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Claus-Dieter Wollitz: "Ihr könnt Pelé zu mir sagen..."

Claus-Dieter Wollitz will dem FC Bayern München Punkte abjagen. Mit dem DFB-Pokalspiel kehrt der Trainer des VfL Osnabrück für einen Tag auf die große Fußball-Bühne zurück.

Er hat nie in der Nationalmannschaft gespielt, gewann keinen großen Titel und hat nur 65 Erstliga-Spiele bestritten. Und doch kennen fast alle Fußball-Fans in Deutschland Claus-Dieter Wollitz, der meist nur "Pelé Wollitz" gerufen wird. Bei seinem Profi-Einstieg 1987 bei Schalke 04 soll er sich mit den Worten vorgestellt haben: "Ihr könnt Pelé zu mir sagen..."

Ein brillianter Techniker

Die Mär, er habe sich den berühmten Namen selbst gegeben, dementiert Wollitz seit Jahren - aber vergeblich. Den Spitznamen bekam er nach eigener Auskunft schon als Fünfjähriger verpasst. Angesichts der Spielweise, die Wollitz schon in jungen Jahren auszeichnete, ist das eine durchaus glaubhafte Version. Als Spieler war er ein brillanter Techniker, gesegnet mit außergewöhnlicher Schusspräzision. Pässe, Freistöße, Eckbälle waren seine Spezialität; als laufstarker und leidenschaftlich kämpfender Mittelfeldspieler war er fast bei allen Stationen das Herzstück der Mannschaft.

Mit dem VfL Wolfsburg und dem 1. FC Kaiserslautern erreichte er das Pokalfinale, mit dem KFC Uerdingen stand er dicht vor dem Bundesliga-Aufstieg, den er dann mit dem 1. FC Köln schaffte. Mit dem VfL Osnabrück überstand er zwischen 1989 und 1993 drei dramatische Abstiegskämpfe, ehe es den Club dann doch erwischte. In 315 Zweitliga-Spielen erzielte er 78 Tore.

Immer eine Prise Wahnsinn

"Leidenschaft, Ehrlichkeit und harte Arbeit" nennt Wollitz als Grundzüge seiner Trainerarbeit. Aus den Fehlern seiner frühen Jahre, als er das Herz auf der Zunge trug und oft zu spontan reagierte, hat er gelernt, doch eine Prise Verrücktheit gehört für ihn dazu: "Mit Normalitäten kommt man im Leben nicht weit." Seinen Spielern predigt er Mut zur Offensive, erlaubt Fehler und verbietet, sich länger als einen Tag über eine Niederlage zu ärgern.

Auch bei seinem Weg zurück nach Osnabrück gibt es eine "verrückte Geschichte": Als der KFC Uerdingen ihn im Sommer partout nicht freigeben wollte, zahlte Wollitz die geforderte Ablöse selbst und verzichtete auf zwei Monatsgehälter - insgesamt 15 000 Euro.

Von Herbert Herkenrath/DPA

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