen war, als Verlierer vom Platz gehen müssen. Doch eine perfekte Chancenverwertung und ein gut aufgelegter Abbiati verhinderten dies.

Uwe Toebe

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