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Dänemark-Test: Löw weist Anschuldigungen von sich

Nach den Protesten von Dänemark-Coach Morten Olsen wegen des Verzichts der WM-Stars hat Bundestrainer Löw den Einsatz seines Perspektiv-Kaders kurz vor dem Anpfiff am Abend in Duisburg noch einmal vehement verteidigt - mit Rückendeckung von oberster Stelle.

"Man fordert ja in Deutschland immer, junge Spieler zu fördern. Alle sprechen davon, wir tun es", sagte Löw am Mittwoch im ARD-Hörfunk. Schon lange habe man eine Chance für neue Talente und Kandidaten geplant. "Im Oktober vergangenen Jahres haben wir bereits darüber gesprochen und es dann auch relativ schnell transparent gemacht", betonte der Bundestrainer, der für die Partie im der MSV-Arena gleich sechs Debütanten aufbot. DFB-Präsident Theo Zwanziger gab dem Bundestrainer Rückendeckung für seine Maßnahme. "Es ist für Löw immer wichtig weiterzudenken. Er hat eine eingespielte Truppe, aber er braucht mehr", sagte er am Mittwoch in Duisburg. Darum sei Löws Vorgehen "absolut richtig".

DFB reagiert auf Kritik mit Ticket-Option

Löw ist sich sicher, dass die Fans auch an der neuen Generation von Nationalspielern Freude haben werden. Einen Image-Verlust durch das Fehlen der Stars um Michael Ballack in Duisburg fürchtet der Bundestrainer nicht. "Man spürt seit vielen Monaten, dass die Nationalmannschaft einen hohen Stellenwert und viele Sympathien genießt. Die Leute freuen sich auf der Straße. Das ist auch eine Bestätigung für unsere Arbeit und unseren Kurs", bemerkte Löw, der noch auf seinen Vorgänger verwies: "Sicher ist es auch ein Verdienst von Jürgen Klinsmann, der vor zwei Jahren diese Revolution eingeleitet hat. Wir haben kontinuierlich weiter gearbeitet." Es sei ein tolles Gefühl, dass sich so viele Leute mit der Nationalmannschaft identifizieren.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte auf Kritik von enttäuschten Fans, die in Duisburg die stärkste Elf erwartet hatten, mit einer Ticket-Option reagiert. Wer bis zum 5. April seine Eintrittskarte vom Dänemark-Spiel in die DFB-Zentrale nach Frankfurt/Main schickt, kann ein Ticket für ein EM-Spiel erwerben. "Wir verstehen, dass gerade Familien mit Kindern kommen, um ’Poldi’ und ’Schweini’ zu sehen", erklärte Zwanziger im ARD-Hörfunk. Gerade im Ruhrgebiet habe der DFB zudem wegen der sozialen Verhältnisse eine besondere wirtschaftliche Verantwortung gegenüber den Fans. "Mancher spart sich den letzten Groschen ab, um zu einem Spiel zu gehen", bemerkte Zwanziger.

Dänemarks Trainer Morten Olsen hatte Löws Entscheidung, ein B-Team aufzubieten, scharf kritisiert: "Deutschland war bei der WM ein großartiger Gastgeber. Aber das ist respektlos vom DFB und sehr, sehr egoistisch."

DPA/kbe

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