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Damen-Fußball-EM: Die "Prinzessin" zurück an Bord

Nachdem Spielführerin Birgit Prinz wegen einer Verletzung nicht am EM-Auftakt dabei sein konnte, ist sie jetzt wieder fit und vor der Partie gegen Italien hoch motiviert. Außerdem ist da ja noch die Aussicht auf den vorzeitigen Einzug der DFB-Nationalelf ins Halbfinale.

"Sie hat voll mittrainiert und keinerlei Probleme mehr. Sie wird natürlich von Beginn an spielen", kündigte Cheftrainerin Tina Theune-Meyer einen Tag vor der zweiten Vorrundenpartie gegen Italien in Preston an. Die zweimalige Weltfußballerin Prinz, brennt auf ihren Einsatz. "Auf der Bank zu sitzen und zuschauen zu müssen, ist wirklich kein schönes Gefühl", sagte sie.

"Unser Spiel muss besser werden"

Die 27 Jahre alte Topstürmerin hatte von der Seitenlinie aus mit ansehen müssen, wie sich ihre Kolleginnen gegen Norwegen mühten und nie ihre spielerische Linie fanden. Nun ist sie heiß auf Italien. "Ich bin durch meine Verletzung nicht mehr gehemmt und hoffe, dass ich dem Team helfen kann. Unser Spiel muss besser werden", forderte Prinz eine deutliche Leistungssteigerung.

Dass sie in ihrem 135. Länderspiel (83 Tore) mit einem weiteren Treffer DFB-Geschichte schreiben und den Rekord von Heidi Mohr knacken könnte, interessiert sie derzeit nicht. "Wichtig ist allein der Sieg gegen die Italienerinnen. Das wird schwierig genug. Sie spielen kompakt und teilweise richtig unangenehm und nickelig."

Mehr Selbstbewußtsein und spielerischer Glanz

Allein schon die Präsenz der besten Fußballerin der Welt dürfte dem fünfmaligen Europameister zu mehr Selbstbewusstsein und mehr spielerischem Glanz im Deepdale-Stadion verhelfen. Zusätzliche Motivation bringt die Aussicht auf den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale der 9. Europameisterschaft in England. Der wäre geschafft, wenn die DFB-Elf gewinnt und Frankreich anschließend in Warrington gegen Norwegen nicht verliert.

Abwehrchefin Steffi Jones misst der Rückkehr von Prinz große Bedeutung bei: "Wenn sie nicht spielt, ist das immer spürbar. Deswegen ist sie ja auch Weltfußballerin. Sie kann mit ihrer Klasse ein Spiel allein entscheiden." Wer an der Seite von Prinz stürmt, ließ Theune-Meyer offen. Gegen Norwegen durften die Duisburgerin Inka Grings und U-19-Weltmeisterin Anja Mittag ran. Restlos überzeugen konnte keine der Beiden, wobei Mittag den etwas besseren Eindruck hinterließ. So wird womöglich Grings, die ihr erstes großes Turnier seit Olympia 2000 in Sydney spielt, für Prinz weichen müssen. "Ich hatte einen schlechten Tag und würde gerne zeigen, dass ich es besser kann", sagte die Duisburgerin. Mit 25 Toren ist sie die zweitbeste Torschützin der abgelaufenen Bundesliga- Saison.

Rundumschlag

Es kann aber auch gut sein, dass der Angriff komplett ausgetauscht wird. Dann hätte Sandra Smisek eine große Chance, ihr 100. Länderspiel zu bestreiten. "Das wäre für mich schon etwas ganz Besonderes. Ich bin jetzt zehn Jahre dabei und kann voller Stolz auf diese Zeit zurückblicken", sagte Smisek, die sich auf dem Platz fast blind mit Prinz versteht. Denn das Duo spielte einst lange Jahre gemeinsam beim FSV Frankfurt und schlug zudem zahlreiche erfolgreiche Länderspiel"Schlachten". "Dass ich mich mit Birgit auf dem Rasen gut ergänze, könnte ein Vorteil für mich sein", sagte Smisek. Auch Pia Wunderlich steht vor dem Eintritt in den "Club der Hunder". Smisek und Wunderlich wären schon die DFB-Nationalspielerinnen Nummer 12 und 13, die dieses besondere Jubiläum feiern.

Die voraussichtliche Aufstellung der deutschen Mannschaft

Rottenberg - Stegemann, Hingst, Jones, Minnert - Garefrekes, Omilade, Lingor, Pohlers - Mittag (Smisek), Prinz

Ulli Brünger/DPA / DPA

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