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Confed-Tagebuch: Lieber Spielberichtsbogen,

es wird endlich wieder Fußball gespielt.

15. Juni 2005

Lieber Spielberichtsbogen, endlich wird wieder Fußball gespielt. Die drei Wochen seit dem DFB-Pokal Finale waren langweilig und viel zu lang. Was mich nachdenklich gemacht hat in den letzten Tagen, diese Fragen: "Um was geht es diesem Confed-Cup denn eigentlich?“ Oder: Was denn der Sinn dieses Turniers sei. Meist antwortete ich, dass es zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland diene. Vorbereitung für Städte, Organisatoren und natürlich für die Mannschaften, die sich ja alle, außer uns, noch qualifizieren müssen.

Mein Kollege, der Sascha, meint, es geht um Geld. Es ginge im Fußball immer um Geld, sagt er immer und dieses Mal eben auch. Für Frauke, seine Freundin, geht es hauptsächlich um Männer in kurzen Hosen, die sich nach dem Spiel die Trikots ausziehen. Die sieht das eben nicht so oberflächlich wie der Sascha.

Nach längerem Überlegen kam ich zu der Erkenntnis, dass es wohl, wie selten im Fußball, nicht um Millionen geht, sondern einfach nur um Fußball. Das Spiel Elf gegen Elf, mit Ball auf zwei Tore. Wann hat man das schon? Das Problem dabei ist natürlich, dass einige Spieler das genauso sehen, weshalb ein Ronaldo erst gar nicht mitmacht und lieber in den Urlaub fährt. Natürlich nicht nach Deutschland.

Dabei könnte o fenomeno sich schon mal angucken, gegen wenn er nächstes Jahr im Endspiel verliert: gegen uns natürlich. Zwölf Monate vor der WM, hat der Erwartungsdruck auf unsere Klinsmänner die kritische Masse ja schon fast erreicht: Halbfinale ist das Mindeste. Aber eigentlich werden wir natürlich Weltmeister. Auch da hat der Sascha eher seltsame Ansichten, die du, lieber Spielbereichtsbogen, sicher nicht hören willst. Ich weiss, dass du es lieber hast wenn ich von der Eintracht schwärme, dem Wiederaufstieg und dem wunderschönen Stadion. Diesen Gefallen werde ich dir heute nicht tun und morgen wahrscheinlich auch nicht.

Niklas Werklund
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