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Champions-League-Viertelfinale: Schalke will Inter trotzen

Schalke steht in der Champions League heute Abend bei Titelverteidiger Inter Mailand vor einer schwieirgen Aufgabe. Trainer Rangnick plagen vor dem Viertelfinal-Hinspiel Personalprobleme. Immerhin: Die Generalproben sprechen für die Schalker.

Die Aufgabe erscheint schwierig, der Gegner übermächtig: Nicht nur wegen der gewachsenen Personalnot steht Fußball-Bundesligist Schalke 04 im Viertelfinale der Champions League bei Titelverteidiger Inter Mailand vor einer Herkulesaufgabe. Der letzte deutsche Europacup-Vertreter gilt beim italienischen Star-Ensemble ohnehin als Außenseiter. Und nun fallen im Hinspiel am Dienstag auch noch weitere wichtige Kräfte aus.

So muss Trainer Ralf Rangnick bei seiner Rückkehr auf die große Fußball-Bühne improvisieren, gibt sich aber zuversichtlich. "Wir haben nichts zu verlieren und sind klarer Außenseiter. Aber aus dieser Außenseiterrolle wollen wir das Beste machen", sagt der Coach. "Ganz entscheidend ist, dass wir als Mannschaft funktionieren und bis an unsere Leistungsgrenze und teilweise darüber gehen müssen."

Gleich drei Verletzte beklagt Rangnick nach seinem zweiten Debüt als Schalke-Coach am Freitag im Skandalspiel beim FC St. Pauli (2:0). Stürmer Mario Gavranovic erlitt einen Syndesmosebandriss. Schwerer aber wiegt gegen den Bayern-Bezwinger der Ausfall von Mittelfeld-Abräumer Peer Kluge wegen einer Bauchmuskelzerrung. Denn Kluge befand sich seit Wochen in bestechender Form. Immerhin will Christoph Metzelder trotz seines insgesamt vierten Nasenbeinbruchs mit einer Spezialmaske auflaufen. "Wir werden es testen. Ich habe schon dreimal mit einer Maske gespielt. Es ist nicht optimal, aber es geht."

Vorn allerdings fehlt in Angreifer Klaas-Jan Huntelaar weiterhin eine Alternative. Da zudem der Ghanaer Anthony Annan nicht spielberechtigt ist, muss Rangnick auf die Youngster Joel Matip und Kyriakos Papadopoulos im defensiven Mittelfeld setzen. "Jetzt müssen andere zeigen, dass sie die Rolle ausfüllen können. Dann machen die nicht so Erfahrenen nun ihre Erfahrung", sagte Rangnick.

Neuer hat keine Angst vor Eto'o

Torhüter Manuel Neuer wird im Giuseppe-Meazza-Stadion, wo seine Vorgänger 1997 mit dem Gewinn des Uefa-Pokals Clubgeschichte schrieben, vermutlich besonders im Rampenlicht stehen. "Solche Spiele sind immer absolute Highlights. Wir sind froh, noch dabei zu sein", sagte der Nationalkeeper, der als Elfjähriger seinerzeit als Fan der "Eurofighter" mitfieberte. "Vielleicht ist es ein gutes Omen, dass Schalke hier schon mal erfolgreich war", sagte Neuer, der auf eine gute Ausgangsbasis für die Heimpartie am 13. April hofft.

Der italienische Triple-Sieger legte am Samstag im Mailänder Derby beim 0:3 gegen Tabellenführer AC Milan vor den Augen von Rangnick eine desaströse Generalprobe hin. Nun liegt das Team des brasilianischen Trainers Leonardo, früher Coach beim Stadtrivalen, als Dritter bereits fünf Punkte hinter dem AC.

Javier Zanetti will Rache nehmen

Wie im Derby gegen Milan ist Inter-Abwehrchef Lucio gesperrt. Dafür kehrt Stürmer Diego Milito, zweifacher Torschütze beim Finalsieg 2010 gegen Bayern München, nach langer Pause in die Elf zurück. "Wir haben das Derby abgehakt und haben große Lust, ein großes Spiel zu zeigen", kündigte Milito vollmundig an. Coach Leonardo warnt besonders vor Raúl: "Er ist das Symbol für Schalkes Husarenritt und sehr gefährlich."

Inter-Kapitän Javier Zanetti, der neben Schalke-Ersatzkeeper Mathias Schober als einziger schon 1997 dabei war, sinnt auf späte Revanche. "Es war sehr ärgerlich, das Finale im Elfmeterschießen zu verlieren. Mittlerweile erinnere ich mich mit einem Lächeln. Jetzt haben wir die Chance, Rache zu nehmen und das Halbfinale zu erreichen", sagt der 37-Jährige.

jas/DPA / DPA

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