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Brisantes Papier im DFB-Archiv DFB-Spitze wusste offenbar schon länger vom Beckenbauer-Deal


Einem Medienbericht zufolge hatten einige Funktionäre beim DFB bereits seit Längerem Kenntnis über das belastende Dokument zum Beckenbauer-Warner-Deal. Der Vorwurf der Vertuschung steht im Raum.

Als Montag ein brisantes Papier an die Öffentlichkeit gelangte, erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach seinen Rücktritt. Der im DFB-Archiv gefundene Vertrag legt einen Bestechungsversuch des damaligen Fifa-Funktionärs Jack Warner nahe. Unterschrieben ist das Dokument von Franz Beckenbauer. Nun berichtet die "Süddeutsche Zeitung", dass die DFB-Spitze um Niersbach bereits seit Wochen von diesem Papier Kenntnis gehabt haben soll. Das Blatt beruft sich dabei auf einen internen Brief des Vize-Generalsekretärs Stefan Hans, der direkt nachdem er von dem belastenden Dokument erfahren habe, Niersbach und Generalsekretär Helmut Sandrock darüber informiert haben will.

Die Öffentlichkeit wurde darüber weder in den Stellungnahmen noch bei der Pressekonferenz von Niersbach über diesen Vorgang informiert. Auch bei einer Sondersitzung im DFB-Präsidium teilte Niersbach sein Wissen über den Deal nicht mit den anderen Mitgliedern. Der zurückgetretene Präsident gab an, im Juni 2015 von den Ungereimtheiten rund um die ominösen 6,7 Millionen Euro erfahren zu haben. Daraufhin will er eine "interne Untersuchung" eingeleitet haben. Stefan Hans hat dem Bericht zufolge daraufhin auch den Vertrag mit Warner in den Archiven entdeckt.

Unverständnis beim DFB

Im DFB-Präsidium sei das Unverständnis über die Geheimhaltung groß, heißt es bei der "Süddeutschen Zeitung". Die Frankfurter Verbandszentrale und die alte Funktionärsgarde aus WM-Zeiten, so der Eindruck, hätten versucht, fragwürdige Vorgänge zu vertuschen. Beckenbauer selbst hatte gestern über sein Management mitteilen lassen, den Ermittlern für Aufklärung zur Verfügung zu stehen. Öffentlich äußern wolle er sich aber nicht.

fin

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