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Confederations Cup: Mit Playstation und Zagorakis gegen Brasilien

Otto Rehhagel kann im Auftaktspiel des Confederations Cup gegen Brasilien nun doch mit Kapitän Theodores Zagorakis planen. Damit seine Jungs entspannt in die Mini-WM gehen, hat sich der Coach der griechischen Nationalelf ein kleines Extra einfallen lassen.

Mit Zagorakis’ Ankunft war eigentlich erst nach den beiden Relegationspielen seines Heimatvereins AC Bologna in der italienischen Serie A und damit zum dritten und letzten Gruppenspiel gegen Mexiko gerechnet worden. Jetzt stieß der "Spieler der EM 2004" allerdings doch vorzeitig in Leipzig zur Mannschaft. Er stehe Rehhagel gegen Brasilien zur Verfügung, erklärte Teamsprecher Michael Tsapidis. Zudem begrüßte Rehhagel in Georgios Karagounis von Inter Mailand mit Verspätung auch seinen zweiten Mittelfeldstar und Europameister nach dessen gewonnenem Pokalmatch (2:0) beim AS Rom.

Neuankömmlinge und ein Verletzter

Die Freude über die Neuankömmlinge wurde allerdings durch eine Verletzung von Zissis Vryzas getrübt. Der Stürmer vom spanischen Club Celta de Vigo erschien nach verlorenem Aufstiegsspiel am Tag zuvor mit verbundenem linken Arm beim ersten öffentlichen Training der Hellenen. Eine genaue Angabe über die Art der Verletzung konnte noch nicht gemacht werden.

Den Weg in die Egidius-Braun-Sportschule im Leipziger Stadtteil Schönefeld hatten rund 500 Fans gefunden. Auf einem Nebenplatz beobachteten sie neugierig, aber ausgesprochen ruhig die Trainingseinheit der hellenischen Fußball-Götter bei strahlendem Sonnenschein. Die ersten beiden Übungseinheiten nach der Ankunft hatte Rehhagel unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt.

Spazieren und Playstation

Zum Training bittet Rehhagel seine "Jungs" bislang immer in den frühen Abendstunden. Nur einmal täglich, während die deutsche Mannschaft und auch Gegner Brasilien ihre Übungseinheiten auch in den Morgenstunden und bis zu zwei Mal am Tag absolvieren. Abschalten können die griechischen Profis immer wieder bei kurzen Spaziergängen durch Leipzig. Zur weiteren Ablenkung sollen sie sich auch schon mit Playstations eingedeckt haben.

Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist gut. Trotz des Streits um noch immer nicht komplett ausgezahlte EM-Prämien (pro Kopf eine Million Euro) oder des Abrutschens auf den 3. Platz in der WM-Qualifikation durch die 0:1-Heimschlappe in der Vorwoche gegen die Ukraine. "Der Teamgeist stimmt bei uns", betonte Rehhagel. "Es passt einfach. Wir haben eine klasse Atmosphäre", sagte auch Ioannis Amanatidis (1. FC Kaiserslautern), neben Vassilios Tsiartas (1. FC Köln) einer von zwei Bundesliga-Legionären.

Die Stimmung ist gut

An der guten Stimmung hat Rehhagel, der das Training meist mit verschränkten Armen, aber scharfen Augen beobachtet, wohl den größten Anteil. "Er weiß genau, wie er sich jedem einzelnen Spieler gegenüber zu verhalten hat, wann er in die Vaterrolle oder in die eines Freundes schlüpfen oder aber hart durchgreifen muss", sagte Defensivakteur Loukas Vyntra über Rehhagel, der die Griechen seit 2001 trainiert.

Dabei holt sich der ehemalige Bundesliga-Coach von Werder Bremen, Bayern München und des 1. FC Kaiserslautern immer wieder mal einen seiner Profis zu einem kurzen Gespräch zu sich - der deutschsprachige Co-Trainer Ioannis Topalidis dient dabei als Übersetzer. Und Rehhagels Methode kommt in der Mannschaft an. "Seitdem er uns trainiert hat er seinen Stil auch nicht geändert", meinte Panagiotis Fissas von Benfica Lissabon.

Jens Marx/DPA / DPA

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