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2. Bundesliga: Die Aufholjagd der Eintracht Frankfurt

Für die 2. Bundesliga hat die Saison 2011/2012 begonnen: Im Ostderby bezwang Energie Cottbus Dynamo Dresden – und die Fans blieben friedlich. Der FSV Frankfurt verschenkte den Sieg gegen Union Berlin. Eintracht Frankfurt hingegen konnte einen 0:2-Spielstand noch komplett umdrehen.

Der Ball rollt wieder in der 2. Liga. Eintracht Frankfurt hat seine "Mission Wiederaufstieg" erfolgreich in Angriff genommen. Der erst in der zweiten Halbzeit überzeugende Bundesliga-Absteiger feierte am Freitag bei der SpVgg Greuther Fürth nach einem 0:2-Rückstand einen 3:2 (0:2)-Sieg. Vor dem Siegtreffer durch Karim Matmour (89. Minute) vor 14.200 Zuschauern in der ausverkaufen Trolli-Arena hatte Alexander Meier (56./64.) per Doppelpack die Führung der "Kleeblätter" durch Christopher Nöthe (20./44.) ausgeglichen. "Das war heute ein Befreiungsschlag", sagte Frankfurts Vorstands-Vorsitzender Heribert Bruchhagen.

"Wir haben leichtfertig das 2:0 aus der Hand gegeben", stellte Fürths Doppeltorschütze nach der bitteren Niederlage enttäuscht fest. "Schön, dass wir das Spiel noch gedreht haben. Wir haben gezeigt, dass richtig Qualität in der Truppe ist. Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Eintracht-Torwart Thomas Kessler. "Wir können stolz sein, denn nach dem 0:2 sind wir richtig selbstbewusst aufgetreten", erklärte Frankfurts Marco Russ, der voraussichtlich zum VfL Wolfsburg wechseln wird.

Mühsamer Sieg für Cottbus

Dennis Sörensen hat Energie Cottbus beim Saisonauftakt der 2. Fußball-Bundesliga vor einem Fehlstart bewahrt. Beim 2:1 (0:1) am Freitag im Ostderby gegen Aufsteiger Dynamo Dresden erzielte der Däne den Siegtreffer für die Lausitzer. Der FSV Frankfurt verschenkte zum Auftakt des ersten Spieltag beim 1:1 (0:1) gegen den 1. FC Union Berlin zwei Punkte. Babacar Gueye vergab mit einem verschossenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit den möglichen FSV-Sieg.

Im Stadion der Freundschaft in Cottbus setzte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz mit Ausnahme von Rückkehrer Dimitar Rangelov zunächst auf bewährtes Personal. Nach dem 0:1-Rückstand zur Pause durch den Kopfball von Filip Trojan (45. Minute) sorgte aber ein Neuzugang die Lausitzer auf die Siegerstraße. Der eingewechselte Alexander Ludwig (zuletzt 1860 München) bereitete das 1:1 durch Daniel Adlung (57.) vor, neun Minuten später machte Däne Dennis Sörensen den mühsamen Sieg von Energie perfekt. Coach Wollitz brachte sein Team mit einer gehörigen Kabinenpredigt auf die Siegerstraße. "Erst nach der Pause haben wir Power gemacht, davor fehlten Mentalität und Laufbereitschaft", sagte Wollitz.

Dynamo Dresden musste somit bei seinem Zweitliga-Comeback nach fünf Jahren Lehrgeld zahlen und wartet nun schon seit 14 Jahren auf einen Sieg gegen Cottbus. "Wir haben Erfahrung gesammelt und fahren trotz einer soliden Leistung ohne Punkte heim", sagte der enttäuschte Dynamo-Coach Ralf Loose.

Friedliches Ostderby

Die befürchtete Randale bei dem Ostderby blieb aus: "Wir sind rundum zufrieden", erklärte eine Cottbuser Polizeisprecherin. Außer ein "paar Zupfern" an Fanschals und kleineren Rangeleien habe es am Freitag keinerlei Vorfälle gegeben. 2500 Fans aus Dresden waren unter den 20.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion der Freundschaft.

"Es war ein friedliches und faires Derby", erklärte am Ende Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz: "Insgesamt ist es für die neuen Bundesländer ein gutes Zeichen, dass drumherum alles ruhig war." Auch die Spieler zeigten sich erleichtert. "Es war eine Superstimmung. Natürlich sind wir froh, dass nichts passiert ist", sagte der Cottbuser Torschütze Daniel Adlung. "Ich bin froh, so sollte es immer sein", bemerkte Dresdens Neuzugang Cristian Fiel. Das Ostduell war als erstes Hochsicherheitsspiel der neuen Saison eingestuft worden.

FSV Frankfurts verschossener Foulelfmeter

Ausgerechnet der von Berlin nach Frankfurt gewechselte Karim Benyamina bewahrte den FSV vor einem Fehlstart in die neue Saison. Zehn Minute vor Ende einer klassearmen Begegnung traf der Stürmer gegen seine ehemalige Mannschaft und rettete Frankfurt einen Punkt. Der Brasilianer Silvio (40.) hatte Union mit dem ersten Tor der neuen Saison in Führung geschossen. Per Foulelfmeter ließ der Neuzugang vom Schweizer Erstligisten Lausanne Sports Berlin FSV-Torwart Patrick Klandt keine Chance. In der vierten Minute der Nachspielzeit vergab Gueye den Frankfurter Sieg. Gueye setzte vor 4151 Zuschauern einen umstrittenen Strafstoß über das Tor und es blieb beim 1:1-Endstand. Berlins-Trainer Uwe Neuhaus atmete nach dem Schlusspfiff in Frankfurt tief durch. "Das der Elfer drüber ging, war wahnsinniges Glück für uns", meinte Neuhaus.

Die Hessen sahen sich von Beginn an in die Defensive gedrängt. Trotzdem hatten sie die beste Chance der ersten halben Stunde. Benyamina hatte sich auf der rechten Seite durchgespielt, doch der neue FSV-Spielmacher Zafer Yelen brachte keinen Druck hinter das Spielgerät. Union war spielbestimmend, nur kaum torgefährlich. Erst ein ungeschicktes Einsteigen von Björn Schlicke im Strafraum half zur verdienten Führung per Elfmeter. Nach dem Wechsel erhöhte der FSV den Druck. Pech hatte Gueye mit einem Schuss an die Unterkante der Latte.

swd/DPA / DPA

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