HOME

Champions League: Siegen oder fliegen

Nach dem erfolgreichen Champions-League-Auftritt der Schalker greifen am Abend auch Werder Bremen und der FC Bayern München ins Geschehen ein. Vor allem die Bremer stehen dabei brutal unter Druck.

Mit seinem K&K-Paradesturm will Werder Bremen die Aufholjagd in der Champions League starten. Der im Hinspiel in Udine nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrte Ivan Klasnic rückt wieder in die Anfangself an die Seite von Miroslav Klose, der seine Wadenprellung aus der Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt praktisch über Nacht auskuriert hat. "Das war nichts Schlimmes. Ich habe keine Probleme mehr", meinte der 27 Jahre alte deutsche Nationalspieler. Werder kann somit am Mittwochabend (20.45 Uhr) in Bestbesetzung antreten. Die Qualitäten des Sturm-Duos, das 19 der 31 Bremer Bundesliga-Tore dieser Saison erzielt hat, werden gegen die defensivstarken Italiener gefragt sein. Nach drei sieglosen Partien steht Werder zu Beginn der "zweiten Halbzeit" in der Königsklasse mit dem Rücken zur Wand. Das Team von Trainer Thomas Schaaf muss gegen Udine unbedingt gewinnen, um die Chancen auf den Sprung ins Achtelfinale zu wahren. "Keine Frage: Für uns zählt nur ein Sieg", bestätigte Nationalspieler Tim Borowski vor der Revanche gegen den Serie-A-Club.

Die Generalprobe war vielversprechend - für Borowski mit seinen beiden Toren ganz persönlich und für Werder sowieso. Mit dem 4:1 über Eintracht Frankfurt festigten die Norddeutschen ihren zweiten Tabellenrang in der Bundesliga und legten nach einem Drittel der Saison acht Punkte zwischen sich und Rang vier, der nicht mehr zur Qualifikation für die nächste Champions League berechtigen würde. "Wir dürfen uns freuen, dass wir in elf Spielen schon 26 Punkte gesammelt haben. Das ist eine tolle Bilanz. Aber es ist auch nicht mehr als eine gute Ausgangssituation", sagte Manager Klaus Allofs. Die Momentaufnahme in der Königsklasse fällt hingegen ernüchternd aus. Nur ein Punkt und magere zwei Treffer aus drei Partien - darunter auch noch ein Eigentor - lassen die Hoffnungen auf das erneute Erreichen der Zwischenrunde schwinden. "Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass wir bisher ein sehr schweres Auftakt-Programm hatten", sagte Allofs. Dem 0:2 zu Hause gegen Gruppenfavorit FC Barcelona folgten Auswärtsspiele bei Panathinaikos Athen (1:2) und das 1:1 in Udine, wo Werder kurz vor Schluss noch den vermeidbaren Ausgleich kassierte.

"Es gibt keinen Schlendrian"

Während die Bremer vor ihrem Alles-oder-Nichs-Spiel gegen Udinese Calcio also brutal unter Druck stehen, kann Rekordmeister FC Bayern München in seinem 300. Europapokal-Spiel bereits mit großen Schritten Richtung Achtelfinale ziehen und im Gipfeltreffen bei Juventus Turin den Grundstein für den Gruppensieg in der Champions League legen. "Wir werden aggressiv nach vorne spielen. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht auch das zweite Spiel gegen Juve gewinnen sollten", sagte Trainer Felix Magath vor der Partie beim italienischen Rekordmeister am Mittwochabend. Manager Uli Hoeneß gab für den in bisher allen drei Partien siegreichen FC Bayern die gleiche Marschroute aus: "Mir ist vor diesem Spiel nicht bange. Die Mannschaft wird hoch konzentriert sein. Da gibt es keinen Schlendrian."

Zwei Wochen nach dem beeindruckenden 2:1 im Heimspiel gegen Juve könnte der FC Bayern mit dem ersten Sieg in Italien seit dem Erfolg bei Inter Mailand (3:1) vor fast 17 Jahren den Einzug in die nächste Runde perfekt machen. "Wir können befreit aufspielen. Was wir jetzt holen, ist ein Plus. Wir wollen uns so schnell wie möglich für die nächste Runde qualifizieren", sagte Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug nach Turin. Von den im Hinspiel phasenweise gedemütigten Italienern erwartet der Bayern-Vorstandschef eine Trotzreaktion. "Die werden richtig heiß sein." Michael Ballack sieht den FC Bayern im psychologischen Vorteil: "Ich denke, dass die jetzt Respekt vor uns haben, sie werden uns ernst nehmen", sagte der Mittelfeldstar. Mit einem Remis im Stadio Delle Alpi könnten die Münchener übrigens gut leben. Dann nämlich hätte der deutsche Rekordchampion den direkten Vergleich gegen Turin gewonnen und angesichts des vermeintlich leichten Restprogramms mit Spielen gegen Rapid Wien und beim FC Brügge beste Aussichten, als Sieger der Gruppe A ins Achtelfinale zu ziehen.

DPA/kbe / DPA

Wissenscommunity