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Champions-League-Qualifikation: Torlos gut gespielt

Der Hamburger SV muss um den Einzug in die Fußball-Königsklasse bangen. Die Hanseaten kamen im Qualifikations-Hinspiel gegen CA Osasuna trotz zahlreicher Torchancen über ein torloses Unentschieden nicht hinaus.

Im zweiten Duell bei den heimstarken Spaniern benötigen die Norddeutschen in 13 Tagen nun mindestens einen Teilerfolg mit Treffern, um doch noch den Sprung auf Europas große Fußballbühne zu schaffen, der zudem acht Millionen Euro an Einnahmen garantiert. Rund 47.000 Zuschauer in der AOL-Arena erlebten ein Geduldsspiel, in dem das erlösende Siegtor trotz zehn guter Hamburger Einschussmöglichkeiten nicht fallen wollte.

"Wir haben viel Pech gehabt und hätten mindestens ein Tor verdient gehabt, aber da wir ohne Gegentor geblieben sind, fahren wir mit viel Selbstbewusstsein nach Spanien", meinte Bastian Reinhardt nach der Partie. Auch Trainer Thomas Doll verbreitete Zuversicht: "Die Jungs haben ein Klasse-Spiel abgeliefert, es hat nur der Befreiungsschlag gefehlt. Aber wir alle wissen, dass wir auch auswärts stark sind."

Nicht alle Kräfte mobilisiert

Ausgerechnet in dieser für den weiteren Saisonverlauf wichtigen Partie konnte Doll nicht seine Top-Elf einsetzen. Denn neben dem noch nicht topfitten Thimothee Atouba, der nur auf der Bank saß, fiel kurzfristig Khalid Boulahrouz aus. Der Niederländer zog sich beim Aufwärmen eine Bänderdehnung im linken Sprunggelenk zu und wurde von Reinhardt vertreten. Bei Osasuna erlebte der Ex-HSV-Torjäger Bernardo Romeo den Anpfiff als Reservist mit.

Erste gute Chancen hatte der HSV durch seine Neuzugänge Vincent Kompany (3.), der mit einem Kopfschuss nur die Oberkante der Latte traf, und Paulo Guerrero (6./35.). Den Norddeutschen merkte man an, dass sie sich unbedingt eine gute Ausgangsbasis verschaffen wollten. Doch ebenso deutlich wurde zwei Tage vor Beginn der Bundesliga-Saison die noch mangelnde Feinabstimmung.

Das galt allerdings auch für die Gäste. Sie agierten zurückhaltend, kamen aber vor der Pause zu zwei guten Chancen. Nach Reinhardts Patzer scheiterte Robert Soldado an Torwart Sascha Kirschstein (24.). Und vor Cuellars Kopfballtor (43.) hatte Schiedsrichter Tom Övrebö (Norwegen) bereits auf Abseits entschieden.

Schwächen in der Defensive

"Das war ein früher Pfiff, der uns geholfen hat", gab HSV-Chef Bernd Hoffmann in der Pause zu. Nach Wiederanpfiff fanden Rafael van der Vaart und Boubacar Sanogo bei zwei hundertprozentigen Möglichkeiten in Keeper Ricardo ihren Meister (48.). Den guten Angriffsaktionen standen beim HSV die Schwächen in der Defensive gegenüber, die die Spanier aber nicht nutzten.

So reagierte Kirschstein gegen Soldado (50.) glänzend und rettete Mehdi Mahdavikia in höchster Not vor dem einschussbereiten Milosevic (60.). Mit der Hereinnahme von Benjamin Lauth als Stürmer Nummer drei verstärkte Doll die Offensivbemühungen, die aber ebenso wenig belohnt wurden wie auf der anderen Seite Romeos Einwechslung. Auch Guerrero konnte Ricardo nicht überwinden (90. +1).

Bestes Saisonspiel der Salzburger

Der neue Hoffnungsträger des österreichischen Fußballs, Red Bull Salzburg, hat beste Chancen auf eine Teilnahme an der Champions League. Das Team des Trainergespanns Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus schaffte am Mittwochabend im Qualifikations-Heimspiel einen 1:0-Sieg gegen den klaren Favoriten FC Valencia, Finalist der Jahre 2000 und 2001.

Der Erfolg ohne Gegentor lässt den Österreichern nun alle Möglichkeiten für das Rückspiel in 14 Tagen offen. Für das 1:0 hatte der tschechische Mittelfeldspieler Karel Pitak in der 73. Minute gesorgt. Lothar Matthäus sprach vom besten Saisonspiel der Salzburger.

Der große AC Mailand ist noch nicht durch. Die hoch favorisierten Italiener taten sich im Hinspiel der letzten Runde der Champions League-Qualifikation gegen Roter Stern Belgrad überaus schwer. Letztlich reichte es zu Hause zu einem 1:0-Erfolg. Der FC Liverpool, Champions-League-Sieger 2005, steht ebenfalls vor einem Problem. Im Heimspiel gegen Maccabi Haifa reichte es nur zu einem 2:1.

Beste Aussichten nach ihren Heimspiel-Erfolgen haben ZSK Moskau (3:0 gegen MFK Ruzomberok), Dynamo Kiew (3:1 gegen Fenerbahce Istanbul), OSC Lille (3.0 gegen Rabotniki Skopje) und Galatasaray Istanbul (5:2 gegen FK Mlada Boleslav). Ajax Amsterdam siegte beim FC Kopenhagen mit 2:1 und hat damit ebenfalls beste Chancen im Rückspiel im heimischen Stadion. Standard Lüttich kam im Heimspiel gegen Steaua Bukarest nicht über ein 2:2 hinaus.

DPA / DPA

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