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Südamerikanische Champions League: Fans greifen Boca-Bus mit Steinen an – mehrere Spieler durch Schnitte und Tränengas verletzt

Eigentlich sollten die argentinischen Erzrivalen um den Titel des südamerikanischen Klubpokals spielen. Doch dazu kam es nicht: Fans griffen den Bus der Boca Juniors auf dem Weg zum River-Stadion an, mehrere Spieler wurden verletzt. Das Spiel musste verlegt werden.

Copa Libertadores - Riva Plate - Boca Juniors - Ausschreitungen

Der am Auge verletzte Bocas-Spieler Gonzalo Lamardo (l.) und sein Teamkollege Jonathan Fabbra stehen nach der Verlegung der Copa Libertadores auf dem Spielfeld des Stadions

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Das Finale der Copa Libertadores zwischen River Plate und den Boca Juniors ist nach schweren Ausschreitungen vor dem Stadion verlegt worden. Mehrere Profis der Boca Juniors erlitten Schnittwunden und klagten über Atembeschwerden, als ihr Bus am Samstag von Fans des Erzrivalen River Plate mit Steinwürfen angegriffen wurde. Das Spiel wurde auf Sonntag (21 Uhr/MEZ) verschoben, wie der Präsident des südamerikanischen Dachverbands Conmebol, Alejandro Domínguez, erklärte. Keiner der beiden Vereine wolle nach den Ausschreitungen antreten. Das Hinspiel im Boca-Stadion war 2:2 (2:1) ausgegangen.

Bocas Kapitän Pablo Pérez musste in einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden, wo eine Augenverletzung des Mittelfeldspielers festgestellt wurde. Mehrere weitere Spieler, unter ihnen Starstürmer Carlos Tévez, wurden von Pfeffer- oder Tränengas getroffen, das durch die zerstörten Fenster in den Bus eindrang. 

Copa Libertadores zunächst zweimal verschoben

Die Verlegung des Endspiels wurde erst nach zweifacher Verschiebung des Anpfiffes beschlossen. Tévez erklärte, Boca Juniors befinde sich nicht in dem Zustand, antreten zu können. Die Conmebol wolle sie jedoch zwingen, trotz der Verletzung von Pérez das Finale auszutragen. Drei Mal habe das Team das blaugelbe Trikot an- und wieder ausgezogen, bis endlich die Verlegung auf Sonntag bekanntgegeben wurde.  

Die 66.000 Eintrittskarten für das Rückspiel um den Titel der südamerikanischen Champions League waren allesamt an River-Fans verkauft worden. Seit 2013 dürfen in ganz Argentinien wegen zahlreicher Gewalttätigkeiten keine Gästefans mehr ins Stadion. Vor dem Stadion kam es zu zahlreichen Zusammenstößen von Fans ohne Ticket mit der Polizei, bei denen 56 Menschen festgenommen wurden. Es waren 2100 Polizisten im Einsatz.

River Plates Präsident Rodolfo D'Onofrio musste fliehen, als bei einem Gespräch mit dem Sender Fox Sports im einem Gang des Stadions eine Menschenmasse auf ihn zurannte. Die frustrierten Fans suchten den Ausgang. Viele von ihnen hatten bis zu sechs Stunden in der Sonne vergeblich auf den Spielanpfiff gewartet.    

Buenos Aires macht kriminelle Fans verantwortlich

Der Sicherheitssekretär der Stadt Buenos Aires, Marcelo D'Alessandro, schrieb die Verantwortung für die Ausschreitungen kriminellen Fans zu, gegen die die Justiz ermittle. D'Alessandro bezog sich auf eine Hausdurchsuchung in der Wohnung eines berüchtigten Anführers von gewalttätigen River-Fans, bei der am Freitag 300 Tickets für das Finale und zehn Millionen Peso (240.000 Euro) beschlagnahmt wurden.

Der illegale Weiterverkauf von Tickets zu Preisen von bis zu umgerechnet 5000 Euro florierte vor dem Finale.

Ausschreitungen beim HSV
mod / DPA

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